Eine Linksabbiegerspur könnte den Verkehrsfluss in der Mainzer Landstraße verbessern und Gefahren minimieren, sagt Bürgermeister Michael Ruoff.
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Eine Linksabbiegerspur könnte den Verkehrsfluss in der Mainzer Landstraße verbessern und Gefahren minimieren, sagt Bürgermeister Michael Ruoff.

Sanierung der Mainzer Landstraße

Hadamar: Verkehrsberuhigung geplant, Realisierung ungewiss

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Stadt beteiligt sich mit 1,3 Millionen Euro an Planungsleistungen für L 3462.

Hadamar -Tausende Verkehrsteilnehmer frequentieren jeden Tag die Mainzer Landstraße in Hadamar. Lastwagen, Autos und Motorräder rattern über den teilweise arg ramponierten Asphalt, Fußgänger spazieren über sich wellende Gehsteige, und Fahrradfahrer bahnen sich ebenfalls ihren Weg. Die Straße ist in schlechtem Zustand, die Verkehrssicherheit rangiert auf niedrigem Niveau.

Dass sich das ändern muss, ist der Stadt und auch der Verkehrsbehörde Hessen Mobil seit Jahren bekannt. Bereits im Februar 2014 führte Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) erste Gespräche mit der Behörde. Der erste schriftliche Austausch zu diesem Thema datiert vom Frühjahr 2017. Wieder zwei Jahre später verfassten die Rathaus-Fraktionen CDU, SPD, FWG und die Bürgerinitiative Wir für Hadamar eine Petition an den hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Geschehen ist nichts.

in Vorlage

Deshalb hat Bürgermeister Ruoff vor einigen Wochen erneut einen Brief an Hessen Mobil geschrieben. Der Ausbau der L 3462, Ortsdurchfahrt Hadamar/Niederhadamar, müsse endlich realisiert werden, zumal der für Hadamar zuständige Mitarbeiter der Behörde im Juni vergangenen Jahres erklärt habe, "dass mit sehr großer Wahrscheinlichkeit der Ausbau der Ortsdurchfahrt Hadamar/Niederhadamar in die neue Sanierungsoffensive aufgenommen wird", erinnert Ruoff in seinem Schreiben. Das Programm habe im Frühjahr 2020 vorgestellt werden sollen. Und nicht nur das: "Weiterhin hatten wir vereinbart, dass aufgrund der begrenzten Planungskapazitäten von Hessen Mobil und einer noch zu schließenden Kostenvereinbarung die Stadt Hadamar für Planungsleistungen in Vorlage geht." Aufgrund dieser Besprechung habe die Stadtverordnetenversammlung für den Doppelhaushalt 2020/21 mehr als 1,3 Millionen Euro für Planungen und als Verpflichtungsermächtigung für 2022 beschlossen, sagt Ruoff.

Das sei durchaus im Sinne der Stadt gewesen. Denn durch eigene Planungsleistungen habe die Stadt zudem "zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten bei diesem zukunftsweisenden Projekt erreichen" wollen. Zum Beispiel Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung wie Fahrbahnverengungen oder Verschwenkungen. Überquerungshilfen und Parkbuchten könnten angelegt, der Gehweg sicherer gestaltet und ein Radweg entlang der L 3462 eingerichtet werden. So sind die Vorstellungen der Stadt.

Die Verbesserung für den laufenden Verkehr ließe sich schließlich auch durch eine Neuregelung der Abbiegung zur K 339 in Richtung Hundsangen erreichen. "Dieser Knotenpunkt könnte so umgestaltet werden, dass sich der Verkehrsverlauf für die Schulbusse nach Hundsangen, die Besucher des Freibades und der Tennisanlagen sowie für die Besucher der Gedenkstätte am Mönchberg und der Vitos verbessert", so Ruoff. Auch die Risiken bei der Zufahrt zur Fürst-Johann-Ludwig Schule könnten etwa durch eine Linksabbiegerspur verringert werden. "Es zeigt sich, dass ein gemeinsamer Aus- und gestalterischer Umbau der Ortsdurchfahrt L 3462 für Hessen-Mobil und für die Stadt Hadamar positive Aspekte hat", ist der Bürgermeister überzeugt. "Insgesamt könnte der Umstieg vom Kfz auf das Fahrrad erleichtert werden."

Dass die Corona-Pandemie die Planungen in der Verkehrsbehörde während der vergangenen Monate verzögerte, hält Bürgermeister Ruoff für möglich. "Dafür habe ich Verständnis", erklärt er. "Gleichwohl möchte ich den Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung über den aktuellen Sachstand informieren." Und dass die Verkehrsbehörde noch immer nicht auf sein letztes Schreiben reagiert habe, das verwundere ihn schon.

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