Die wenigen Busverbindungen zwischen Steinbach und Hadamar sind an den Schülerverkehr angepasst. Wer nicht gerade zur Schule in die Fürstenstadt fahren will, hat Pech gehabt. Das möchte der Ortsverband der Grünen ändern.
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Die wenigen Busverbindungen zwischen Steinbach und Hadamar sind an den Schülerverkehr angepasst. Wer nicht gerade zur Schule in die Fürstenstadt fahren will, hat Pech gehabt. Das möchte der Ortsverband der Grünen ändern.

Bessere Mobilität

Infrastruktur mangelhaft: Wer kein Auto hat, ist abgehängt

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Die Infrastruktur in Hadamar bei Limburg ist laut den Grünen mangelhaft. Die Partei kritisiert vor allem fehlende Busanbindung zur Kernstadt.

Hadamar – Wer im Hadamarer Stadtteil Steinbach, Nieder- oder Oberweyer (Kreis Limburg-Weilburg) wohnt und kein Auto hat, ist abgehängt, sagt Anke Föh-Harshman vom Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen. Kulturelle oder gesellschaftliche Veranstaltungen in der Kernstadt, spontane Treffen oder Verabredungen in einem der anderen Stadtteile kann nur wahrnehmen, wem eine private Beförderungsmöglichkeit zur Verfügung steht.

Die Infrastruktur sei mangelhaft, stellt die Grünen-Politikerin fest. Nur viermal am Tag fahre ein Bus direkt von Steinbach nach Hadamar und zwar morgens, um die Schüler zu transportieren und nachmittags. Für die Rückfahrt von der Kernstadt in das rund sechs Kilometer entfernte Steinbach stünden immerhin sieben Verbindungen zur Verfügung. „Busverbindungen nach Limburg und Beselich sind für diese Ortsteile häufiger und einfacher als die nach Hadamar“, sagt Föh-Harshman. Nach Auffassung der Grünen ist das ein Missstand. Auch dass nachts und an Wochenenden die Verbindungen vollends gekappt sind, kritisieren sie.

Hadamar bei Limburg: Mangelnde Infrastruktur - Stadtverwaltung muss erreichbar sein

Das Anrufsammeltaxi (AST), das nach Einschätzung der Grünen-Politikerin eine sinnvolle Einrichtung gewesen sei, gibt es derzeit nicht. Das bestätigt Bürgermeister Michael Ruoff (CDU). Die Verwaltung arbeite an einer gemeinsamen Lösung mit der Stadt Limburg. "Bis dahin haben wir die vorgesehenen Mittel gesperrt." Tatsächlich sei das Anrufsammeltaxi ohnehin nur bis Ahlbach gefahren, sagt Föh-Harshman. Für die restliche Strecke bis Hadamar habe dann erneut eine private Transportlösung gefunden werden müssen. "Dies finden wir aus den verschiedensten Gründen bedenklich."

Denn den Grünen zufolge sind auch die digitalen Transportwege und Dienste des Rathauses und der Stadtverwaltung nicht ausreichend ausgebaut. "Um notwendige Erledigungen durchzuführen, müssen die Einwohner in der Lage sein, die Stadtverwaltung zu erreichen." Zum Beispiel um Fahrscheine für das Jugendtaxi zu erwerben, die es nur im Rathaus gebe. "Aber wie sollen die Jugendlichen ohne Führerschein an diese kommen, wenn sie nicht gerade in der Kernstadt wohnen?", fragt Föh-Harshman. Sie fordert: "Eine Verkehrswende muss den ländlichen Raum mit einbeziehen." Die Verkehrs- und Transportkonzepte müssten zuverlässig und "an die Bedürfnisse der Bevölkerung und der heimischen Wirtschaft angepasst" sein. Nur so könne erreicht werden, dass das Privatauto öfter stehen gelassen werde.

Mobilität in Hadamar bei Limburg: Mini-Busse und Anrufsammeltaxi

Aus Sicht des Grünen-Ortsverbands sollen Mini-Busse eingesetzt werden, die die Stadtteile mit der Kernstadt während der Geschäftszeiten regelmäßig verbinden und auch beispielsweise das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ), die AWO oder die Supermärkte anfahren.

Außerdem soll das Limburger Anrufsammeltaxi das gesamte Stadtgebiet von Hadamar in seinen Streckenplan aufnehmen, und die Grünen plädieren für eine Schnellbuslinie zwischen dem Stadtteil Oberweyer und dem ICE-Bahnhof Limburg Süd. Nur durch den Ausbau des Verkehrsnetzes könne gelingen, dass sich die Bürger der kleineren Stadtteile nicht abgehängt, sondern verbunden fühlen. (Von Anken Bohnhorst)

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