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Hadamar: Gesucht: Neuer Käufer für Alte Schulturnhalle

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Von: Anken Bohnhorst

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Die Alte Schulturnhalle ist wieder zu haben.
Die Alte Schulturnhalle ist wieder zu haben. © Anken Bohnhorst

Innerhalb von drei Jahren muss gebaut werden - Mehr Aufenthaltsqualität bieten

Die Alte Schulturnhalle steht erneut zum Verkauf. Anders als beim letzten Verkauf im Herbst 2017 sind allerdings diesmal die Bedingungen, die ein potenzieller Käufer erfüllen muss, konkret formuliert. "Der Käufer verpflichtet sich, den Kaufgegenstand innerhalb von drei Jahren gemäß vorgelegtem Konzept zu bebauen. Er verpflichtet sich zudem, konkrete Mietinteressenten und regelmäßige Berichte über den Projektstand vorzulegen", heißt es in dem Exposé, das die Stadtverordneten am Freitagabend beschlossen haben. Sollte der Käufer gegen die Baupflicht verstoßen, kann die Stadt auf die Rückauflassung der Immobilie, also auf deren Rückgabe, bestehen.

Mit dieser Ausgestaltung des Angebots soll verhindert werden, was Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) und die Stadtverordneten während der vergangenen vier Jahre erleben mussten, nachdem im Herbst 2017 das zentral gelegene Grundstück und Gebäude für 50 000 Euro an ein Investorenduo verkauft worden war. Deren Konzept sah vor, die Alte Schulturnhalle unter anderem mit einem Dienstleister und einem gastronomischen Betrieb zu beleben. Nur wurde dieser Plan nie realisiert. Stattdessen entspann sich ein jahrelanger Streit zwischen Stadt und Investoren, der schließlich vom Landgericht entschieden wurde. Drei Jahre später, im Dezember 2020, wurde der Kaufvertrag rückabgewickelt und die Immobilie wieder an die Stadt übertragen.

Städtebauliches Bindeglied

Die unternimmt jetzt, wiederum ein Jahr später, einen neuen Versuch, den "denkmalgeschützten Rohdiamant im Herzen Hadamars" zu vermarkten. "Wir sind gespannt, was kommt", sagt Bürgermeister Ruoff. Zwar war auch bei dem letzten Exposé besonderer Wert auf die künftige Nutzung gelegt worden, "um eine positive und nachhaltige Entwicklung der Innenstadt zu erreichen und den städtebaulichen Rahmen zu wahren". Aber diesmal hat man sich schriftlich abgesichert. Schließlich stellt das Gebäude städtebaulich "ein Bindeglied zwischen dem Schloss und dem ehemaligen Jesuitenkloster und der Stadtkirche dar. Ihre unmittelbare Lage zwischen Gymnasium- und Hospitalstraße, zwischen altem und neuem Stadtzentrum ist verkehrstechnisch ideal". Jedoch geht es nicht nur um die verkehrstechnische Ideallage der Immobilie, sondern auch um deren Erhaltung. Und an der werde nicht gerüttelt, bestätigt Ruoff auf Nachfrage dieser Zeitung.

Noch im Juni dieses Jahres hatte der Bürgermeister in einer Parlamentssitzung mitgeteilt, dass "aus den Reihen des Magistrats erneute die Frage der Notwendigkeit des Denkmalschutzes" gestellt worden sei. Die Verwaltung sollte die Aufhebung des Denkmalschutzes beantragen. Aus dem Ansinnen wurde nichts, teilt Ruoff jetzt mit. Die Denkmalschutzbehörde in Wiesbaden habe im Spätsommer signalisiert, dass der Denkmalschutz bestehen bleibt. Der Zustand des Gebäudes habe sich während der vergangenen Jahre weder verschlechtert, noch sei die Erhaltung unwirtschaftlich. Anders gesagt: Da die Alte Schulturnhalle nicht einzustürzen droht, ändert sich an der Denkmalschutzbedürftigkeit der Immobilie nichts. Tatsächlich stammt das Backsteingebäude auf dem rund 940 Quadratmeter großen Grundstück aus den Jahren 1901/02. Es sei ein "typischer, im Kreis Limburg-Weilburg seltener Zweckhallenbau der Jahrhundertwende mit schlichtem Klinkermauerwerk und großen Fenstern", heißt es im Exposé. Um- oder neugestaltet werden darf allenfalls der Außenbereich, denn laut Verkaufsangebot sind "abhängig vom Nutzungsvorhaben entsprechend Parkflächen zu schaffen".

Bewerbungsfrist bis Ende Februar

Zum Verkaufspreis macht Bürgermeister Ruoff keine Angaben. "Wir warten jetzt erstmal ab, was kommt." Fest steht nur das Ende der Bewerbungsfrist. Das ist am 28. Februar kommenden Jahres.

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