Dieses gelungene Foto benutzt "Lilly Moments" als Profilbild.
+
Dieses gelungene Foto benutzt "Lilly Moments" als Profilbild.

Kultur

Hadamar: Menschen im Dialog mit dem Kunstwerk

Lidwina Willert veröffentlicht ihre Fotografien unter dem Namen "Lilly Moments" im Internet

Niederzeuzheim -Wer ist eigentlich "Lilly Moments"? Wer ist die Frau, die sagt: "Ein Tag ohne Fotografie geht gar nicht, und Fotografieren ist für mich wie Tagebuch schreiben!"

Hinter dem Künstlernamen "Lilly Moments" verbirgt sich Lidwina Willert aus Niederzeuzheim. Und sie fügt an: "Mit einer Kamera in der Hand tust du Dinge, die du sonst nie machen würdest (Alan Schaller). So geht es mir oft, wenn ich vor einem berühmten Sportler oder Künstler stehe: mit der Kamera in der Hand habe ich keine Scheu. Da traue ich mich einfach und spreche ihn an". Bilder von "Lilly Moments" finden sich in großer Anzahl und annähernd täglich neu bei Facebook, bei oberlahn.de und in inzwischen 95 (privaten) Fotobüchern. Ausstellungsbeteiligungen gab es fünf Mal im Limburger Kreishaus und einmal in der Kreissparkasse.

Und es gibt kaum eine wichtige Kunstausstellung ohne Lilly: Ihr persönliches Kennzeichen sind Aufnahmen von Menschen, die sie von hinten beim Dialog mit den Kunstwerken ablichtet. Und dafür nimmt sie auch weite Strecken in Kauf, beispielsweise bis nach Leipzig oder Stockholm.

Lidwina Willert wurde am 26. Februar 1956 als einzige Tochter neben zwei Buben von Hildegard und Robert Geis geboren. Sie wuchs auf dem Bauernhof der Familie in Niederzeuzheim auf. An der Realschule in Hadamar legte Lidwina ihre mittlere Reife ab. Dort weckte der Kunst- und Werklehrer - der Fotograf Walter Flögel - ihr Interesse an künstlerischer Gestaltung.

Gelungener Schnappschuss

Die berufliche Laufbahn führte Lidwina Willert als Finanzbeamtin an das Finanzamt Limburg. Ihren Ehemann Johannes Willert lernte sie schon früh mit 16 Jahren in einer Diskothek in Hadamar kennen. 1976 trat das junge Paar vor den Traualtar. Sohn Henrik wurde 1983 geboren. Bei einer Südafrikareise mit der Volkshochschule im Jahr 2002 fand die Liebe zur Fotografie ihren Anfang. Seit 30 Jahren ist die aktive Frau auch Leiterin der Außenstelle Niederzeuzheim der Kreisvolkshochschule.

Das Interesse an Kunst wurde schon mit 16 Jahren geweckt, als Lidwina erstmals Werke von Victor Vasarely entdeckte. "Und als vor zwei Jahren das Frankfurter Städel dessen Bilder zeigte, besuchte ich die Ausstellung drei Mal - und von da an war meine Begeisterung für die Gegenwartskunst voll und ganz entflammt".

Mit der Eröffnung des Weilburger Museums Rosenhang boten sich nun regelmäßig Ausstellungen, ohne nach Frankfurt oder anderswohin fahren zu müssen, und Lilly stellte ihre Aufnahmen auch weiterhin bei Facebook ein. Als ihr im Kölner Ludwigmuseum ein Schnappschuss gelang, der eine von Kopf bis Fuß in orange gehüllte Frau vor einem Kunstwerk in Orange zeigte, war das der Beginn der Vorliebe für Motive von "Menschen von hinten im Dialog mit Kunstwerken". Aber auch Städte und Landschaften hält Lilly in außergewöhnlichen Perspektiven fest. Die Sportfotografie hat es ihr ebenfalls angetan.

Vor mehr als zwei Jahren legte sie sich ein eigenes Profilbild zu: Anlässlich der FLUX4ART, der Rheinland-Pfalz Landeskunstschau 2018, hat sie sich selbst von einem Freund fotografieren lassen: "Über die Schulter und vor dem Hintergrund wiederholt sich mein Foto als Ausschnitt auf dem Display", schildert Lilly, "ich habe mir dieses schöne Motiv von mir sogar auf ein Shirt drucken lassen, das ich oft trage, wenn ich auf Vernissagen gehe". Dies ist nun aufgrund von Corona schon länger nicht mehr möglich. "Ich hoffe so sehr, dass ich in 2021 wieder zu Kunstausstellungen und Konzerten gehen darf", sagt sie.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare