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Sperrvermerk über 250 000 Euro aufgehoben

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Von: Anken Bohnhorst

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Die Gäste der Mannebacher Kirmes werden von dem neuen WC profitieren, die Veranstalter vom Lagerraum.
Die Gäste der Mannebacher Kirmes werden von dem neuen WC profitieren, die Veranstalter vom Lagerraum. © Privat

Konkrete Planung liegt vor: WC und Lagerraum im Hadamar sollen gebaut werden.

Hadamar -Die neue Toilettenanlage mit Lagerraum auf dem Niederhadamarer Kirmesplatz "In der Host" soll errichtet werden. In ihrer jüngsten Sitzung einigten sich die Mitglieder des Hadamarer Bauausschusses mehrheitlich darauf, den Sperrvermerk über 250 000 Euro aufzuheben. Den hatten die Stadtverordneten dem Projekt November 2019 mit der Maßgabe aufgedrückt, dass dem Parlament eine konkrete Planung vorgelegt werde, ehe die Haushaltsmittel zur Verfügung stehen.

Diese konkrete Planung gibt es jetzt und hat nach Einschätzung von Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt. Er habe selten erlebt, dass die Bürger derart intensiv in einen Entscheidungsprozess einbezogen worden seien, sagte Ruoff. "Wir haben alle Fragen abgefrühstückt." Tatsächlich hatte der Ortsbeirat über mehrere Monate mit Anwohnern sowie mit Vertretern der kirmestreibenden Vereine diskutiert und um eine alle zufriedenstellende Lösung gerungen. Die sieht einen Neubau nördlich eines Kirmeszeltes vor.

Dennoch müsse man die Entscheidung für diese Investition nochmals überdenken, argumentierte Gerd Korn (FWG) jetzt im Ausschuss. Die wirtschaftliche Situation habe sich verändert und verlange von den städtischen Gremien eine Neubetrachtung der Kosten. "Wenn alles in Frage gestellt wird wie zum Beispiel auch der Spielplatz in Oberzeuzheim, dann muss das auch für die Toilettenanlage gelten", sagte Korn. "Wir müssen sparen", und die Stadt sei kein Selbstbedienungsladen. Er empfahl, das vorhandene WC-Häuschen zu reparieren, um Kosten zu reduzieren. Der geplante Lagerraum sei aus seiner Sicht verzichtbar; Dinge, die dort verstaut würden, ließen sich auch andernorts etwa beim Bauhof deponieren. Er habe den Eindruck, dass "in Mannebach nur zwei Leute den Neubau wollen". Namen nannte Korn nicht.

Angesprochen fühlte sich Hadamars Ortsvorsteher Andreas Egenolf (CDU). Er konterte die Ausführungen des FWG-Manns mit dem Hinweis, dass bereits jetzt die Scheune eines Privatmannes als Lagerraum angemietet werde, etwa für den Altar, der für Kirchweih benötigt werde. Das sei aber keine Dauerlösung. Darüber hinaus stellte Egenolf klar, dass die Entscheidung für die neue Anlage gerade kein Zwei-Personen-Stück gewesen sei wie Korn behaupte. Ebenso wie Bürgermeister Ruoff machte der Ortsvorsteher deutlich, dass der gesamte Ortsbeirat, die Anwohner und die kirmestreibenden Vereine einstimmig für den jetzt vorliegenden Plan gestimmt haben.

Dass man wegen der steigenden Baupreise jetzt in Sorge gerate, räumte CDU-Stadtverordneter Lukas Demus ein. Er teile die Skepsis des Parlamentskollegen Korn. Aber: "Wir dürfen jetzt nicht nur aufs Geld achten", sagte er. Vielmehr müsse dem Bürger auch gezeigt werden, dass beschlossene Projekte umgesetzt werden. Demus sprach sich für die Aufhebung des Sperrvermerks aus.

Das tat auch Christoph Speier von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Er verstehe Korns Einwände nicht. "Es ist alles genau erörtert worden", und man habe sich gemeinsam für das Bauprojekt entschieden. Bei diesen Sitzungen sei FWG-Vertreter Korn dabei gewesen. Weshalb jetzt noch einmal grundsätzliche Fragen aufgeworfen, das gesamte Projekt auf den Prüfstand gehoben werden solle, erschließe sich ihm nicht. Der Neubau einer Toilettenanlage mit Lagerraum In der Host sei eine "sinnvolle Investition in den Zusammenhalt Niederhadamars und in die Kirmeskultur". Es bestehe parteiübergreifend Konsens darüber, dass der Fortbestand der Zeltkirmes gesichert werden soll, sagte Speier. Die neue WC-Anlage mit Lagerfläche "öffnet ein Fenster zu langfristig stabilen Verhältnissen"

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