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Michaela Lanio vom Ordnungsamt (von links), Bürgermeister Michael Ruoff (CDU), Kriminaldirektor Frank Göbel und Polizeioberkommissarin Claudia Lehnhäuser bei der Übergabe des Siegels. foto: stadt

"Kompass-Kommune"

Hadamar: Sicherheitssiegel für die Stadt

Polizei, Verwaltung und Bürger sollen "passgenaue Lösungen" erarbeiten.

Jetzt ist es offiziell: Die Stadt Hadamar ist ab sofort "Kompass-Kommune". Sie nimmt am "Kommunalprogramm Sicherheitssiegel" teil. Ziel dieser Initiative des Hessischen Innenministeriums ist es, "die Sicherheitsarchitektur in den Kommunen individuell weiterzuentwickeln und passgenaue Lösungen für Probleme vor Ort zu entwickeln", teilt die Behörde mit. Der Schwerpunkt des Programms müsse auf der Prävention liegen. Und weiter: "Von grundlegender Bedeutung ist, dass alle Partner, die Aufgaben im Bereich der Sicherheit wahrnehmen sowie die Bürgerinnen und Bürger an einen Tisch geholt werden."

Deren Anregungen und Bedenken hatte die Verwaltung der Stadt bereits im August vergangenen Jahres einzuholen versucht und beim Stadtfest eine Bürgerbefragung zum Thema "Sicherheit und Sicherheitsempfinden" durchgeführt. Die Auswertung ergab ein "tendenzielles Unsicherheitsempfinden", hatte Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) bereits im Juli dieses Jahres auf Anfrage der Bürgerinitiative "Wir für Hadamar" (WfH) in der Stadtverordnetenversammlung mitgeteilt und eingeräumt, dass das Ergebnis der Umfrage nicht repräsentativ sei.

Weiteres Vorgehen besprochen

Denn tatsächlich beteiligten sich nur etwa 80 Männer und Frauen der knapp 13 000 Einwohner zählenden Stadt. Eine aussagekräftige Auswertung erforderten Ruoff zufolge aber eine Bürgerbeteiligung von mindestens zehn Prozent.

Dennoch entschied der Magistrat 2019, dem Kommunalprogramm Sicherheitssiegel beizutreten, "obwohl die Kriminalstatistik dies nicht zwingend erfordert", sagte Ruoff im Stadtparlament. Bestehendes solle auf den Prüfstand gestellt und eine detaillierte Maßnahmenliste erstellt werden, wie die Sicherheit vor Ort verbessert werden kann. Dass die Kompass-Auftaktveranstaltung in Hadamar mit Kriminaldirektor Frank Göbel und Michaela Lanio vom Ordnungsamt Hadamar erst jetzt stattfinden konnte, sei auf die Corona-Pandemie zurückzuführen, sagt Peter Martin-Pietsch, Sprecher der Stadt. Gemeinsam mit den Kompass-Beraterinnen, Kriminalhauptkommissarin Jasmin Scherer und Kriminaloberkommissar Thomas Lange sowie mit Polizeioberkommissarin Claudia Lehnhäuser von der Polizeidirektion Limburg/Weilburg sei nun das weitere Vorgehen besprochen worden.

Danach soll zunächst eine öffentliche Sicherheitskonferenz vorbereitet werden. Diese soll am 8. Dezember in der Stadthalle stattfinden. Hierfür wird die Verwaltung mindestens 50 sogenannte Multiplikatoren auswählen und einladen, erklärt Martin-Pietsch: "Dabei handelt es sich um Personen, die aufgrund ihrer Positionen und Tätigkeiten für eine größere Zahl von Bürgern sprechen können, wie etwa Vereinsvorsitzende, Betreuer oder Lehrer." Die wichtigsten Ziele der von einem neutralen Moderator geleiteten Konferenz seien, das Kompass-Programm und die Befragungsergebnisse der Bevölkerung vorzustellen und ein noch detaillierteres und umfangreicheres Stimmungsbild zu erfassen, auf dessen Basis schließlich ein Maßnahmenpaket geplant und umgesetzt werden könne.

Rückmeldungen ernstnehmen

Und Bürgermeister Ruoff sagt: "Das kommunale Programm bietet uns einen erprobten Rahmen, um gemeinsam mit den vielen verschiedenen Interessengruppen in einen konstruktiven Prozess zu kommen." Er sei froh, "dass wir nun endlich die nächsten Schritte machen können, um das subjektive Sicherheitsempfinden in unserer Stadt zu verbessern". Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung würden "sehr ernst genommen", um kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen zu entwickeln. Der Prozess sei auf zwei bis drei Jahre angelegt. red/abv

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