943 000 Euro soll die Renovierung und Neugestaltung des Stadtmuseums kosten. Das ist mehr als doppelt so viel als der ursprünglich angesetzte Betrag.
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943 000 Euro soll die Renovierung und Neugestaltung des Stadtmuseums kosten. Das ist mehr als doppelt so viel als der ursprünglich angesetzte Betrag.

Die SPD ist dagegen

Hadamar: Renovierung des Stadtmuseums soll doppelt so teuer werden

  • VonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Gesamtkosten von 943 000 statt 420 000 Euro - Sozialdemokraten lehnen das Konzept ab

Hadamar -Das Museum am Schlossplatz ist der Stadt lieb - und sehr teuer. Denn das jetzt ausgearbeitete Konzept zur Renovierung und Neugestaltung weist Gesamtkosten von 943 000 Euro aus und damit einen Betrag, der mehr als doppelt so hoch ist wie im Haushalt 2020 beschlossen. Die SPD will da nicht mitgehen. Die Maßnahme sei unverhältnismäßig, sagt deren Fraktionsvorsitzender Marius Lorkowski. "Mit uns gibt es keine Museumsrenovierung um jeden Preis!" Und Christoph Speier von Bündnis 90/Die Grünen meint mit Blick auf die Zahlen: "Da muss sich jemand verrechnet haben."

Tatsächlich hatten die Stadtverordneten in den letzten Haushaltsberatungen entschieden, dem Hadamarer Stadtmuseum einen Attraktivitätsschub zu verleihen und das Besichtigungsangebot gründlich aufzupeppen. 420 000 Euro wurden dafür bis 2024 eingeplant. Ein Teil dieser Investitionen sollte durch verschiedene Förderprogramme bezuschusst werden. Wie das jetzt mehr als doppelt so teure Projekt konkret finanziert werden soll, hatte Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) in der letzten Stadtverordnetenversammlung dargestellt. Danach soll der Gesamtbetrag von 943 000 Euro über Zuschüsse vom Museumsverband in Höhe von 331 000 Euro und vom Leader-Programm in Höhe von 81 000 Euro gegenfinanziert werden. Die verbleibenden 531 000 Euro sollen mit 282 000 Euro aus der Hessenkasse gedeckt werden, so dass noch 282 000 Euro finanziert werden müssen. "Damit wären gegenüber der Ursprungsplanung neben den Mitteln aus der Hessenkasse weitere 102 500 Euro zur vollständigen Finanzierung aufzubringen", hatte Ruoff vorgerechnet.

Die Sozialdemokraten überzeugt dieses Rechenmodell indes nicht. Während die Kosten für ein rundum verbessertes Museum jetzt mehr als doppelt so hoch angesetzt würden, ergäben sich "im Bereich der Förderungen negative Folgen für die Stadtkasse". Denn die Vorlage der Verwaltung sehe vor, dass die Stadt "nun erheblich mehr für die Renovierung und Neugestaltung des Stadtmuseums aus Eigenmitteln aufbringen soll als im Jahr 2020 beschlossen". Bereits damals hatte die SPD-Fraktion bei den Haushaltsberatungen das aus ihrer Sicht unverhältnismäßig teure Konzept abgelehnt. Dem Haushalt im Gesamten hatte die Fraktion indes zugestimmt.

Zur aktuellen Entwicklung sagt Lorkowski: Das Projekt befindet sich in der Planungsphase - und schon jetzt steigen die Kosten. "Weitere Kostensteigerungen sind, wie die Erfahrung zeigt, nicht unwahrscheinlich." Grünen-Sprecher Speier hatte in der Stadtverordnetenversammlung gesagt, ihm werde angesichts der Kosten für das Stadtmuseum "mulmig", wenn gleichzeitig andere Stadtteile zum Sparen ermahnt werden. Und SPD-Fraktionsvorsitzender Lorkowski betont, in den nächsten Jahren stünden schließlich "viele Projekte an, die einen großen Mehrwert für breite Teile der Bevölkerung mit sich bringen". Zum Beispiel die Aufwertung des Spielplatzes in Oberweyer und in anderen Stadtteilen oder der Neubau und die Renovierung der Kindergärten in der Kernstadt oder auch kostenintensive Straßenbaumaßnahmen, wie sie etwa die Bürger der Niederzeuzheimer Obergasse erleben.

Vor diesem Hintergrund sei es "absolut unverhältnismäßig, das Stadtmuseum mit solch hohen Investitionskosten auszustatten, die möglicherweise negative Auswirkungen auf die oben genannten Projekte mit sich bringen". Lorkowskis Fraktionskollegin Renate Kreis ergänzt: "Durch die Renovierung des Stadtmuseums sehen wir für einen Großteil unserer Bürgerinnen und Bürger keinen Mehrwert, der diese horrenden Kosten rechtfertigen würde."

Bürgermeister Ruoff zufolge wird der von ihm vorgestellte Nachtragshaushalt in der kommenden Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses diskutiert. Dessen Mitglieder treffen sich am Donnerstag, 15. Juli. Die Sozialdemokraten haben bereits angekündigt, dem Zahlenwerk "unter diesen Umständen nicht zuzustimmen und an dem ursprünglichen Kostenrahmen für das Stadtmuseum festzuhalten".

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