Rund 6000 Haushalte in Hadamar sollen an das Glasfasernetz angeschlossen werden.
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Rund 6000 Haushalte in Hadamar sollen an das Glasfasernetz angeschlossen werden.

Schnelles Internet

Hadamar: Vom Standstreifen auf die digitale Überholspur

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Die Bürger und Unternehmen aller Hadamarer Stadtteile surfen demnächst über gigabit-schnelle Internetanschlüsse

Hadamar -Rund 6000 Haushalte und Unternehmen in der Kernstadt, in Niederhadamar und Faulbach sowie in den Stadtteilen Niederzeuzheim, Oberzeuzheim, Steinbach, Oberweyer und Niederweyer sollen kurzfristig an das Hochleistungsnetz angeschlossen werden, teilt das Kommunikationsunternehmen Vodafone mit. Auch das Industriegebiet Nord in Hadamar sowie die Gewerbegebiete Auf den Sechsmorgen in Oberweyer, Am Steinkreuz in Niederhadamar und das Gewerbegebiet in Niederzeuzheim sollen Glasfaser erhalten. Der Vodafone-Partner Primevest finanziert das rund 20 Millionen Euro teure Bauvorhaben und baut die Infrastruktur auf, Vodafone pachtet und betreibt das Netz, vermarktet die Festnetz-Anschlüsse und stellt die Dienste zur Verfügung.

Die Vorvermarktung beginne bereits am 15. März, sagt ein Sprecher der Vodafone Deutschland. "Dann werden alle Haushalte und Unternehmen, die im Ausbaugebiet liegen, von Vodafone über das weitere Vorgehen sowie über Kosten und Leistungsumfang der angebotenen Anschlüsse informiert." Schon jetzt steht allerdings fest: Die bislang übliche Vermarktungsquote von 40 Prozent muss nicht erfüllt werden, um an das geplante High-Speed-Netz angeschlossen zu werden. Alle Kunden, die einen Auftrag unterschrieben haben, würden Zugang zum High-Speed-Netz bekommen. Und: "Für Kunden, die einen Auftrag im Rahmen der Vorvermarktung zeichnen, übernimmt Vodafone die Kosten für den Hausanschluss."

Für Hadamar sei dies eine "sehr erfreuliche Nachricht", kommentiert Bürgermeister Michael Ruoff (CDU). Die Bürger und Unternehmen im Stadtgebiet profitierten vom Wettbewerb verschiedener Kommunikationsfirmen, die eigenwirtschaftlich agieren. Damit habe sich die "langjährige Strategie, mit verschiedenen Anbietern zu sprechen, ausgezahlt".

Gleichbehandlung für alle Stadtteile

Ruoff war zuletzt heftig in die Kritik geraten, weil eine Vereinbarung mit der Telekom und dem Energieversorger Syna zunächst nur den Ausbau eines High-Speed-Netzes für Hadamar, Niederhadamar, Faulbach und Niederzeuzheim vorgesehen hatte. Für die Stadtteile Steinbach, Oberzeuzheim, Nieder- und Oberweyer sollte es erst von 2024 an auf die digitale Überholspur gehen. Das hatte für Unmut gesorgt; Steinbach, Oberzeuzheim, Nieder- und Oberweyer hatten sich abgehängt gefühlt. Auch die politischen Parteien, insbesondere die WfH und Bündnis 90/Die Grünen hatten die Ungleichheit moniert. Durch Nachverhandlungen erreichte der Bürgermeister schließlich kurz vor Weihnachten, dass die Telekom-Syna-Erschließung der entlegeneren Stadtteile um zwei Jahre vorgezogen wurde. Das wäre 2022 gewesen.

Diese Pläne aus dem vergangenen Jahr sollen durch das aktuelle Angebot von Vodafone jedoch nicht verzögert oder torpediert werden, sagt Ruoff. Vielmehr hätten Telekom und Syna der Stadt versichert, "trotz der neuen Konkurrenz an ihrem Ausbauvorhaben weiter festzuhalten". Der geplante Spatenstich soll am 1. Februar in der Kernstadt erfolgen, die digitale Beschleunigung für Bürger und Unternehmen rasch folgen. Freilich dürfe man nicht außer Acht lassen, "dass das Auftreten von zwei Investoren auch Herausforderungen mit sich bringen wird - etwa bei den anstehenden Tiefbauarbeiten", räumt Ruoff ein.

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