Auf der Erlenbachhalle in Bad Camberg-Erbach ist bereits ein Stück energetischer Zukunft zu besichtigen: Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage installiert.
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Auf der Erlenbachhalle in Bad Camberg-Erbach ist bereits ein Stück energetischer Zukunft zu besichtigen: Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage installiert.

WfH-Antrag

Wird Hadamar zur Klima-Kommune? - Grüne machen sich bemerkbar

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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WfH-Antrag: Wirtschaftlichkeit regenerativer Energien soll geprüft werden.

Hadamar -Rund ein halbes Jahr vor der Kommunalwahl am 14. März bringt sich der im vergangenen Jahr gegründete Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen in Position. In der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten speiste die Partei ihre Anregung zur Installation von Photovoltaikanlagen in einen Prüfantrag der Bürgerinitiative "Wir für Hadamar" (WfH) ein, den die Mandatsträger ohne weitere Diskussion annahmen.

Darin heißt es, der Magistrat möge prüfen, "welche städtischen Gebäude und Grundstücke sich für die Installation von Photovoltaik-Anlagen eignen". Dabei solle auch "ein gesteigerter Einsatz zur Abdeckung des hohen Energiebedarfs des Freibades" berücksichtigt werden. Weiter lautet der Antrag zu Nutzung regenerativer Energien: "Die detaillierten Ergebnisse der Prüfung sollen inklusive einer jeweiligen Wirtschaftlichkeitsrechnung der Stadtverordnetenversammlung bis spätestens zu ihrer Sitzung im Dezember dieses Jahres vorgelegt werden."

Der vorliegende Prüfantrag sei der dritte Anlauf, "das Thema Photovoltaik in Hadamar zu befördern", sagte WfH-Sprecher Johannes Müller im Parlament. Dabei sei der Ansatz rein pragmatisch. "Tragen wir als Stadt Hadamar mit Nachdruck zu einer dezentralen, umweltverträglichen Energiegewinnung bei", forderte Müller.

Synergieeffekte nutzen

Außerdem sollten vorhandene Synergien genutzt werden, "um daraus den größtmöglichen Einnahmenüberschuss unserem nun auch noch durch die Corona-bedingten Einbußen bitter gebeutelten Haushalt zuzuführen", formulierte der WfH-Sprecher. Als weiteren Grund, dem Prüfantrag seiner Fraktion zu folgen, führte er die "fortschreitende technische Entwicklung" sowie "die umfassenden Förderprogramme mit hohen Förderquoten und qualifizierter fachlicher Beratung" an. Beide Entwicklungen sollten sich die Politiker zum Verbündeten machen, forderte Johannes Müller und bezog in seine Erklärung ausdrücklich Bernd Scholz ein, den klimapolitischen Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen.

Scholz habe die WfH auf das vom Land Hessen aufgelegte Programm "Bündnis Klima-Kommunen" aufmerksam gemacht, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative. Nun solle die Stadt den kostenfreien Beitritt zu diesem Programm prüfen, dem sich Müller zufolge bereits die Gemeinde Beselich sowie die Städte Limburg, Bad Camberg und Weilburg angeschlossen haben. In diesem erstmals 2016 geschmiedeten Bündnis schließen sich hessische Städte, Gemeinden und Landkreise "für den Klimaschutz und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels" zusammen, teilt das Umweltministerium mit. Mit der Unterzeichnung der Bündnis-Charta verpflichten sich die Kommunen "Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen auf kommunaler Ebene umzusetzen und damit einen Beitrag zur Erreichung der landesweiten Klimaschutzziele zu leisten. Zusätzlich müssen die Kommunen auch im Bereich Klimaanpassung vor Ort aktiv werden".

Schulung und Sensibilisierung

Diese klimapolitische Anstrengung solle nun auch die Stadt Hadamar durch den Beitritt zum Klima-Bündnis unternehmen, sagte WfH-Sprecher Johannes Müller in der Stadtverordnetenversammlung. Dabei gehe es allerdings nicht nur darum, von der Landesregierung höhere Förderquoten zu erlangen. Vielmehr woll man vor allem "einen einfachen, niederschwelligen Zugang zu einer kompetenten Fachberatung und Begleitung im gesamten Bereich Energie, Klima und Umwelt". (Von Anken Bonhorst-Vollmer)

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