Einigkeit beim Ortsbeirat Hadamar: Die Anlage unterhalb der Kita Marienfried ist ein Juwel unter den Spielplätzen.
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Einigkeit beim Ortsbeirat Hadamar: Die Anlage unterhalb der Kita Marienfried ist ein Juwel unter den Spielplätzen.

Spielplätze inspiziert

Hadamar: Schöner schaukeln auf den Spielplätzen der Kernstadt

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Ortsbeirat auf Besichtigungstour: Viele Anlagen sind in Ordnung, Verbesserungspotenzial gibt es trotzdem

Hadamar -Die Kinderspielplätze in der Kernstadt, in Niederhadamar und Faulbach sind in Ordnung, können aber verbessert werden, weshalb der Ortsbeirat für jede der Anlagen 10 000 Euro in den städtischen Haushalt 2022/23 eingestellt haben möchte. Das ist das Fazit einer zweistündigen Spielplatz-Tour des Ortsbeirats Hadamar, die von "In der Host", über "Im Boden", dem Spielplatz an der geplanten Zentralen Sportanlage sowie dem an der Franz-Alfred-Muth-Straße, am Neumarkt, dem Spielgelände unterhalb der Kita Marienfried schließlich nach Faulbach führt. Mit dabei auf dieser Reise zu Rutschen, Klettergerüsten und Trampolins sind auch Nicole Blotz und Annika Reingen-Ries vom Bündnis familienfreundliches Hadamar, der Grünen-Stadtverordnete Christoph Speier sowie Michael Lassmann (CDU), Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung. Die Begeisterung der Teilnehmer für die Plätze - so viel kann verraten werden - steigert sich entlang des Weges.

Einer der Ältesten unter den Spielplätzen ist "In der Host" in Niederhadamar. Ursprünglich sei das gesamte, etwa 10 000 Quadratmeter große Areal Spielfläche gewesen, berichtet Ortsvorsteher Andreas Egenolf (CDU). Jetzt ist der Bereich begrünt und von Wegen durchzogen; der Spielplatz wurde verkleinert, eingezäunt und in eine Ecke geschoben. Verbesserungspotenzial gibt es, findet Egenolf und schlägt eine Boccia-Bahn vor. Annika Reingen-Ries vom Bündnis familienfreundliches Hadamar plädiert für einen Fahrrad-Parcours. Einen Mangel an Kindern gebe es in Niederhadamar jedenfalls nicht. Rund 700 Jungen und Mädchen besuchen hier die Grundschule.

Sehr viel neuer ist die Anlage "Im Boden". Wippe, Kletterturm, Vogelnest-Schaukel und Rutsche sind vorhanden. Allerdings auch ein großer Felsblock, der mitten aus der Wiese ragt und Nicole Blotz zufolge "prädestiniert ist, sich den Kopf aufzuschlagen". Was fehlt sind dagegen Sitzmöbel und schattenspendende Bäume.

Für mehrere Generationen attraktiv

Größeren Mangel, wenn auch in herrlicher Aussichtslage, weist der Spielplatz an der geplanten Zentralen Sportanlage auf. Neben einer einsamen Reckstange gibt es hier eine Schaukel. Mehr nicht. Weitere Spielgeräte lägen im Bauhof und warteten auf ihre Montage, zitiert Blotz eine Auskunft der Verwaltung. Die habe sie vor ein paar Jahren erhalten. Geschehen sei seither - nichts.

"Richtig schön", finden die Teilnehmer der Rundreise die Anlage an der Franz-Alfred-Muth-Straße. Zwar sei viel Beton verbaut, aber die Fläche biete eben auch viele Möglichkeiten, etwa um sie für mehrere Generationen attraktiv zu gestalten. Sportgeräte für Erwachsene oder ein Groß-Schachspiel werden hier auf die Wunschliste gesetzt. Und wie fast überall: Tisch und Bänke.

Die fehlen auch in der Grünanlage am Neumarkt, in deren Mitte ein hölzernes Piratenschiff segelt. Mitten in der Kernstadt ist dieser Spielplatz ein Kleinod, sagt Ortsvorsteher Egenolf. Nur sei Holz sehr pflegeintensiv. Das müsse man bedenken. Die Fläche teilweise mit Sand aufzufüllen, muss Reingen-Ries zufolge überdacht werden. Wegen der Katzen und wegen Glasscherben, die darin landen könnten. Ob hier ein Bolzplatz entstehen kann, wie ihn sich Christoph Speier von Bündnis 90/Die Grünen vorstellt, müsse ebenfalls geklärt werden, sagt Egenolf. Die Anwohner reagierten auf diese Aussicht möglicherweise skeptisch.

Wenige Meter entfernt gibt es eine weitere Oase in Hadamars Spielplatzlandschaft. Unterhalb der Kita Marienfried liegt ein Spielplatz, mit eingewachsenem Baumbestand, die den Spielgeräten ausreichend Schatten spenden. Der Zustand der Anlage ist gut, lautet die mehrheitliche Meinung. Einziger Minuspunkt an diesem Gelände sind die fehlenden Sitzmöglichkeiten für Eltern und Großeltern. Nur eine Bank ist aufgestellt.

Der schönste Spielplatz aber, da sind sich die Ortsbeiräte einig, ist in Faulbach. Das sanft abfallende Gelände hinter der Bushaltestelle mit verschiedenen Spielgeräten und einer kleinen Hütte ist gepflegt, "tip-top in Schuss", sagt Egenolf. Tatsächlich sei der Zulauf auch aus anderen Stadtteilen groß, bestätigten die Faulbacher Ortsbeiräte Marius Lorkowski (SPD) und Sarah Valle-Herrera (Bündnis 90/Die Grünen). Damit das künftig für alle Spielplätze gilt, will der Ortsbeirat insgesamt 70 000 Euro aus dem städtischen Haushalt bekommen.

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