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Hadamar: Was gibt's Neues aus der Denkmalschutzbehörde?

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Von: Anken Bohnhorst

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Für Fußgänger bleibt die Nepomukbrücke gesperrt. Für Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) bleibt das ärgerlich.
Für Fußgänger bleibt die Nepomukbrücke gesperrt. Für Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) bleibt das ärgerlich. © Anken Bohnhorst

Kein Durchgang für Fußgänger - der Schutz des Brückenheiligen St. Nepomuk reicht nicht aus

Hadamar -Seit rund zwei Jahren ist die Nepomukbrücke für Fußgänger gesperrt, weil ein aus Sicherheitsgründen notwendiges Geländer fehlt. Zwar hat die Stadt einen Vorschlag für einen Handlauf erarbeitet und Geld für dessen Realisierung bereitgestellt. Nur lehnte die Denkmalschutzbehörde des Kreises den Handlauf ab. Dann erkrankte angeblich der zuständige Mitarbeiter der Behörde langfristig; einen Vertreter für ihn gab es offenkundig nicht. Seit Monaten stockt das Projekt.

Auf Anfrage dieser Zeitung verweist der Kreis jetzt auf ein Gutachten zur Statik der Brücke, das bislang nicht vorliege. Dieses Gutachten hat allerdings gar nichts mit dem Geländer zu tun, sagt Bürgermeister Michael Ruoff (CDU). Weshalb sich der Denkmalschutz bei der Lösung des Problems zurückhält, kann er sich nicht erklären. Fest steht, der Schutz des heiligen St. Nepomuk reicht nicht mehr aus. Die Brüstung der Brücke sei zu niedrig, das Unfallrisiko für Fußgänger zu hoch, befand die Versicherung der Kommune bei einer Prüfung im Frühjahr 2020. Die Stadt reagierte prompt und ließ das Bauwerk für den Fußgängerverkehr sperren.

Gleichzeitig habe man sich mit Entwürfen für ein Geländer befasst, berichtet Bürgermeister Ruoff. Schlosser und Steinmetze seien befragt worden. Schließlich entschied sich der Magistrat der Stadt für einen Handlauf, der sich optisch an den Gitterstäben um den Brückenheiligen St. Nepomuk orientierte. Die Pfosten für das Geländer sollten im historischen Mauerwerk der Brücke installiert werden. Um zu verhindern, dass durch diese Maßnahme Wasser in die Steine eindringen und diese beschädigen könnte, sollte mit Spezialwerkzeug und -material gearbeitet werden. Die Denkmalschutzbehörde überzeugten diese Pläne indes nicht. Das Landesamt für Denkmalpflege, das in unmittelbarer Nähe zur Nepomukbrücke residiert, habe "dem von der Stadt Hadamar ursprünglich gemachten Vorschlag aufgrund zu erwartender Folgeschäden an der Brücke nicht zustimmen" können, bestätigt ein Sprecher des Kreises.

Zwei Ortstermine mit dem Denkmalschutz

Dass die notwendigen Arbeiten aber wegen Verzögerungen bei der Denkmalschutzbehörde nicht vorangetrieben wurden, sagt er nicht. Vielmehr berichtet der Sprecher von zwei weiteren Ortsterminen mit der Stadt und dem Landesamt für Denkmalpflege, zuletzt im September vergangenen Jahres. "Der aktuelle Kenntnisstand des Landkreises ist, dass die Stadt Hadamar ein Ingenieurbüro zur Prüfung der Statik der bestehenden Bausubstanz beauftragt hat", und ob dieses Gutachten vorliegt, sei dem Kreis nicht bekannt.

Das sei auch nicht nötig, sagt Bürgermeister Ruoff, weil jenes Gutachten "nichts mit dem Geländer zu tun hat". Die Stadt lasse regelmäßig ihre Brückenbauwerke kontrollieren und über den Zustand Gutachten anfertigen und dabei auch die Statik in den Blick nehmen. Selbstverständlich sei das auch bei der Nepomukbrücke erfolgt. Es stimme ebenfalls, dass hier "längerfristig ein Ertüchtigungsbedarf" ausgemacht worden sei. Außerdem habe der Denkmalpfleger bei einer der Inspektionen der Brücke angeregt, die Fahrbahn auf dem Steg um rund 40 Zentimeter tiefer zu legen, sagt Ruoff. Aber dass das weder unter baulichen Gesichtspunkte noch erst recht nicht unter statischen zu verwirklichen sei, war von Anfang an klar, sagt Bürgermeister Ruoff.

In der Stadt und im Rathaus herrscht seither Unverständnis. Die Brücke müsse endlich wieder für den Fußgängerverkehr freigegeben werden, fordern die Bürger. Von Schulkindern, die über diese Strecke zur Schule gelangen und auf ihrem Weg über die Brücke ins Wasser stürzen, wissen sie nichts. Auch Ruoff kennt niemanden, der hier über die Brüstung in den Elbbach fiel. Vorsichtig müsse man dennoch sein, mahnt er. Denn die Versicherung habe die Verwaltung auf die Gefahrenquelle hingewiesen, und wenn jetzt also etwas passieren sollte, "dann ist die Verwaltung dran", sagt Ruoff. Er findet aber auch, dass zunächst die Denkmalbehörde dran sei, um eine Lösung zu ermöglichen.

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