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Seit dem 1. Oktober 1886 rollen Züge über die Brücke durch Hadamar, wie hier ein Sonderzug von Westerburg am 28. Dezember 2013. Nach 130 Jahren findet in diesem Jahr eine umfangreiche Sanierung statt. Foto: Günther

Ab Mai für 14 Wochen gesperrt

Rundum-Sanierung für das Viadukt in Hadamar

Die Gewölbebrücke ist in die Jahre gekommen. Deshalb erneuert die Deutsche Bahn Bruchsteinmauern, Ziegelsteingewölbe, Fahrbahnplatte und Gleise. Bahnreisende zwischen Hadamar und Westerburg müssen von Mai an auf Busse umsteigen.

Seit 130 Jahren rollen Züge über die Hadamarer Eisenbahnbrücke. Eine tägliche Belastung mit Folgen: Das denkmalgeschützte Viadukt muss rundum saniert werden. Das hatte die Deutsche Bahn im Sommer vergangenen Jahres angekündigt und ihre Pläne in einer Bürgerversammlung vorgestellt. Jetzt ist es so weit: Derzeit richtet die Firma Bickhardt Bau GmbH aus Kirchheim auf dem freien Platz neben dem ehemaligen Hadamarer Bahnhofsgebäude die Baustelle ein. Die größte Herausforderung stellt die dichte Bebauung rechts und links der aus zehn Gewölbebögen und zwei Durchfahrten bestehenden 110 Meter langen Brücke dar.

Als erste Arbeiten sind der Abbruch und anschließende Neubau der Stützwand neben der alten Franziskanertreppe vorgesehen. Diese soll in Zukunft wieder eine direkte Verbindung von der Kirchgasse hinauf zur Vitos-Klinik herstellen. Unter und neben der Brücke ist der Umbau mehrerer Dachüberstände notwendig. Danach erfolgt die Instandsetzung des Bruchsteinmauerwerks und der Ziegelsteingewölbe. Sie werden mit Nadelankern stabilisiert und großenteils neu verfugt. Während dieser Bauphase kann der Zugverkehr laut Deutscher Bahn ungehindert weiter fließen.

Erst wenn am 5. Mai die Arbeiten an den Gleisen starten, wird das Viadukt für den Eisenbahnverkehr gesperrt – voraussichtlich 14 Wochen lang. Zunächst werden Gleise und Schotter entfernt, dann die beiden eisernen Brückenträger sowie die Geländer und alten Gesimse abgebrochen. Anschließend erfolgt der Neubau der beiden Brücken als Betonkonstruktion. Als neue Fahrbahnplatte auf den sanierten Gewölben werden 46 Fertigteile eingehoben. Da neben dem Gleis ein Rettungsweg gefordert ist, wird die neue Fahrbahnplatte auf jeder Seite rund 40 Zentimeter breiter als bisher.

Die Arbeitszeiten sind während der gesamten Baumaßnahme auf Werktage jeweils von 7 bis 20 Uhr begrenzt. Für das Einheben der Fertigteile wird ein Kran aufgestellt. Die Zufahrt zur Kirchgasse verläuft für rund drei Wochen über die alte Elbbachbrücke in beiden Richtungen, eine Ampel regelt den Verkehr. Während der Sperrung der Brücke sollen Züge von Montag bis Freitag zwischen Hadamar und Limburg gemäß Fahrplan pendeln. Im nachfolgenden Abschnitt bis Westerburg sollen Busse einen Schienenersatzverkehr herstellen, der an Wochenenden und Feiertagen auf die Gesamtstrecke zwischen Limburg und Westerburg ausgedehnt wird. Geplant ist auch der Einsatz von zwei umsteigefreien

Busverbindungen

, die von Nistertal-Bad Marienberg über Westerburg bis Limburg fahren sollen.

Die Wiederinbetriebnahme des Zugverkehrs muss am 14. August erfolgen, damit anschließend bis Mitte September die Güterzüge mit Ton und Fliesen wieder über die Brücke rollen können. Aufgrund von weiteren Gleis- und Brückenbaumaßnahmen auf der Strecke Staffel–Montabaur ist diese vom 4. August bis 18. September gesperrt. Die weiträumige Umleitung verläuft von Siershahn über Altenkirchen und Westerburg. Wenn die Züge wieder rollen, sind die Arbeiten an den Straßen dran. Diese sollen bis Oktober wieder für den Verkehr freigegeben werden.

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