Die Kita in Niederzeuzheim ist sanierungsbedürftig und platzt aus allen Nähten.
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Die Kita in Niederzeuzheim ist sanierungsbedürftig und platzt aus allen Nähten.

Kita St. Peter platzt aus allen Nähten

Keine Kinder an die Wahlkampffront

Wie geht es weiter für die Kita-Kinder in Niederzeuzheim? Nach einem offenen Schlagabtausch zwischen Eltern,Grünen und der Rathaus-CDU meldet sich jetzt auch die SPD Hadamar.

Hadamar -Die Kindertagesstätte St. Peter ist sanierungsbedürftig und zu klein. Darauf hatten die Eltern und Erziehungsberechtigten während der vergangenen Monate immer wieder hingewiesen. Der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen verfasste Anfang des Jahres einen Brandbrief an die Stadt, um auf die Missstände hinzuweisen und Perspektiven einzufordern. Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) und Mitglieder seiner Partei reagierten, indem sie die Schwierigkeit bei der Kinderbetreuung aus ihrer Sicht darstellten, und auch die Pfarrei als Trägerin der Kita teilte mit, die Situation in der Einrichtung sei bekannt und der Handlungsbedarf werde gesehen. "Der Verwaltungsrat der Pfarrei, Vertreter des Ordinariates sowie der Stadt Hadamar sind seit einiger Zeit im konstruktiven Austausch", sagt Bistumssprecher Stephan Schnelle.

Jetzt bezieht auch die SPD Position. Die öffentlich ausgetragene Kontroverse müsse sachlich geführt werden, fordert der Ortsvereinsvorsitzende Sven Glombitza. "Die Frage nach Betreuungsplätzen für Kinder, deren Verteilung und Planung muss immer entlang der Interessen aller Hadamarer Bürger und Bürgerinnen diskutiert werden. Der Streit um die beste Lösung sollte folglich in der Abwägung der tatsächlich bestehenden Sachlage und der sich daraus ergebenden Möglichkeiten geführt werden und darf nicht in wahltaktisch motivierten Kampagnen enden. Kommunalpolitisches Engagement und das bloße Schüren von Emotionen sind nicht undifferenziert gleichzusetzen."

Die SPD nehme die Wünsche und Sorgen der Eltern sehr ernst, betont Glombitza. So seien die Baumaßnahmen rund um die Kindertagesstätte St. Peter zwar im Haushaltsplan der Stadt vermerkt. Fakt sei aber auch, "dass nach der "vollmundigen Ankündigung des Bürgermeisters vor mehr als einem Jahr hinsichtlich der Renovierung nichts weiter geschehen ist".

Renovierung

wird unterstützt

Die SPD unterstütze ausdrücklich die Renovierung der Kita, sagt Glombitza. Allerdings sei seiner Partei der aktuelle Stand der geplanten Maßnahmen nicht bekannt. "Das Bauprojekt ist zwar schon lange geplant, aber die Ausführung hängt entscheidend vom Bistum Limburg ab, dem das Gebäude gehört." Auf Anfrage der SPD habe das Bistum erklärt, "der derzeitige Stand der Planungen soll zu Beginn des Jahres 2021 dem Magistrat vorgestellt werden". Vorausgesetzt, dass hier "keine bloße Beschwichtigungsstrategie vorliegt", sagt Sven Glombitza, "bleibt zu hoffen, dass mit dem Erhalt der Ergebnisse Bewegung in das Projekt kommt".

Auch auf die Bedenken der Eltern, dass die Kita-Kapazität in Niederzeuzheim kurzfristig nicht ausreicht und die Kinder in anderen Einrichtungen der Stadt untergebracht werden müssen, geht der SPD-Ortsvereinsvorsitzende ein. Dass juristisch tatsächlich kein Anspruch auf eine Kinderbetreuung vor Ort bestehe, sei zwar richtig, räumt Glombitza ein. Dies hatte die Stadt erklärt und dabei auf gesetzliche Vorgaben verwiesen. Eltern müssten somit durchaus hinnehmen, dass ihr Kind in der Kita eines anderen Stadtteils untergebracht würden, sagt der SPD-Mann.

Aber gerade das zeige, wie wichtig die Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahme der Kita St. Peter sei. Dennoch sei das Thema zu ernst, um es als Wahlkampfmunition zu verwenden. Einfache Lösungen auf der Grundlage schneller Schuldzuweisungen werde es nicht geben.

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