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Hadamar: Städtebaulicher Reanimationsversuch

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Von: Anken Bohnhorst

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Für die Gänse stimmt die Aufenthaltsqualität vor der Alten Schulturnhalle. Zwei Investoren haben dennoch andere Pläne.
Für die Gänse stimmt die Aufenthaltsqualität vor der Alten Schulturnhalle. Zwei Investoren haben dennoch andere Pläne. © Anken Bohnhorst

Zwei Investoren wollen die alte Schulturnhalle und den Platz wiederbeleben und präsentieren ihre Vorschläge

Hadamar -Mehr als 100 Jahre reicht die Geschichte der Alten Schulturnhalle zurück. Lange Zeit absolvierten die Gymnasiasten ihren Sportunterricht in dem stattlichen Gebäude. Dann, vor wenigen Jahren erst, verlagerte sich das Kräftemessen eher an die Außenseite der Halle. Ein Investoren-Duo legte der Stadt ein Nutzungskonzept vor und kaufte die Immobilie. Als aus dem Projekt nichts wurde, begegneten Stadt und Investoren sich auf dem juristischen Paukboden. Das Geschäft wurde rückgängig gemacht, die Stadt hatte die Alte Schulturnhalle wieder im Portfolio. Schöner machte das die Halle und die knapp 1000 Quadratmeter große Fläche nicht.

Im zweiten Anlauf zur Vermarktung des Anwesens zurrte die Verwaltung als Anbieter die Kaufbedingungen fester und stellte einen Kriterienkatalog zusammen, den die Bewerber erfüllen müssen. Neben der architektonischen Gestaltung, der geplanten Belebung des Quartiers und dem Kaufpreis soll es jetzt auch um Zuverlässigkeit und Erfahrung des Investors gehen. Unter diesen Gesichtspunkten habe man "nur die beiden Angebote der Investorengemeinschaft Herzberg & Schmitt sowie der Penta Projektentwicklung GmbH für beschlussfähig angesehen", heißt es aus dem Rathaus.

Penta Projektentwicklung: Das Ensemble aus Turnhalle und angrenzendem Flachbau, der nicht denkmalgeschützt ist, wird in diesem Konzept auseinandergenommen. Erhalten wird nur der Turnsaal. "Die Halle wird künftig als Filiale der Kreissparkasse Limburg genutzt. In dem neu gestalteten Anbau wird im Erdgeschoss ein Bäckerei-Café realisiert. In den beiden Obergeschossen entstehen insgesamt vier innerstädtische, barrierefreie Wohnungen", fasst Penta-Sprecher Benedikt Rohletter das Vorhaben seines Unternehmens zusammen. Mit dieser Belegung wäre sichergestellt, dass die Kreissparkasse, die angeblich den Standort am Untermarkt aufgeben will, in der Kernstadt bleibt. Auch für die Bäckerei hat Rohletter bereits einen Betreiber. Die Bäckerei Simon, die jetzt nur wenige Schritte entfernt in der ehemaligen Markthalle untergebracht ist, würde dort einziehen. Darüber hinaus will die Penta Projektentwicklung den Bellerive-Platz umgestalten und "das Parkkonzept im Sinne einer Nutzerfreundlichkeit überarbeiten", sagt Rohletter. Der Platzcharakter werde herausgearbeitet. "Wir entwickeln Flächen, die zu einer Betonung und zu einer Steigerung der Aufenthaltsqualität führen." Auch ein Verkehrskonzept soll in die Planung einfließen. Die Zu- und Abfahrt für den Belleriveplatz soll durch eine Einbahnstraßenregelung entzerrt werden: Zufahrt über die Hospitalstraße, Ausfahrt über die Johann-Ludwig-Straße. Die Penta GmbH, die zum Limburger Albert-Weil-Konzern gehört, bietet der Stadt einen Kaufpreis von 100 000 Euro.

Investorengemeinschaft Herzberg & Schmitt: Bei diesem Konzept sollen sowohl die Alte Schulturnhalle als auch der daran angrenzende Flachbau erhalten und möglicherweise durch ein zusätzliches Gebäude erweitert werden, sagt Architekt Werner Schmitt. Gemeinsam mit seinem Projektpartner Christoph Herzberg will er das gesamte Terrain in ein Brauhaus mit angeschlossenem Biergarten umwandeln. Der Platz würde nach Schmitts Überzeugung dadurch zu einem neuen Treffpunkt in der Stadt. Tatsächlich ist in der Zeichnung bereits eine Eiche - wenn auch keine biergartentypische Kastanie - mit aufgenommen. Als Pächter des Brauhauses ist eine Brauerei vorgesehen. "Entsprechende Gespräche haben stattgefunden und eine Absichtserklärung wurde abgegeben", sagt Schmitt.

Die bestehenden Räumlichkeiten sollen saniert und umgebaut werden; im ehemaligen Turnsaal sollen eine Bierschwemme, im Flachbau Wirtschafts-, Büro- und Sanitärräume eingerichtet werden. Architekt Schmitt: "Der Anbau soll bautechnisch ertüchtigt werden und gegebenenfalls zur westlichen Hofseite hin zur Turnhalle passende Fenster- und Türelemente erhalten." Um eine Niveaugleichheit zwischen Gebäuden und Biergarten zu erreichen, planen Schmitt & Herzberg "das bestehende Gelände auf das Maß des Fertigfußbodens" anzuheben. Die Autostellplätze sind vom Biergarten durch eine Hecke abgeschirmt. Die Investorengemeinschaft Herzberg & Schmitt bietet der Stadt einen Kaufpreis von 65 000 Euro.

Die Investoren der Penta Projektentwicklung und der Gemeinschaft Herzberg & Schmitt präsentieren ihre Konzepte in der gemeinsamen Sitzung des Bau- und des Haupt- und Finanzausschusses am kommenden Donnerstag, 12. Mai, 18 Uhr, in der Stadthalle. Die Sitzung ist öffentlich.

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