Das Herzenbergplateau sei sein Lieblingsplatz, sagt Bürgermeister Michael Ruoff (CDU).
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Das Herzenbergplateau sei sein Lieblingsplatz, sagt Bürgermeister Michael Ruoff (CDU).

Dritte Amtszeit angestrebt

Heimatliebe rostet nicht

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Michael Ruoff (CDU) will auch nach dem 14. März Bürgermeister der Stadt Hadamar bleiben.

Hadamar -Wer mit Michael Ruoff einen Spaziergang durch die Stadt unternimmt, braucht viel Zeit. Hadamar ist Ruoffs Heimatstadt. Beinahe jedes Haus kennt er hier, viele davon auch von innen. Es gibt kaum Plätze und Straßenecken, zu denen ihm keine kleine Geschichte einfällt. Etwa die, dass er nur wenige Schritte vom Rathaus entfernt im Sankt Anna Haus geboren und in der dortigen Kapelle getauft wurde. 57 Jahre ist das her. Oder er erzählt von seiner Tante Lilli, die in der Kernstadt eine Gastwirtschaft betrieb und von Onkel Josef mit einer Werkstatt in der Faulbacher Straße. Und vom Ziergarten am Herzenberg, der vor vielen Jahren der Spielplatz des Kindergartens war. Seine älteren Geschwister und deren Spielkameraden seien dort von den Nonnen hingeführt worden, um sich auszutoben.

Der Herzenberg

ist sein Lieblingsplatz

Und überhaupt: Der Herzenberg. Das Plateau sei sein Lieblingsplatz, sagt Michael Ruoff. Schon immer gewesen. Schon als Kind sei er mit seinen Eltern vor jeder Urlaubsfahrt hier her gefahren, um sich den Reisesegen abzuholen. Auch nach seiner ersten Wahl zum Bürgermeister kam er zuallererst hier her, um zusammen mit seiner Frau in der Kapelle zu beten.

Wer Michael Ruoff begegnet, hat eine große Chance auf die Erweiterung der heimatkundlichen Kenntnisse. Zuletzt wieder vor wenigen Tagen beim Spatenstich für eine High-Tech-Infrastruktur, die Hadamar in eine neue digitale Dimension katapultieren soll. Die Stadt werde "fit für die Zukunft" gemacht, freute sich der Bürgermeister und hielt den Geschäftspartnern von Syna und Telekom sogleich ein kleines Referat über die ehemalige Gasfabrik, die im vergangenen Jahrhundert an eben dieser Stelle Strom produzierte und also auch damals die Entwicklung der Stadt vorantrieb. Anfang der 1920er Jahre habe der Betrieb dafür gesorgt, dass an Heilig Abend ein kleines elektrisches Licht in der Kirche strahlte, berichtet Michael Ruoff. Das sei doch eine großartige Errungenschaft in seiner Heimatstadt gewesen, findet er. Das muss man doch erzählen. Dass seine Ausführungen bisweilen ein wenig ausschweifend werden und möglicherweise nicht jeden so faszinieren wie ihn selbst, stört ihn nicht. "Das kann ich mir sogar denken", sagt Michael Ruoff und lacht.

Allerdings wäre er ohne die Liebe zu seiner Heimat und deren Geschichte längst nicht so verwurzelt in einer Stadt, die manchmal als schwierig gilt. Gefühlte Unsicherheit und infrastrukturelle Defizite gelten als neuralgische Punkte in Hadamar. Betrüblich ist auch, dass das musische Internat auf Geheiß des Bistums das Konvikt und die Stadt verlassen hat, sagt Ruoff. Auch das sei ein Schlag gewesen. Dass es Problemfelder in seiner Kommune gibt, leugnet er nicht. Er kennt die Vorbehalte gegen Politik und Verwaltung. Er weiß, dass noch viel zu tun ist. Aber in einer anderen Stadt leben oder für eine andere Stadt arbeiten? Für den 57-Jährigen ist das unvorstellbar.

Dabei hatte er bis zu seiner ersten Amtszeit, die 2009 begann, den Radius seiner beruflichen Wirkung weit über die Stadtgrenzen hinaus gezogen. Michael Ruoff ist Verwaltungsfachmann; seine Ausbildung absolvierte er in der Kreisverwaltung in Limburg. Und da sei er wohl auch für die Politik sensibilisiert worden, meint er im Rückblick. Immerhin war er bereits mit 16 Jahren im Kreistag, erzählt er. Nun ja, nicht als gewähltes Mitglied, sondern als Azubi der Kreisverwaltung. Als derjenige, der die Stühle in Position brachte und Tischvorlagen verteilte. Aber beeindruckt habe ihn das schon, wie die Bürgermeister kamen und diskutierten.

An der Seite von

Walter Wallmann

Und dann, eines Tages, kam sogar der damalige hessische Ministerpräsident Walter Wallmann (CDU) in den Kreistag. Während dessen gesamten Besuchs wich Michael Ruoff ihm nicht von der Seite. "Das war mein Auftrag." Für den Sicherheitsdienst des Ministerpräsidenten sollte er Protokoll führen. Das war sein Erweckungserlebnis - für politisches Engagement. Für die CDU noch nicht. In die trat er erst 2014 ein, während seiner zweiten Amtszeit als Bürgermeister. Die Schnittmenge sei bei den Christdemokraten am größten, sagt Ruoff. Bürgermeister aber sei er für alle Hadamarer, und das will er bleiben.

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