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Das Haus verfällt und die Stadt kann nichts dagegen tun

Eigentümer nicht verhandlungsbereit

In Hadamar verfällt ein Haus und die Stadt kann nichts dagegen tun

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Ein Haus in der Kirchgasse in Hadamar sieht verkommen aus, und ist es vermutlich auch. Nur die allernotwendigsten Reparaturen lässt der Eigentümer ausführen. Gerade so viel, dass Spaziergänger und Nachbarn nicht gefährdet sind. Die Stadt würde das Haus gerne kaufen. Doch der Eigentümer ist nicht verhandlungsbereit.

Hadamar - Der Fall „ist ganz, ganz schwierig“, sagt Peter Wilhelmy, Leiter des Hadamarer Ordnungsamts. Seit Jahren versucht die Stadt die Sache zu klären. Leider ohne Erfolg, weil es noch einen anderen Beteiligten gibt, und der will sich auf nichts einlassen. Der Andere ist ein Mann aus der Region, dem das kleine Häuschen am Ende der Kirchgasse gehört, direkt gegenüber vom Eingang der Liebfrauenkirche. Er ist der Eigentümer des Objekts, dessen gute Tage sehr lange zurückliegen.

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Dass das Häuschen irgendwann einmal ein Schmuckstück war, kann man sich kaum vorstellen. Die Fenster im Obergeschoss sind mit Brettern vernagelt, das Holz der Haustüre ist aufgequollen und gesplittert, der helle Putz am Sockel und unterhalb der Fenster ist abgeplatzt, ein steinernes Gerippe freigelegt. An eine Seite des Gebäudes lehnt sich ein Zaun aus morschen Leisten, der verhindern soll, dass man das Grundstück betritt.

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Wahrscheinlich sei das Haus baufällig, sagt Peter Wilhelmy. Eine akute Gefahr stellt es allerdings nicht dar. „Ordnungsrechtlich wird das Haus eng kontrolliert.“ Droht es einzustürzen, Spaziergänger oder Kirchenbesucher zu verletzen, blockiert es Rettungswege? Sind Ratten hier gesichtet worden? All das wird regelmäßig vom Ordnungsamt kontrolliert. Der Zustand wird dem Eigentümer mitgeteilt, und wenn Reparaturen nötig sind, wird er aufgefordert, sie zu erledigen. Er ist dann verpflichtet zu handeln. Etwa als die Tür aufgebrochen war.

Bußgeld kann nicht verhängt werden

Werden die angemahnten Arbeiten nicht innerhalb einer vorgegebenen Frist erledigt, droht Wilhelmy dem Eigentümer ein Bußgeld. Und dann, bevor es teuer wird, weil die Frist nicht eingehalten wird, nimmt der Eigentümer die Ausbesserung vor, „dass es gerade so in Ordnung“ ist. Unmöglich sei dieses Verhalten, findet der Leiter des Ordnungsamts. Aber eben immer noch im Rahmen des Zulässigen. Dass das Anwesen vergammelt aussieht, rechtfertigt allein noch keine Strafe, und prophylaktisch dürften keine Bußgelder verhängt werden, sagt Peter Wilhelmy.

Ärgerlich ist die Angelegenheit dennoch, zumal die Stadt jahrelang versucht habe, die Immobilie zu erwerben, berichtet Wilhelmy. Aktenordnerweise ließen sich die Bemühungen von Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) belegen. Zu einem einvernehmlichen Ergebnis gelangten die Vertreter der Stadt und der Eigentümer nicht. Das kleine Haus am Ende der Kirchgasse wird weiter verfallen.

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