Die Streckenführung des Radwegs zwischen Niederzeuzheim und Thalheim soll geändert werden. Das hatte Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) bereits im Oktober angekündigt.
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Die Streckenführung des Radwegs zwischen Niederzeuzheim und Thalheim soll geändert werden. Das hatte Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) bereits im Oktober angekündigt.

Diskussion um Radweg

Hadamar: Neue Strecke für Radweg oder weiter entlang der Landesstraße?

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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CDU stellt "Abwägungsverantwortung" von Bündnis 90/Die Grünen in Frage

Hadamar -Der Radweg zwischen Niederzeuzheim und dem Dornburger Ortsteil Thalheim, ein Teil der "Nassau-Wäller-Radrunde", soll eine neue Streckenführung erhalten. Bündnis 90/Die Grünen halten das für eine ökologische Fehlentscheidung und hinsichtlich des Genehmigungsverfahrens für fragwürdig. Stephan Schumm, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands, weist diese Vorwürfe zurück. Er sagt an die Adresse des erst vor knapp zwei Jahren gegründeten Grünen-Ortsverbands: Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) verfüge über mehr als 40 Jahre Erfahrung in der Kommunalverwaltung und benötige von den Grünen "sicherlich keine Hinweise bezüglich des Genehmigungsverfahrens oder auch im Umgang mit Pachtverträgen".

Worum geht es? Der vorhandene Weg zwischen Niederzeuzheim und Thalheim führt durch ein Wohngebiet und ist teilweise steil. "Zudem muss man auf Höhe des Reit- und Fahrvereins die vielbefahrene Landesstraße Richtung Frickhofen passieren, noch dazu entgegen der eigentlichen Fahrtrichtung", begründete der Bürgermeister den Beschluss des Magistrats und löste damit beim Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen heftige Kritik aus.

In einer umfangreichen Stellungnahme, die die Ökopartei gegenüber dieser Zeitung Ende Dezember abgab, wiesen die Grünen darauf hin, dass dieses Projekt das Ökosystem nachhaltig beeinträchtigen werde. Sollte die Strecke entlang des Salzbachtals realisiert werden, würden wertvolle Feuchtwiesen zerstört, der Lebensraum des dort angesiedelten Eisvogels zerstört und ein dort bestehender Pachtvertrag mit einem Landwirt verletzt. Auch das Argument, den teilweise steilen Streckenverlauf abzumildern, lassen die Grünen nicht gelten. Man lebe schließlich im Nassauer Land und nicht in der norddeutschen Tiefebene. "Es bleiben Zweifel, ob durch den neuen Radweg eine signifikante Verbesserung zu erzielen ist", bilanzierten die Grünen ihre Einschätzung des Vorhabens.

Dieses Fazit versetzt wiederum die Mitglieder des CDU-Stadtverbands in Erstaunen. "Durch die Umverlegung der Nassau-Wäller Radtour ins Salzbachtal wird nicht nur eine attraktivere Route sondern auch ein neuer bequemer Spazierweg für Niederzeuzheim entstehen", sagt der CDU-Fraktionsvorsitzender Bernhard Pietsch. Er sei sich sicher, dass mit der neuen Strecke mehr Bürger aufs Fahrrad umsteigen. Das ökologische Bewusstsein erhielte neuen Schwung und die geplante Verbindung zwischen Niederzeuzheim und Thalheim mehr Sicherheit für die Radfahrer, bestätigt auch die CDU-Stadtverordnete Andrea Ammann. Immerhin lasse sich mit der neuen Radroute die Landesstraße vermeiden. Umso seltsamer sei es, dass die Grünen die Weiterführung des Radweges auf bestehenden Straßen bevorzugen, finden die Christdemokraten.

Warum die Grünen dieses Verbesserungspotenzial nicht erkennen, versteht auch ihr Parteikollege Stephan Schumm nicht. "Die Grünen scheuen sich hier offensichtlich vor der notwendigen Abwägungsverantwortung. Sie fordern zwar in ihren bunten Broschüren neue Radwege, wollen aber gleichzeitig keine Veränderung in der Natur", sagt er. Nur: Beides lasse sich eben nicht miteinander vereinbaren.

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