Spatenstich für den Breitbandausbau in Hadamar (von links): Bürgermeister Michael Ruoff, Moritz und Gerd Jacobi (Firma Jacobi), Stephan Werlich (Städtisches Bauamt), Timm Dolezych und Jouke Landman (Syna) sowie David Schmidt (Deutsche Telekom).
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Spatenstich für den Breitbandausbau in Hadamar (von links): Bürgermeister Michael Ruoff, Moritz und Gerd Jacobi (Firma Jacobi), Stephan Werlich (Städtisches Bauamt), Timm Dolezych und Jouke Landman (Syna) sowie David Schmidt (Deutsche Telekom).

Schnelles Internet für Hadamar

Startschuss für Breitband-Projekt

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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WfH spricht von Aktionismus und kritisiert die Pläne der Stadt und ihrer Kooperationspartner.

Hadamar -Der erste Bauabschnitt im Breitband-Kooperationsprojekt zwischen der Süwag-Tochter Syna, der Deutschen Telekom und der Stadt Hadamar hat begonnen. "Mit der Maßnahme leisten wir einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Infrastruktur", sagte Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) jetzt beim Spatenstich.

Es ist der zweite Beitrag in diesem Bestreben. Denn auch mit dem Kommunikationskonzern Vodafone und dessen Investment-Unternehmen Primevest Capital Partners besteht eine Vereinbarung, wonach in den kommenden zwei Jahren rund 6000 Anschlüsse im Hadamarer Land mit Gigabit-schnellen Internet versorgen werden sollen. Erschlossen werden soll ohne Mindestabschlussquoten.

Anja Obermann, Bürgermeisterkandidatin der WfH, Wir für Hadamar, bewertet diesen Vorstoß der Stadt allerdings kritisch: "Mit dem jetzt skizzierten Model sollen überhastet Erfolge präsentiert werden, die langfristig keine umfassende Verbesserung bringen." Sie fürchtet vielmehr einen "Technologie-Mix aus Kabel und Glasfaser", der gerade nicht zu einer Leistungssteigerung führen werde. Obermann: "Weder für die gestiegenen Anforderungen im Privatbereich und erst recht nicht für Homeschooling sowie den gewerblichen Bereich einschließlich Homeoffice ist die flächendeckend notwendige und zeitgemäße Nutzung in Sichtweite."

20 Kilometer Leerrohre

werden verlegt

In Sichtweite werden dafür demnächst die Tiefbauarbeiten der Syna-Auftragsfirmen sein. Rund 20 Kilometer Leerrohre werden verlegt, in die in einem zweiten Schritt Glasfaserkabel eingeführt werden, teilt Peter Martin-Pietsch, Sprecher der Stadt Hadamar, mit. Außer Glasfaserkabel, die die Voraussetzung für Highspeed-Internet ist, verlege die Syna zudem Mittel- und Niederspannungskabel sowie neue Straßenbeleuchtungskabel.

Beginnen sollen die Arbeiten Martin-Pietsch zufolge im Stadtteil Niederhadamar und in der Kernstadt. "Im Zuge der Arbeiten kommen sowohl Spülbohrverfahren als auch Kabelpflug überall dort zum Einsatz, wo es die örtlichen Begebenheiten zulassen. Dabei werden gleichzeitig zwei Rohrbündel mit je 50 Millimeter Durchmesser verlegt." Auf diese Weise würden die Bauarbeiten mit einem möglichst geringen Eingriff in die Umwelt durchgeführt.

Die Arbeiten sind in zwei Bauabschnitte unterteilt, sagt der Sprecher der Stadt: "Der erste Abschnitt beginnt voraussichtlich im März 2021 und soll im Dezember 2023 abgeschlossen sein. Der zweite Abschnitt verläuft größtenteils parallel und dauert voraussichtlich von April 2021 bis Dezember 2022."

Die WfH überzeugt der Aufbruch ins digitale Zeitalter, den die Stadt Hadamar gewählt hat, nicht. "Für den Ausbau im Kabel-Mix müssen umfangreiche Straßenbauarbeiten durchgeführt werden", sagt Bürgermeisterkandidatin Obermann. "Unsere Straßen werden unnötig aufgerissen, für ein nicht zukunftsfähiges Netz!" Fördermöglichkeiten würden verspielt und Bürger und Gewerbe mit vermeidbaren Zusatzkosten belastet, "ohne dass das eigentliche Ziel erreicht wird".

Obermann plädiert für einen Gesamtinvestitions- und -erschließungsplan. Nur damit könne eine flächendeckende Glasfaser-Infrastruktur schnell realisiert werden. Und Johannes Müller, Sprecher der WfH, ergänzt: "Aktionismus ersetzt keine sachgerechte Lösung. Schnell geht auch gut."

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