Die Glasfaser durchzieht Hadamar und erreicht jetzt auch das Rathaus. Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) ist zufrieden.
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Die Glasfaser durchzieht Hadamar und erreicht jetzt auch das Rathaus. Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) ist zufrieden.

Beeinträchtigungen und Beschwerden

Hadamar: Irrungen und Verwirrungen um die Glasfaser

  • VonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Bürgermeister fordert Verständnis für Baumaßnahmen

Hadamar -Seit Monaten werden im Hadamarer Stadtgebiet Glasfaserkabel verlegt. Für Gesprächsstoff sorgt diese Entwicklung noch immer. Die Baumaßnahmen führten immer wieder zu Beeinträchtigungen und Beschwerden, berichtete Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung und warb um Verständnis. Andere Kommunen würden sich "diesen Ausbau sehnlichst wünschen, aber noch lange nicht an der Reihe" sein. Die Arbeiten würden vereinbarungsgemäß vorgenommen, Sorgen etwa über minimale Höhenunterschiede zwischen altem und neu verlegtem Pflaster könne er ebenfalls entkräften. Die als Stolperfallen wahrgenommenen Absätze entsprächen der DIN und würden sich im Laufe der Zeit "durch Befahrung" nivellieren.

Zum aktuellen Stand der Maßnahmen teilte der Bürgermeister mit: "Die beiden kooperierenden Unternehmen Telekom und Syna haben sich inzwischen bei der Verlegung von Glasfaserleerrohren sowie bei Erdverkabelungsarbeiten für Strom von Niederhadamar bis in die Kernstadt vorgearbeitet."

Als nächstes soll es in der Gerlachstraße, Haidaer Straße, Egermannstraße und einem weiteren Teil der Faulbacher Straße weitergehen. Bis zum Ende des Jahres soll die Verlegung der Leerrohre in Niederhadamar abgeschlossen sein. Die Herstellung der Hausanschlüsse erfolgt im Anschluss an die Vermarktung der Telekom. Seit Juli baut Ruoff zufolge auch die Nokia im Auftrag von Vodafone, des zweiten Anbieters in der Stadt. In Niederweyer und Teilen Oberweyers seien Leerrohre verlegt worden. Nun sei das Unternehmen in Nieder- und Oberzeuzheim aktiv. Teilweise würden bereits Hausübergabepunkte geplant.

Vollabdeckung angestrebt

Zu Irritationen in der Bürgerschaft hatten unter anderem die unterschiedlichen Vermarktungsstrategien der beiden Anbieter geführt. Denn während Vodafone früh mit der Vorvermarktung begann und diese im Frühsommer offiziell beendet hat, kündigte die Telekom an, erst im kommenden Jahr die Vorvermarktung aufzunehmen. "Wer also in Hadamar, Niederhadamar, Faulbach oder in der Obergasse in Niederzeuzheim wohnt und einen Vertrag mit der Telekom anstrebt, muss bis dahin erst einmal nicht aktiv werden", erläutert der Bürgermeister in einem Schreiben.

Geduld ist allerdings trotzdem erforderlich. Auch sollten sich Interessierte derweil nicht von Aussagen der Mitarbeiter der Telekom-Hotline "beirren" lassen, wonach in Hadamar kein Ausbau geplant sei, sagt Michael Ruoff. Denn "dieser ist lediglich noch immer nicht im entsprechenden System der Telekom-Hotline hinterlegt". Ebenfalls unklar sind die Anschlussmöglichkeiten für weiter außerhalb gelegener Liegenschaften. Dazu fänden Prüfungen statt, sagt Ruoff. "Auch hierzu wird die Stadt, die weiterhin eine Vollabdeckung anstrebt, zu gegebener Zeit informieren."

Keine Informationen hat die Verwaltung indes zu den Arbeitsbedingungen der am Breitbandausbau beteiligten Firmen. Danach hatte sich die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung erkundigt. Hintergrund ist die Befürchtung, "dass vor allem ausländische Sub-Unternehmen beziehungsweise deren Mitarbeiter nicht nach dem in Deutschland derzeit gültigen Mindestlohn entlohnt werden", formuliert Fraktionssprecherin Sabine Hirler in der Anfrage ihrer Partei. Auch stehe zu befürchten, dass das Arbeitsschutzgesetz bisweilen missachtet werde.

Die Haltung der Stadt ist hierzu eindeutig: "Die Stadt Hadamar ist nicht Auftraggeber für den Breitbandausbau", stellte Bürgermeister Michael Ruoff klar. Auftraggeber seien Telekom und Vodafone, die ihre Projekte eigenwirtschaftlich realisierten. "Die Stadt hat keinen Einfluss auf die am Ausbau beteiligten Firmen." Verträge zwischen der Verwaltung und beauftragten Sub-Unternehmen bestünden nicht. "Über die Arbeitsbedingungen können wir daher keine Aussagen treffen."

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