Gusseiserne statt versenkbarer Poller sollen jetzt den Verkehr in Born- und Brückengasse entschleunigen.
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Gusseiserne statt versenkbarer Poller sollen jetzt den Verkehr in Born- und Brückengasse entschleunigen.

Verkehrsberuhigung

Hadamar: Wieso sind die Poller-Kosten explodiert?

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Bürgerinitiative spricht von "nicht validiertem Angebot". Erster Stadtrat: "Es ist nicht gut gelaufen."

Hadamar -Monatelang haben der Magistrat, die Stadtverordneten und die Anwohner der Born- und Brückengasse über eine Lösung zur Verkehrsberuhigung in diesem Quartier diskutiert. 50 000 Euro wollte sich die Stadt die Maßnahme kosten lassen und drei versenkbare Poller installieren. Als die ein halbes Jahr später rund 177 000 Euro und damit mehr als dreimal so viel kosten sollten, entschied man sich im März für eine günstigere Variante - für abschließbare Sperren aus Gusseisen.

Die waren allerdings auch Ende Mai noch nicht installiert, monierte Andreas Alfa von der Bürgerinitiative "Wir für Hadamar" bei der vergangenen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Für ihn passen die Gründe für diese Kostenexplosion nicht zusammen, sagte er und verlangte eine Erklärung.

Die fasste der Erste Stadtrat Bernd Groh (parteiloses Listenmitglied der SPD), der in der HFA-Sitzung Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) vertrat, in einer knappen Stellungnahme zusammen: "Es ist nicht gut gelaufen." Tatsächlich habe man in der Stadtverordnetenversammlung im vergangenen Dezember für eine Lösung mit versenkbaren Pollern votiert und dafür 50 000 Euro vorgesehen.

Ermittelte Kosten

reichen nicht

Diesen Wert habe das Ordnungsamt ermittelt, das sich seinerseits an den Kosten orientiert habe, die die Stadt Limburg für ein vergleichbares Absperrsystem investiert hatte. Danach habe sich allerdings herausgestellt, dass diese versenkbaren Poller in der Born- und Brückengasse in Hadamar gar nicht verbaut werden können - "aus bautechnischen Gründen", wie Georg Kaiser, Bauamtsleiter der Fürstenstadt, in der Ausschusssitzung bestätigte.

Im Straßenunterbau lägen Leitungen, wegen derer keine versenkbaren Poller installiert werden könnten. Jedenfalls nicht für die vom Ordnungsamt angesetzten 50 000 Euro. Das habe sich aber erst später herausgestellt, und mit der Kostenberechnung sei das Bauamt ohnehin nicht beauftragt gewesen.

Für Andreas Alfa von der WfH bleibt das "nicht nachvollziehbar". Weshalb sich die Stadt bei der Planung auf ein "nicht validiertes Angebot" eingelassen und sich stattdessen an den ungeprüften Angaben einer anderen Stadt orientiert habe, könne er nicht begreifen. "So was darf nicht passieren!" Auch dass die jetzt anvisierte "08/15-Lösung" noch immer nicht realisiert worden sei, verstehe er nicht. Zweifelhaft sei auch der Erfolg der jetzt geplanten Variante. Denn herausnehmbare Poller hatte es im Quartier schon in der Vergangenheit gegeben. Genutzt haben sie Alfa zufolge nicht viel, weil die Sperren tagsüber zwar abmontiert, abends aber häufig nicht wieder eingesetzt wurden.

Der Erste Stadtrat Bernd Groh versicherte im Ausschuss: "Die Poller werden nach Pfingsten gesetzt."

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