Petra Henrichs (von links), Sabine Meier-Ude, Christoph Weis und Friederike de le Roi sind die Band "Three alive&#39o plus". foto: kerstin kaminsky
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Petra Henrichs (von links), Sabine Meier-Ude, Christoph Weis und Friederike de le Roi sind die Band "Three alive'o plus". foto: kerstin kaminsky

Musik

Hadamar: Herzerwärmende Lieder bei kühlen Temperaturen

Die Folk-Gruppe "Three alive'o plus" tritt mit irischen Stücken im Rosengarten auf

Echte Fans lassen sich von herbstlichen Temperaturen nicht die Laune verderben. Obwohl das Thermometer gerade mal 14 Grad zeigte, kamen mehr als 60 Gäste zum Open-Air-Konzert von "Three alive'o plus" in den Hadamarer Rosengarten. Die in der heimischen Region bekannte Folk-Gruppe begeisterte in gewohnter Weise mit einer gelungenen Mischung von Jigs, Reels und Balladen sowie mit der Vielzahl ihrer Instrumente.

Mit einem Volkstanzstück eröffnete das kurzweilige Programm. Zu dem folgenden Lied "Welcome Paddy Home" erläuterte Sänger Christoph Weis: "Ein mittelloser junger Mann hatte die Heimat verlassen und war für ein besseres Leben 3000 Kilometer in die Ferne gezogen. Doch das Heimweh plagte ihn sehr und er ersehnte nichts mehr, als endlich wieder zu Hause willkommen geheißen zu werden."

Nach einigen Instrumentalstücken, wie sie in den irischen Pubs üblicherweise als Hintergrundmusik gespielt werden, wurde es romantisch. "Hier im Rosengarten dürfen natürlich Lieder zur Rose nicht fehlen", kündigte Sabine Meier-Ude die Ballade "Red ist the Rose" an. Doch sei im irischen Liedgut die Rose zumeist als Pseudonym zu verstehen. Gemeint sei vielmehr ein hübsches Mädchen und ihre zum Kuss bereiten roten Lippen.

Die niedrige Temperatur forderte sowohl die Musiker als auch die Instrumente heraus. Mit frostkalten Fingern geriet anfangs so mancher Flötenton nicht ganz sauber, und auch die 34 Saiten der Harfe mussten während des anderthalbstündigen Konzertes zweimal nachgestimmt werden. "Das war zu erwarten", sagte Christoph Weis über sein Instrument. "Doch die Harfe ist so typisch für die irische Musik, dass wir keinesfalls auf sie verzichten wollten."

Geschichte einer verpassten Chance

Das Instrument passte perfekt zu dem etwas traurigen Stück "Down by Sallys Garden". Es erzählt die Geschichte einer verpassten Chance. Zwar hatte ein junger Draufgänger sich mehrfach mit besagter Sally zu einem Stelldichein getroffen, doch wirklich ernst war es ihm nicht. Erst nachdem die junge Frau sich von ihm abgewendet hatte, wurde ihm klar, dass er einen großen Fehler gemacht hatte.

Heiterer ging es zu bei "Muirsheen Durkin". In dem fröhlichen Lied steht ein junger Mann im Mittelpunkt, der es leid ist, in Irland Kartoffeln auszugraben. Also verlässt er die grüne Insel Richtung Kalifornien. Denn dort soll man angeblich Gold statt Kartoffeln aus dem Boden holen. Bei "Muirsheen Durkin" griff Sabine Meier-Ude zu ihrer Drehleier. "Das ist zwar nicht wirklich ein irisches Instrument, aber es passt hier ganz wunderbar rein."

Zum Mitsummen lud Christoph Weis das Publikum bei dem bekannten Lied "In Dublins Fair City", der inoffiziellen Hymne der irischen Hauptstadt, ein. Es handelt von der hinreißenden Fisch- und Muschelverkäuferin Molly Malone, die mit ihrem Karren durch die Straßen zieht. "Man begegnet ihr heute noch bei Vollmond um Mitternacht", so der Sänger schmunzelnd. Man müsse halt nur genug getrunken haben. Mit "Amazing grace" inklusive eines tollen Dudelsack-Solo von Sabine Meier-Ude steuerte das Konzert auf sein Ende zu. Doch ohne Zugaben ließen die Zuhörer die Folk-Band nicht von der Bühne.

Mike Groneberg vom Rosengarten-Verein war glücklich, dass wenigstens ein kleines Event in der schönen Anlage möglich war, denn Corona hatte fast allen für den Sommer geplanten Veranstaltungen einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Zwar wurde für das Konzert kein Eintritt verlangt, doch ein Sparschwein freute sich über freiwillige Spenden zugunsten des Rosengartens.

Kerstin Kaminsky

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