Für dieses Haus in der Kirchgasse 27 will die Stadt Hadamar ihr Vorkaufsrecht ausüben. Langfristiges Ziel ist es, das Areal um die Liebfrauenkirche aufzuhübschen.
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Für dieses Haus in der Kirchgasse 27 will die Stadt Hadamar ihr Vorkaufsrecht ausüben. Langfristiges Ziel ist es, das Areal um die Liebfrauenkirche aufzuhübschen.

Die Stadt Hadamar will ihr Vorkaufsrecht für ein Haus ausüben

Die Kirchgasse durch einen Hauskauf aufwerten

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Langfristig soll diese Immobilie nahe der Liebfrauenkirche in ein städtebauliches Gesamtkonzept der Kommune aufgenommen und neu gestaltet werden

Hadamar -Was soll aus dem Haus Nummer 27 in der Kirchgasse werden? Ein Schmuckstück ist die Immobilie in unmittelbarer Nähe zur Liebfrauenkirche und dem dahinter liegenden historischen Friedhof am Elbbach jedenfalls längst nicht mehr. Dem äußeren Anschein nach ist das Gebäude intakt. Mehr nicht. Der Putz oberhalb des geklinkerten Sockels ist abgeplatzt, der darüberliegende hat sich in wenig ansehnliches Grau verfärbt. Auf der freien Giebelseite breiten sich dunkle Flecken aus.

Gemeinsam mit den daran angrenzenden Bauruinen, die einem Privatmann aus der Oberlahn-Gemeinde Weinbach gehören, bietet das Ensemble in der Kirchgasse allerdings durchaus Möglichkeiten zur weiteren Stadtentwicklung. Deshalb haben die Stadtverordneten in ihrer aktuellen Sitzung beschlossen, das Vorkaufsrecht für das Anwesen Kirchgasse 27 auszuüben. Der Kaufpreis, der in dem Vertrag vereinbart ist, in den die Stadt eintreten will, wird einstweilen nicht öffentlich genannt. Die Kaufnebenkosten liegen bei 10 000 Euro.

Der Ankauf der Immobilie sei "notwendig und sinnvoll", sagte Hans Reichwein, Fraktionsvorsitzender der Bürgerinitiative "Wir für Hadamar", WfH. Die Liebfrauenkirche werden gegenwärtig für rund 1,5 Millionen Euro saniert. Da sei es nur folgerichtig, auch das Umfeld des Gotteshauses in Ordnung zu bringen.

Parkplätze?

Der WfH schwebt vor, dort einen Platz mit Grünanlage und Parkmöglichkeiten zu errichten. Das gesamte Quartier würde dadurch eine Aufwertung erfahren, sagte Reichwein. Dass das Haus Kirchgasse 27 langfristig erhalten bleibe, ist nach seiner Einschätzung unrealistisch, auch wenn das Bauamt der Stadt der Immobilie zuletzt einen "gepflegten Zustand" attestiert habe.

Das sieht Susanne Langel, Vorsitzende der FWG-Fraktion, ähnlich. Die Parlamentarier hätten die Kernstadt mit einer Veränderungssperre belegt, gerade weil sie an der städtebaulichen Gestaltung mitwirken wollten. Dies sei "viel einfacher, wenn die Stadt Eigentümerin der Grundstücke ist". Dass vor der Liebfrauenkirche allerdings nur Parkplätze entstehen sollen, lehnte Langel ab.

Trotzdem: "Jetzt das Vorkaufsrecht zu verwirken, wäre ein großer Fehler", sagte Susanne Langel und erinnerte an das Bahnhofsgebäude. Das habe man damals zu kaufen versäumt. Die Folge sei sichtbar: Das Gebäude verkommt. Das dürfe die Stadtverordnetenversammlung nicht erneut riskieren, mahnte die Sprecherin der FWG.

Gegen die Ausübung des Vorkaufsrechts sprach sich dagegen der SPD-Stadtverordnete Marius Lorkowski aus. Er plädierte dafür, erst ein Konzept zur Stadtplanung zu erarbeiten, bevor Häuser gekauft würden. Dass die jetzt eingeschlagene Vorgehensweise falsch sei, belege die Erfahrung der Vergangenheit, in der die Stadt immer wieder versucht habe, die Nachbarhäuser in der Kirchgasse zu erwerben. Vergeblich, stellte Lorkowski fest. "Wollen wir so weitermachen?", fragte der Stadtverordnete im Parlament und stellte für die Sozialdemokraten klar: "Mit uns nicht."

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