Wenn das Gerüst abgebaut ist, soll die Fassade des Hadamarer Schlosses wie neu aussehen. Als nächstes ist der Turm auf der Nordseite dran.
+
Wenn das Gerüst abgebaut ist, soll die Fassade des Hadamarer Schlosses wie neu aussehen. Als nächstes ist der Turm auf der Nordseite dran.

Sanierung kostet 83 000 Euro

Hadamar: Neuer Glanz fürs alte Schloss

  • Sabine Rauch
    vonSabine Rauch
    schließen

Der Nordflügel des Hadamarer Schlosses ist eingerüstet: Die Fassade an der Innenseite bekommt einen neuen Anstrich. Bis Mitte Juli sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Hadamar -16 Jahre ist der letzte Anstrich her. Da wurde es mal wieder Zeit: Seit ein paar Wochen steht am Nordflügel des Hadamarer Schlosses ein Gerüst. Jetzt sind die Maler an der Fassade zum Innenhof am Werk. Und weil das Gebäude, so wie wir es heute sehen, aus dem 17. Jahrhundert stammt und unter Denkmalschutz steht, müssen die Arbeiten natürlich von Experten gemacht werden und unter Berücksichtigung aller denkmalschutzrechtlichen Vorgaben - damit die ehemalige Residenz der Fürsten zu Nassau-Hadamar wieder so schön wird, wie sie einmal war.

Mitte Juli sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann soll auch der Turm wieder in jenem gebrochenen Weiß erstrahlen, das auch den Rest der Fassade ziert. Mit der Zeit hatte sich ein Graugrün breit gemacht. Bedingt durch die schattige Lage sei es an der Fassade der Innenseite zu Moosbildung gekommen, teilte Alexander Hoffmann, der Sprecher des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (kurz: LBIH), mit.

Das Schloss gehört dem Land. Es vermietet einige Teile an die Stadt oder den Kreis, bleibt aber verantwortlich für den Bau, auch dann, wenn etwas auszubessern ist. "Die Pflege und Erhaltung historischer Bauwerke stellen eine Daueraufgabe dar", sagt Alexander Hoffmann. Das Land investiere fortwährend in die Unterhaltung des Hadamarer Schlosses, zuletzt seien Teile des Parkettbodens instand gesetzt und Schlaglöcher im Innenhof ausgebessert worden. Und nun sei eben die Dachrinne auf der Schloss-Innenhofseite dran gewesen, damit das Regenwasser in Zukunft besser ablaufen kann. Außerdem mussten ein paar Fenster im Dachgeschoss ausgebessert und die Fassade gestrichen werden.

Rund 83 000 Euro werde die Sanierung kosten, sagte der LBIH-Sprecher. Das seien "marktübliche Preise". Schließlich müsse die Fassade erst gereinigt und dann mit einer Farbschicht gegen schnellen Moosbewuchs versehen werden. Und zu guter Letzt werde die Fassade mit einer Silikatfarbe gestrichen - so wie es sich für ein denkmalgeschütztes Gebäude gehört.

Und weil die Maler nun schon mal da sind, bekommt auch der Durchgang zum Schlosshof wieder einen Anstrich, der alle Denkmalschutz-Auflagen erfüllt. Das hat er lange nicht: Weder der Farbton (Weiß) noch die Farbart (Dispersionsfarbe) entspricht den Vorgaben des Denkmalschutzes. Nur war das offenbar bislang niemandem aufgefallen.

Zumindest hatte es niemanden gestört. Weder die Denkmalschützer, die im Schloss ihre Büros haben, noch die Mitarbeiter der Stadt, die sich um die Weitervermietung der Aula, der Schlossküche oder des Schlossinnenhofs kümmern. Auch für ihn sei das "kein Vorgang", sagt Bürgermeister Michael Ruoff. Offenbar hätten sich Mitarbeiter des Bauhofes vor drei oder vier Jahren, so genau wisse das niemand mehr, ein paar Eimer Farbe genommen und den Durchgang gestrichen, um schnell die Spuren eines Frühlingsfestes oder Weihnachtsmarktes und ein paar Graffiti zu übermalen.

Er sei sicher, dass die Männer vom Bauhof nur Gutes für das Erscheinungsbild des Schlosses tun wollten, sagt Ruoff. "Auf alle Fälle wird das keine große Epoche in der Geschichte des Schlosses sein." Das sieht auch der Bauherr so: Er wolle das nicht kommentieren, sagt Alexander Hoffmann. Die Maler sollten aber jetzt auch hier wieder für "ein einheitliches, denkmalschutzgerechtes Farbbild" sorgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare