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Einige Häuser in der Borngasse sind liebevoll saniert. Aber das reicht nicht, um den Wohnwert zu erhalten, meint Anwohnerin Nicole Larsche.

Reinigung

Die Hadamarer Borngasse müsste dringend aufgeräumt werden - dauerhaft

Die Wohnqualität in der Borngasse hat den Tiefpunkt erreicht. Dabei könnte die Gegend ein Schmuckkästchen sein.

Als Nicole Larsche und ihr Mann vor zweieinhalb Jahren ein Haus in der Fürstenstadt kauften, waren sie glücklich. Die Immobilie ist zentral gelegen, Einkaufsmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden, die Tochter kann zu Fuß zur Schule gehen, und der Kaufpreis für das rund 240 Quadratmeter große Eigenheim stimmte. Nur die Adresse nicht. Aber das merkten die Eheleute erst später.

Dass die Borngasse in Hadamar keine Top-Lage ist, wurde ihnen erst klar, als sie in Hausnummer 28 eingezogen waren und feststellen mussten: Nachts ist es laut und das Verkehrsaufkommen ist hoch, auch wenn die Straße als Spielstraße ausgewiesen ist. Außerdem werde die Gasse als öffentliche Müllkippe verstanden, empört sich Nicole Larsche. Leere Pappbecher, zerschmetterte Bierflaschen, Hundekot.

Schmuckstücke der Stadt

Die Wohnqualität steigert das nicht, findet auch Andreas Alfa, Sprecher der Bürgerinitiative Wir für Hadamar (WfH). Dabei könnten die Born- und auch die angrenzende Brückengasse „Schmuckkästchen“ im Stadtbild sein. In der Tat sind einige Häuser liebevoll saniert und präsentieren sich mit adrett herausgeputzten Fassaden. Und darauf müsse man aufsetzen, sagt Andreas Alfa. Die Eigentümer hätten sich engagiert. Das müsse die Stadt honorieren. Konkret fordert die Initiative WfH, finanzielle Anreize zur Altstadtsanierung zu schaffen. Darüber verhandele man in der Stadtverordnetenversammlung seit Jahren.

Ebenso wie über das Verkehrsaufkommen in der Born- und Brückengasse. Allein das Schild „Spielstraße“ beeindrucke die Autofahrer nicht. Sie sausen daran vorbei, um unmittelbar vor einem Wettbüro oder der schräg gegenüber liegenden Kneipe halten zu können. „Wenn dann plötzlich ein Kind auf die Straße läuft, gäbe es eine Katastrophe“, sagt Anwohnerin Larsche. Ihr kleiner Sohn ist zwei Jahre alt.

Eine Schranke an der Zufahrt vom Melanderplatz könnte hier die Lösung sein, sagt Andreas Alfa. Oder der Schutzmann vor Ort, oder die beiden neuen Einsatzkräfte, die die Arbeit des Ordnungsamts verstärken sollen, zählt der WfH-Sprecher mögliche Verbesserungsoptionen auf. Fest steht, es muss etwas geschehen, um diesen Brennpunkt zu entschärfen. Das sieht auch die Stadt. Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) hat zu diesem Thema für den 18. Februar, 18.30 Uhr, zu einer Bürgerversammlung in die Stadthalle eingeladen.

von ANKEN BOHNHORST

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