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Männer arbeiten in einem Neubaugebiet am Dach eines Neubaus.

Neubaugebiete beliebt

Mehr Wohnraum in Hadamar – aber wo?

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Die Nachfrage nach Neubaugebieten floriert in den Gemeinden Hadamar, Elz, Dornburg, Waldbrunn und Elbtal und soll befriedigt werden, stimmen die Bürgermeister überein. Gleichzeitig sollen die Innenbereiche der Orte belebt bleiben. Eine Bestandsaufnahme.

Rund 1,5 Hektar ist die Fläche für das Neubaugebiet Galgenberg/Am Bruchborn II an der Faulbacher Straße in Hadamar groß. 24 Grundstücke für Wohnhäuser sowie ein Mischgebiet als Lärmpuffer zum nahe gelegenen Sportplatz sind ausgewiesen, sagt Bürgermeister Michael Ruoff (CDU).

Den Quadratmeterpreis für die Wohnbaufläche hat die Stadtverordnetenversammlung auf 180 Euro, für die Mischgebietsfläche auf 150 Euro festgesetzt. Der Boden ist planiert, die Baustraßen sind angelegt. Die Bagger werden demnächst anrollen, denn die Nachfrage nach Grundstücken ist Ruoff zufolge groß. Auch in den Hadamarer Stadtteilen Steinbach, Niederhadamar und Oberzeuzheim gibt es kleinere Neubaugebiete, „weil eben gerade junge Familien häufig lieber neu bauen wollen“. Und das nicht nur in der Fürstenstadt.

In Waldbrunn gibt es derzeit „drei aktive Baugebiete“, teilt Bürgermeister Peter Blum (parteilos) mit. In Ellar, Fussingen und Lahr. Auch die Gemeinde Elbtal hat in ihrem Ortsteil Heuchelheim ein Neubaugebiet für elf Baugrundstücke ausgewiesen, die allerdings noch nicht erschlossen sind.

In Hangenmeilingen gibt es nach Auskunft von Bürgermeister Joachim Lehnert (parteilos) fünf oder sechs Baugrundstücke. „Ob und wann dieses Baugebiet ausgewiesen werden kann, steht derzeit noch nicht fest, da dies von sehr vielen Faktoren abhängt, die teilweise nicht von uns beeinflusst werden können.“

Ein Faktor dürfte die Aufnahmen in das Dorfentwicklungsprogramm sein. Ziel dieser vom hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aufgelegten Maßnahme ist es, „die Dörfer im ländlichen Raum als attraktiven und lebendigen Lebensraum zu gestalten sowie durch eine eigenständige Entwicklung die sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen

Potenziale vor Ort

zu mobilisieren“, teilt die Behörde mit.

Sobald eine Gemeinde in dieses Programm des Landes aufgenommen wurde, darf sie keine Neubaugebiete mehr ausweisen. Die Ambitionen für Heuchelheim würde dadurch nicht beschnitten, weil dieses Neubaugebiet bereits bestand, ehe die Gemeinde in das Programm aufgenommen wurde, sagt Lehnert.

Andreas Höfner (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Dornburg, teilt mit, dass in seiner Kommune derzeit Wohnraum in Frickhofen (26 Baugrundstücke im Dornburg-Park), Dorndorf (acht Grundstücke) und Wilsenroth (elf Grundstücke) geschaffen wird. Eine weiteres Areal in Dorndorf wird im Augenblick untersucht, um die Bodenbeschaffenheit und damit die Tauglichkeit als Baugebiet bestimmen zu können, berichtet Höfner.

Allerdings bemüht sich auch die Gemeinde Dornburg um die Aufnahme ins hessische Dorfentwicklungsprogramm, um die Innenbereiche der Orte zu beleben. Aber das ist schwierig. Innerörtliche Grundstücke sind Mangelware und werden eher selten von den privaten Eigentümern veräußert. „Wenn sich etwas tut, dann greifen wir zu“, sagt der Bürgermeister.

Der Elzer Bürgermeister Horst Kaiser (CDU) konzentriert sich ebenfalls auf die Revitalisierung des Ortskerns. Das sei schon deshalb geboten, weil die Gemeinde mit rund 8400 Einwohnern nur eine Fläche von 18 Quadratkilometern zur Verfügung hat. Konkret bedeutet das: Im Neubaugebiet Fleckenberg nehme man „Abrundungen“ vor, um noch offene Fläche zu nutzen, sagt Kaiser. Die Warteliste für Baugrundstücke sei lang. Dennoch will die Verwaltung den Innenbereich fördern und vorhandene Immobilien erhalten. Das Projekt „Neue Mitte“ soll hier die Weiterentwicklung forcieren. Die „Infrastruktur in Elz ist sehr gut“, sagt Horst Kaiser. Die Anbindung an Bus- und Bahnlinien sowie die Nahversorgung erhöhen die Attraktivität des Innenraums.

Daran arbeitet auch Hadamars Bürgermeister Michael Ruoff. Der Immobilienbestand in der Fürstenstadt ist vorhanden, räumt er ein. Nur wenn die Häuser unter Berücksichtigung aller Vorgaben des Denkmalschutzes saniert werden müssen, sei es nicht verwunderlich, dass „die Leute lieber in ein Neubaugebiet wollen“.

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