Harald Kalteier und Iris Bausch-Berg von der Generationenhilfe Hadamar wollen in der Graf-Emich-Anlage einen Kneipp-Parcours anlegen.
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Harald Kalteier und Iris Bausch-Berg von der Generationenhilfe Hadamar wollen in der Graf-Emich-Anlage einen Kneipp-Parcours anlegen.

Aufwertung der Graf-Emich-Anlage geplant

Mit Sebastian Kneipp durch Hadamar waten

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Die Generationenhilfe schlägt vor, in der Fürstenstadt einen Gesundheitsparcours zu errichten.

Hadamar -Rund 700 Kneipp-Anlagen gibt es in Deutschland. In der näheren Umgebung zum Beispiel in der Kurstadt Bad Camberg und demnächst möglicherweise auch in der Fürstenstadt. Das jedenfalls ist der Plan, den Iris Bausch-Berg und Harald Kalteier von der Senioren-Organisation Generationenhilfe Hadamar entwickelt haben. Danach könnten die Spuren von Sebastian Kneipp durch die gesamte Stadt führen. Anstatt durch ein rechteckiges Wasserbassin zu waten, könnten künftige Kneippianer ihre Kaltwassertherapie im mählich dahinfließenden Elbbach genießen, sagt Kalteier. Die Unterarme in eine Wasserwanne zu tunken sei im Garten des Awo-Sozialzentrums in der Hammelburg vorgesehen. Und ein Kneippscher Dreiklang gelänge, wenn im Rosengarten die Pracht von Duft- und Heilpflanzen erlebt würde, findet Iris Bausch-Berg.

Dass das geht, zeigt Harald Kalteier, Vorsitzender der Generationenhilfe, nahe der Brücke am Fohlenhof. Beherzt klettert er ein paar Steinstufen an der Uferböschung hinab, steigt in den Bach und lässt seine Beine umspülen. Storchengleich staksen wie es die reine Lehre von Sebastian Kneipp vorsieht, ist derzeit allerdings nicht möglich. Der Untergrund ist uneben und rutschig. Aber die Graf-Emich-Anlage soll ohnehin umgeplant werden. Das hatte Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) zu Beginn des Jahres erklärt. Für rund 25 000 Euro wurde ein Konzept für die neue Gestaltung der Grünanlage zwischen Neuer Chaussee und Liebfrauenkirche erstellt und den städtischen Gremien vorgelegt. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme gab Bauamtsleiter Hans-Georg Kaiser mit einem "hohen sechsstelligen Betrag" an.

Viele positive

Rückmeldungen

Eine Kneipp-Wassertretanlage am Fohlenhof könnte wunderbar in dieses Konzept passen, finden Kalteier und Bausch-Berg, zumal die Generationenhilfe seit 2019 Teil des bundesweiten Projekts "In Form - Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung im Alter" ist. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft beteiligt sich an der Förderung, und auch der Magistrat der Stadt Hadamar hatte Unterstützung signalisiert. Deshalb, sagt Bausch-Berg, stellte eine Arbeitsgruppe der Generationenhilfe Vorschläge für ein Programm zusammen und wandte sich an den Magistrat: Trotz des Stillstands, zu dem die Corona-Pandemie die Organisation zwinge, habe man Ideen gesammelt und fühle sich bestärkt "durch die vielen positiven Rückmeldungen aus der Politik und der Öffentlichkeit", schreiben die Vorsitzenden der Generationenhilfe.

Konkret beschäftige man sich mit dem Thema Kneipp, weil immer wieder der Wunsch nach einem gesundheitsfördernden Wasserbecken geäußert werde. "Wir sind informiert, dass die Stadt Hadamar durch Baumaßnahmen eine Aufwertung der Graf-Emich-Anlage plant. Gerne würden wir unsere Überlegungen einbringen. Die Generationenhilfe Hadamar e.V. wäre dankbar, wenn Sie uns in die Planungen einbeziehen würden", heißt es in dem Schreiben an den Magistrat weiter, und Bausch-Berg schiebt sogleich einen Vorschlag nach: "Ergänzend zum Wassertretbecken wären Ruheplätze mit Liegen, ein Teepavillion und ein Wasserspielplatz für Kinder sinnvoll."

Neuem abgeneigt ist die Verwaltung keineswegs. "Wir möchten uns herzlich für Ihr Engagement und Bereitschaft zur Einbringung in die geplante Maßnahme bedanken", schreibt Bauamtsleiter Kaiser zurück. Bereits in der kommenden Woche werde mit dem Fachdienst Wasser-, Boden- und Immissionsschutz und dem mit der Umgestaltung der Grünanlage beauftragten Planungsbüro ein Gespräch geführt. "Hier werde ich Ihr Anliegen vorbringen und auch anschließend den Magistrat informieren", so Kaiser.

Bürgermeister Ruoff bleibt zurückhaltend: Da noch kein detaillierter Antrag vorliege, könne er sich nicht äußern. Aber: "Den bereits in den Gremien beratenen und beschlossenen Kneippgarten bei der Awo habe ich jedenfalls immer unterstützt." Außerdem weist er darauf hin, dass "im Investitionshaushalt 2020/21 der Stadt Mittel in Höhe von 10 000 Euro als Baukostenzuschuss für die Umgestaltung der Gartenanlage des Seniorenzentrums Awo in einen Kneipp-Garten vorgesehen waren und bereits 2020 ausgezahlt wurden."

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