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Hadamar: Im Freibad ist Winterruhe eingekehrt

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Von: Anken Bohnhorst

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Zum letzten Mal prüft Schwimmmeister Peter Weyer das Wasser im Hadamarer Freibad. Dann ist Schluss.
Zum letzten Mal prüft Schwimmmeister Peter Weyer das Wasser im Hadamarer Freibad. Dann ist Schluss. © Anken Bohnhorst

Nach 26 Jahren stellt Schwimmmeister Peter Weyer zum letzten Mal die Pumpe aus

Hadamar -Die Freibadsaison in der Hadamarer Hexenschlucht ist vorbei. Auch der Dienst von Schwimmmeister Peter Weyer am und im Wasser ist beendet. Einige Aufgaben muss er in „seinem“ Revier noch erledigen, dann verlässt Weyer ebenfalls die Anlage. Nach 26 Jahren.

Während der letzten drei Jahre sei er eine „Leihgabe der Stadt“ an den Betreiber Bäderservice Andreas Gravelius gewesen, sagt der 44-Jährige. Jetzt gebe es einen Nachfolger für seinen Posten im Freibad und für ihn eine neue Aufgabe in der Stadt. Aber vorher muss das Schwimmbad für die schwimmerlose Zeit der kommenden Monate hergerichtet werden.

Rettungsringe, Leinen, Absperrbänder und Sonnenschirme wurden bereits abgebaut, gereinigt und in einer leerstehenden Umkleidekabine verstaut. Die Bänke, die während des Badebetriebs um das Becker herum gruppiert sind, wurden demontiert, gestapelt und weggeräumt. Das Wasser aus dem Planschbecken ist abgelassen. Die auf dem Boden aufgemalten Delfine liegen auf dem Trockenen. Im großen Schwimm- und Springbecken bleibt das Wasser dagegen im Bassin. Nur um etwa 20 Zentimeter werde der Wasserstand während der Herbst- und Wintermonate abgesenkt. Wegen Regen, Schnee und Eis, erklärt Weyer und beugt sich über den Beckenrand. Am Montagabend habe die Wassertemperatur noch 24,4 Grad betragen. Die DLRG hatte ihre Abschlussveranstaltung für Rettungsschwimmer, die hier ihre Ausbildung absolvierten. Auch die ist jetzt abgeschlossen.

Was noch zu tun ist, hat mit der Schwimmbadtechnik zu tun, sagt Weyer. Mit Filtern, die gespült, und mit Wasserleitungen, die entleert werden müssen, damit der Frost nicht in die Schläuche und Rohre kriecht. Die Solarabsorberanlage hat Weyer schon ausgeschaltet. Jetzt müssen noch die Chlorgasflaschen abgeholt werden. Und dann steigt Peter Weyer im Technikraum ein paar Stufen zum Schaltkasten hinab und stellt die Pumpe ab.

Das war’s. Auch für ihn. 26 Jahre im Hadamarer Freibad „waren eine gute Zeit“, fasst Weyer zusammen. Gerade dieser Sommer habe ihm Spaß bereitet. Bis zu den Ferien kamen rund 1000 Gäste täglich, dann waren es weniger; täglich 300 bis 400 wurden gezählt. „Wahrscheinlich sind sehr viele Menschen verreist, weil es in diesem Jahr wieder ging“, vermutet er. Einsätze hatte er dennoch, sogar mehr als früher. Dreimal musste der Schwimmmeister ins Becken springen und Kinder herausziehen, weil sie nicht schwimmen konnten. Auch ein paar Erwachsene gingen unter - aus Unachtsamkeit und Unvermögen, kommentiert Weyer -, konnten aber gerettet werden. Die Zahl der Nichtschwimmer sei in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Auf diese Entwicklung schaue er mit Sorge.

Noch nie so viele Insektenstiche

Und etwas anderes findet er ebenfalls beunruhigend. „Wir hatten noch nie so viele Insektenstiche wie in diesem Jahr“, und er habe noch nie eine derart dramatische Reaktion auf einen Wespenstich erlebt, berichtet Weyer. Das Opfer war seine eigene Frau. Die habe sich im Kassenbereich mit einem Badegast unterhalten, sei von einer Wespe gestochen worden und erlitt einen allergischen Schock. Der Notarzt musste gerufen und seine Frau im Krankenhaus versorgt werden. Der Schreck war groß, im Rückblick auf 26 Jahre dennoch allenfalls ein Detail.

Wird er das Freibad vermissen? Keineswegs, sagt Weyer. Sein neuer Arbeitsplatz ist im städtischen Bauhof, und dessen Mitarbeiter sind auch für die Grünanlage des Schwimmbads zuständig. Dafür, dass der Rasen gemäht und die Büsche geschnitten, dass die Bäume gestutzt und deren Laub abtransportiert wird. Da ist Peter Weyer dabei.

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