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Hadamar: Trauer ist individuell - Trauerbegleitung auch

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Maria Horsel möchte die Initiativen im Bereich der Trauerbegleitung vernetzen.
Maria Horsel möchte die Initiativen im Bereich der Trauerbegleitung vernetzen. © Kerstin Kaminsky

Die Bezirksreferentin Maria Horsel möchte bestehende Initiativen zusammenbringen

Hadamar -Jeder Mensch erlebt Trauer anders. Jede Trauer durchlebt Phasen und verändert sich mit der Zeit. In der Region gibt es verschiedene Initiativen, um Menschen aufzufangen und zu trösten, die durch den Verlust eines Nahestehenden im Trauerprozess stehen. Das Trauernetzwerk Limburg-Weilburg-Diez verbindet Initiativen, die trauernde Menschen ein Stück auf ihrem individuellen Weg begleiten.

Aus ihrer Erfahrung im Limburger "Trauercafé - Lebenscafé", einem monatlich stattfindenden Ort der Begegnung und des Gesprächs im Pfarrheim St. Hildegard für alle, die vor einiger Zeit einen nahen Angehörigen verloren haben, entwickelte Bezirksreferentin Maria Horsel gemeinsam mit dem dortigen Team die Idee zur Vernetzung verschiedener Initiativen im Bereich der Trauerarbeit. Denn es sei klar, dass ein Kind den Verlustschmerz ganz anders verarbeiten müsse als ein alter Mensch. Auch möchten Trauernde, die sich gerade neu in ihrer veränderten Lebenssituation zurechtfinden, über andere Themen sprechen, als jemand, der bei dem der Verlust schon länger zurückliegt.

Inzwischen haben mehrere Personen zusammengefunden, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln und in verschiedenen Professionen mit dem Thema Trauerbegleitung beschäftigen. Dazu gehören Vertreterinnen der ambulanten Hospizdienste, eine Klinikseelsorgerin, die Leiterin der Familienbildungsstätte Limburg sowie Gemeinde- und Pastoralreferentinnen aus verschiedenen Pfarreien des katholischen Bezirks Limburg.

Projekt sucht noch weitere Gruppen

Maria Horsel ist überzeugt, dass es noch eine ganze Reihe anderer Leute gibt, die mit Trauernden zu tun haben. Im Namen des Trauernetzwerks hat sie deshalb unter anderem die Notfallseelsorge, eine Selbsthilfegruppe für verwaiste Eltern und eine Gesprächsgruppe für Trauernde, die einen nahe stehenden Menschen durch Suizid verloren haben, kontaktiert.

"Wir möchten herausfinden, was im Gebiet von Limburg-Weilburg-Diez funktioniert, wo es Lücken in der Trauerbegleitung gibt und wie sich diese mit neuen Angeboten schließen lassen", sagt sie. Ziel sei es, möglichst vielen Betroffenen eine bestmögliche Hilfe anbieten zu können. Dabei hat sie vor allem Hinterbliebene im Sinn, denen ein ausreichend großes soziales Umfeld vor Ort fehlt oder die Familienangehörige oder Freunde mit ihrem Kummer nicht belasten möchten.

Schon jetzt habe sich gezeigt, dass in der Region großes Interesse an einer Zusammenarbeit im Bereich der Trauerarbeit besteht. Gleichzeitig ergab die Auswertung einer Fragebogenaktion, dass es an der Begleitung von Kindern und Jugendlichen fehlt. Das Team des Trauernetzwerks hofft, einen Raum zu finden, in dem sich künftig Trauernde dieser Altersgruppe altersgerecht austauschen und ihre Gefühle durch das gemeinsame kreative Gestalten verarbeiten können.

Unterschiedliche Bedürfnisse

Zunächst sind im Rahmen des Netzwerkes drei Angebote für Erwachsene mit unterschiedlichen Bedürfnissen geplant. Das sind zum einen Menschen, bei denen der Trauerfall schon länger zurückliegt und für die ihre bestehenden Trauergruppe zum Freundeskreis geworden ist. Als weiterer Schwerpunkt sollen Menschen sich begegnen können, die Antworten suchen, wie es nun ohne den geliebten Angehörigen weitergehen kann. Als drittes möchte das Trauernetzwerk einen geschützten Raum für akut Trauernde anbieten. "Da geht es um das Stabilisieren", erklärt Maria Horsel. Die Hinterbliebenen können ihre eigenen Ressourcen entdecken und lernen, ihrer Trauer Ausdruck zu geben.

Im Trauernetzwerk sollen die verschiedenen Initiativen auf einander verweisen können und Begleitende die Möglichkeit haben, sich in Fragen der Fortbildung austauschen. "Zum Schutz der trauernden Menschen liegt mir die Qualität dieser wichtigen Arbeit sehr am Herzen", sagt Maria Horsel. So hält sie es für denkbar, dass das Trauernetzwerk auch irgendwann externe Fachleute zur Vortragsveranstaltungen einlädt.

Zunächst möchte das Trauernetzwerk ein Faltblatt und eine Homepage für Trauernde erstellen, aus dem die verschiedenen Angebote ersichtlich sind. Initiativen, die Interesse an der Kooperation im Bereich der Trauerbegleitung haben, können sich gern bis Freitag, 8. April, bei Maria Horsel unter der E-Mail-Adresse trauernetzwerk.limburg-weilburg-diez@bistumlimburg.de melden.

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