Geht es nach Bürgermeister Michael Ruoff (CDU, rechts), dann öffnet das Freibad in der Hexenschlucht am 15. Juni. Alle Vorbereitungen seien getroffen, sagen Schwimmmeister Peter Weyer, Diana Fuchs und Andreas Gravelius vom Bäderservice Gravelius sowie Jürgen Wolf vom Bauamt der Stadt Hadamar.
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Geht es nach Bürgermeister Michael Ruoff (CDU, rechts), dann öffnet das Freibad in der Hexenschlucht am 15. Juni. Alle Vorbereitungen seien getroffen, sagen Schwimmmeister Peter Weyer, Diana Fuchs und Andreas Gravelius vom Bäderservice Gravelius sowie Jürgen Wolf vom Bauamt der Stadt Hadamar.

Aktualisiertes Hygienekonzept fürs Freibad in Hadamar

Schwimmen, planschen, rutschen erlaubt

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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- Mehrkosten von rund 40 000 Euro

Wenn der alle Lebensbereiche bestimmende Inzidenzwert auf niedrigem Niveau bleibt oder sogar weiter sinkt, wird die Stadt in rund zwei Wochen das Freibad in der Hexenschlucht öffnen. Das teilt Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) mit. Anvisiert ist der 15. Juni. Ab dann sollen Sport- und Freizeitschwimmer wieder ihre Bahnen ziehen, planschen, rutschen und sich vom Sprungturm ins Becken stürzen können; auch die Liegewiese wird dann freigegeben, und am Kiosk darf eingekauft werden.

Täglich von 10 bis 20 Uhr will die Stadt das Badevergnügen ermöglichen. Eine Blockabfertigung der Schwimmbadbesucher, wie sie im letzten Corona-Sommer praktiziert wurde, soll es in diesem Jahr nicht geben. Tatsächlich sei der Baderhythmus mit zweistündiger Unterbrechung zur Reinigung bei den Gästen nicht gut angekommen, räumt Ruoff ein. Daher habe man umdisponiert und werde die Reinigungs- und Hygienemaßnahmen in der jetzigen Saison während des Badebetriebs erledigen. Eine weitere Änderung zum Vorjahr ist: Es darf wieder warm geduscht werden. Diese Möglichkeit hatte die Verwaltung den Freibadbenutzern im vergangenen Sommer verwehrt, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren.

Auch die Besucherkapazität sei in diesem Jahr neu bewertet worden, sagt Jürgen Wolf, zuständig bei der Stadt Hadamar für das Freibad. Während sich im letzten Sommer die Zahl der Gäste nach den Flächen von Grünanlage und Wasserbecker berechnete, gelte jetzt die Gesamtgröße des Freibads, gibt Wolf die Vorgabe des Kreises wieder. "Vorerst werden wir 500 Personen den Eintritt gewähren." Zum Vergleich: Im Jahr 2020 hatten anfangs nur 200 Gäste Zutritt. Ebenso wie in der zurückliegenden Saison sei die Verwaltung aber flexibel und könne die Eintrittzahlen bis etwa 1000 Personen erhöhen. Im letzten Freibadsommer, der in Hadamar allerdings erst im Juli begonnen und wegen des schlechten Wetters nur bis Ende August gedauert hatte, durften schließlich 400 Gäste ins Bad. Zu diesem Andrang sei es aber nur zweimal gekommen, berichtet Schwimmmeister Peter Weyer. "Wegschicken mussten wir niemanden."

Schwimmen

mit Abstand

Wegen der Disziplin und Zurückhaltung der Wasserfreunde habe man auch die Abstandsregeln im Wasser einhalten können, für die Schwimmmeister Weyer und sein Team sorgen müssen. Hier habe sich ein rollierendes System bewährt: Nach einiger Zeit wird die eine Badegruppe gebeten, im Becken für die nächste Gruppe Platz zu machen. Das funktioniert, bestätigt Andreas Gravelius. Sein Service-Unternehmen ist für den Betriebsablauf im Freibad zuständig. Er hat auch ein Chip-System eingeführt, um einen Überblick über die Zahl der Gäste zu behalten. Die kleine Plastikscheibe wird dem Gast beim Betreten des Freibads ausgehändigt; beim Verlassen gibt er den Chip wieder ab. Der werde selbstverständlich vor der erneuten Ausgabe gereinigt und desinfiziert, betont Gravelius. Online-Buchungen müssen nicht vorgenommen werden. Der Freibadbesuch bleibe in Hadamar ein spontanes Vergnügen - im Gegensatz zu anderen Kommunen, in denen sich die Gäste vor ihrem Besuch registrieren müssen.

Die prognostizierten Mehrkosten des Corona-Badebetriebs sind mit 40 000 Euro angesetzt, sagt Bürgermeister Ruoff. In dem Betrag enthalten sind auch Ausgaben für einen zusätzlichen Sicherheits- und Ordnungsdienst sowie für die verstärkte Badeaufsicht. Ruoff ist zuversichtlich. Im vergangenen Jahr waren 80 000 Euro veranschlagt worden. Die Endsumme hatte sich auf rund 50 000 Euro belaufen, erinnert der Bürgermeister. Weitere Ausgaben werden nach jetzigem Stand nicht anfallen. "Das Freibad ist in Schuss", sagt auch Andreas Gravelius. "Es gibt hier keinen Investitionsstau." Umkleiden, Technik, Gebäude seien in gutem Zustand. Da das Becken durch eine Solar-Absorberanlage beheizt wird, spare die Verwaltung verglichen mit gas- oder ölbasierten Systemen jährlich rund 10.000 Euro.

anken bohnhorst

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