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Hadamar: Von der Schulturnhalle zum Brauhaus mit Schlossblick

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Von: Anken Bohnhorst

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Aus der Alten Schulturnhalle wird ein Brauhaus, aus dem Platz davor ein Biergarten. Dafür haben sich die Mitglieder des Bau- sowie des Haupt- und Finanzausschusses einstimmig ausgesprochen.
Aus der Alten Schulturnhalle wird ein Brauhaus, aus dem Platz davor ein Biergarten. Dafür haben sich die Mitglieder des Bau- sowie des Haupt- und Finanzausschusses einstimmig ausgesprochen. © Privat

Aussicht auf ein kühles Bier ist attraktiver als die Umzugspläne von Kreissparkasse und Bäcker

Hadamar -Das einstimmige Votum im Bau- sowie im Haupt- und Finanzausschuss zeigt: Die Aussicht auf ein kühles Bier ist attraktiver als die Umzugspläne von Kreissparkasse und Bäcker. Das Konzept der Penta Projektentwicklung, genau diese Unternehmen in der Alten Schulturnhalle und einem daran anschließenden Neubau unterzubringen und zusätzliche Wohnungen zu schaffen, lehnten die Ausschussmitglieder ab. Entstehen soll hier vielmehr ein Brauhaus mit Biergarten und damit "ein zentraler Anlaufpunkt und Verweilort in der Hadamarer Innenstadt", sagt Architekt Werner Schmitt, der gemeinsam mit Christopher Herzberg den Zuschlag für die Immobilie erhalten hat. 65 000 Euro bieten die Investoren als Kaufpreis an.

Begonnen werden kann Schmitt zufolge, sobald der Kauf abgeschlossen und die Immobilie im Grundbuchamt umgeschrieben wurde. Dass das baurechtliche Genehmigungsverfahren problematisch sein könnte, sieht er ebenso wenig wie Kollisionen mit den Vorgaben des Denkmalschutzes. Das Erscheinungsbild des Ensembles bleibe erhalten, sagt Schmitt. "Lediglich in der Südansicht soll ein bestehendes Fenster als bodentiefes Element als neuer Eingang hergestellt werden." Der bestehende Anbau werde "bautechnisch ertüchtigt". Ob hier ein weiterer Anbau entsteht, "ist in der Überlegung". Als Bauzeit gibt der Architekt neun Monate an, wodurch Brauhaus und Biergarten vor dem Stadtjubiläum im Jahr 2024 eröffnet werden könnten. Dieses Datum einzuhalten sei die Wunschvorstellung der Parteien, hatte CDU-Fraktionsvorsitzender Bernhard Pietsch formuliert.

Wohin mit den Fahrzeugen?

Geklärt werden muss indes noch die Parkplatzsituation, die Architekt Schmitt zufolge nicht explizit Teil der Ausschreibung gewesen sei. Dass Stellplätze vorhanden sind, stehe fest. Auf den Plänen der Investoren Herzberg & Schmitt sind an der der Gymnasiumstraße zugewandten Seite des Areals sechs Stellplätze vorgesehen. Die Parkflächen auf dem angrenzenden Belleriveplatz gehören indes teilweise zur Markthalle, die ebenfalls baurechtlich Stellplätze nachweisen muss. Eigentümer der Markthalle ist die Penta Projektentwicklung, die sich ebenfalls um die Alte Schulturnhalle beworben hatte.

Penta-Sprecher Benedikt Rohletter hatte bei der Präsentation seines Konzepts bereits betont: "Unabhängig von der Entscheidung, die die Ausschüsse treffen, freuen wir uns, dass die Stadtentwicklung vorangeht." Er macht aber auch deutlich, dass sein Unternehmen keine eigenen Parkflächen abgegeben werde. Ein Stellplatzkonzept könne nicht zulasten der Markthalle gehen. Hans Reichwein, Fraktionsvorsitzender der Wählerinitiative "Wir für Hadamar", forderte Investor Schmitt auf, bis zur Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 24. Juni ein Verkehrskonzept zu entwickeln.

Fest steht dafür, welches Bier künftig in der Alten Schulturnhalle und im Garten davor ausgeschenkt werden soll. Als Pächter sei das Allgäuer Brauhaus aus der Radeberger Gruppe vorgesehen, sagt Werner Schmitt. Gebraut werde in der Fürstenstadt nicht. Dennoch hole man mit dieser Wahl ein Stück Bayern in den Westerwald - "Urlaubsgefühl aus dem Allgäu nach Hadamar".

Tatsächlich soll sich diese Wohlfühlatmosphäre nach Auffassung der Investoren täglich ab der Mittagszeit und bis in die Abendstunden ausbreiten und auch andere Veranstaltungen in der Stadt erreichen. Vorstellbar sei beispielsweise eine Verbindung mit dem Weihnachtsmarkt, sagt Schmitt. Aber auch andere kulturelle Events könnten im Brauhaus oder auf dem Außengelände stattfinden. Werner Schmitt: "Die Kulisse ist einzigartig" und ein derartiges Angebot nach seinem Kenntnisstand im Kreis Limburg-Weilburg bislang nicht vorhanden.

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