Besonders einladend ist der Spielplatz nicht. Zudem gibt es keinen Schatten für Kinder und deren Begleiter.
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Besonders einladend ist der Spielplatz nicht. Zudem gibt es keinen Schatten für Kinder und deren Begleiter.

Kritik an Spielplätzen

Hadamar: Schöner spielen in der Schulstraße

  • VonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Vertreter vom Ortsbeirat fordern, das Gelände attraktiver zu gestalten - Bürgermeister hält dagegen

Oberweyer -Rechtzeitig vor seiner 1250-Jahr-Feier will sich der Stadtteil Oberweyer in Form und Farbe bringen. Dazu hat sich bereits im vergangenen Jahr ein Lenkungsausschuss gebildet, der 70 freiwillige Helfer und 18 Projekte koordiniert. Die sollen, wenn schon nicht vollständig realisiert, so doch angestoßen werden.

Zum Beispiel eine Verbesserung des Spielplatzes an der Schulstraße, den die Ortsbeiräte schon bei ihrer konstituierenden Sitzung als desolat bezeichnet und auf ein Konzept zur Neugestaltung hingewiesen hatten. Das sieht ein Kostenvolumen von rund 95 000 Euro vor; 75 000 Euro davon sollen über den Haushalt der Stadt finanziert werden, wenn es nach dem Willen des Ortsbeirats Oberweyer geht. Die übrigen 20 000 Euro will das Dorf aus eigener Kraft stemmen.

Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) hatte bei der Beantwortung einer Anfrage der SPD zur Spielplatzsituation im gesamten Stadtgebiet zurückgewiesen, dass der Spielplatz in diesem Zustand desolat sei. Alle Geräte würden wöchentlich geprüft. Lediglich die Beschattung des Areals sei unzulänglich. Zu möglichen Ausgaben und Kosten hatte er gesagt: "Die vom Ortsbeirat im Jahr 2019 beantragten Mittel für Spielgeräte für die Haushaltsjahre 2020/21 sollen in das Konzept der Neugestaltung des Spielplatzes einfließen". Die Kalkulation für das Equipment beläuft sich auf 11 000 Euro.

Trostloses Terrain

Dass es damit nicht getan sein wird, hat Ortsbeirat Jörg Bill von der Bürgerinitiative "Wir für Hadamar (WfH)" jetzt erneut bekräftigt. Seine Fraktion lud vor wenigen Tagen zu einem Spaziergang zum Spielplatz in der Schulstraße ein und führte noch einmal die Trostlosigkeit des Terrains vor: Altglascontainer säumen den Eingangsbereich. Auf dem großen Rasenstück stehen Rutsche, Klettergerüst und Wippen wie verlassene Gerippe. Und für den Schatten auf dem Platz wird in einigen Jahren möglicherweise jene Tanne sorgen, die sich derzeit am Zaun krümmt. Für einen Spielplatz reiche das nicht. Dieses Angebot sei für Kinder völlig unattraktiv, findet Ortsbeirat Bill und verweist auf die Altersstruktur. "Der prozentuale Anteil an unter 18-Jährigen liegt in Oberweyer bei 20 Prozent." Sie alle seien "potenzielle Nutzer des Spielplatzes". Für sie hat das Projektteam des Dorfes daher das neue Spielplatz-Konzept entwickelt.

Bürgermeister Ruoff bleibt indes dabei. "Die Spielplätze der Stadt sind in einem sicheren Zustand und werden wöchentlich geprüft." Gespräche "mit Besuchern vor Ort zeigen, dass kaum Unzufriedenheit über die Ausstattung besteht". So lautet seine Antwort auf die Anfrage der SPD zur Spielplatzsituation.

Zu dieser Einschätzung des Verwaltungschefs haben jedoch nicht allein die Ortsbeiräte aus Oberweyer eine andere Meinung. So hatte beispielsweise eine Spielplatz-Tour des Ortsbeirats Kernstadt, Niederhadamar und Faulbach im Frühsommer ebenfalls eine große Varianz bei Lage, Zustand und Ausrüstung der Spielbereiche ausgewiesen. Während etwa "In der Host" lediglich ein eingezäunter Eckbereich mit Spielgeräten zur Verfügung steht, sind die Möglichkeiten "In der Höhle" vielfältiger, allerdings ohne ausreichende Sitzmöglichkeiten und ohne schattenspendende Bäume. Hier suche die Verwaltung nach kurzfristigen Lösungen, "da die natürliche Beschattung der Plätze mit Bäumen sehr zeitintensiv ist". Die beste Bewertung des Hadamarer Ortsbeirats erhielt damals der Spielplatz in Faulbach.

Das bestätigt auch Bürgermeister Ruoff in seiner Stellungnahme. Die Anlage in Faulbach "wird sehr gut angenommen". Und die anderen Spielplätze schneiden ihm zufolge ebenfalls gut ab. Die Topographie der Plätze sowie technische Normen "grenzen die Möglichkeit der Umsetzung aller Wünsche ein".

Dennoch: "Bei Erläuterung der Eckpunkte, warum nicht alle Wünsche der Nutzer umgesetzt werden können, zeigen die Bürgerinnen und Bürger Verständnis", sagt Ruoff. Das Verständnis in Oberweyer ist indes gering ausgeprägt. Der Spielplatz in der Schulstraße muss attraktiver werden, sagen die Männer vom Ortsbeirat. Dass hier etwas für den Nachwuchs geschehen müsse, sei offensichtlich.

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