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Ein tolles Spiel und ein Promi-Trainer ohne Manieren

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Es war mächtig was los an der Faulbacher Straße in Hadamar – auf und neben dem Platz. Natürlich waren die Rot-Weißen in der Fußball-Hessenliga nach dem 2:4 gegen den SC Hessen Dreieich enttäuscht;

Es war mächtig was los an der Faulbacher Straße in Hadamar – auf und neben dem Platz. Natürlich waren die Rot-Weißen in der Fußball-Hessenliga nach dem 2:4 gegen den SC Hessen Dreieich enttäuscht; es war mehr möglich gewesen (wir berichteten). Dass die Gäste mit ihrer Prominenz um „Charly“ Körbel, Rudi Bommer und Ralf Weber allerdings verdient gewonnen hatten, daran bestand kein Zweifel. Apropos Bommer: Schon während der ersten Halbzeit war der Ex-Profi und Dreieich-Coach des Innenraums verwiesen worden und musste seine Anweisungen hinter der Barriere erteilen. Was war passiert? Eine beinahe schon alberne Diskussion um die nicht vorhandene Coaching-Zone sowie vehemente Kritik am Schiedsrichtergespann hatte für seine Verbannung gesorgt. Besser machte er es nicht, als er die tüchtige Schiedsrichter-Assistentin Olivia Depta „Mäuschen“ nannte . . . Da ist Fremdschämen angesagt.

Seine Mannschaft hingegen verschlief die Anfangsphase komplett, war dann aber mit perfektem Umschaltspiel und enormem Tempo am Drücker. Dass die Hadamarer zur Pause mit 1:0 in Führung gelegen hatten, lag mitunter an Torhüter Leon Hasselbach, der die Hessen-Offensive schier zur Verzweiflung brachte. Das sah auch Hadamars Trainer Florian Dempewolf so: „Leon hat uns im Spiel gehalten, ganz klar.“

Nach der Pause ging der Offensivlauf der Gäste weiter und endete in einer 3:1-Führung, was zunächst wie die Entscheidung aussah (76.). Wenige Augenblicke zuvor hatte der Ex-Hadamarer Christian Eckerlin den Platz nach einer Roten Karte verlassen, weil er sich zu einer Beleidigung gegenüber eines Zuschauers hinreißen ließ. Als der eifrige Jerome Zey den Anschluss erzielte, geriet der Spitzenreiter arg ins Wanken. Hadamar war drauf und dran, den Ausgleich zu erzielen, stattdessen konterte sich Dreieich in der Schlussminute zum 4:2-Sieg. Rudi Bommer: „Wir sind ganz schwach ins Spiel gestartet und lagen zu recht hinten. Danach haben wir es aber gut gemacht. Ich habe der Mannschaft in der Pause gesagt, dass wir das Spiel noch umbiegen, denn irgendwann wird Hadamar müde. Trotz der Umstände, die wir hier erleben mussten, haben wir das Spiel gewonnen, deswegen sind wir natürlich glücklich.“ Auf die Frage, welche Umständen er denn meine, sagte er: „Die Schiedsrichterleistung war eine Katastrophe, meine Verbannung kam einem Witz gleich.“ Auch zu den Hadamarern selbst äußerte sich der Ex-Eintracht-Frankfurt-Profi, hatte dabei vor allem ein Lob für Florian Dempewolf parat: „Hadamar macht das mit dem verfügbaren Material super. Ich ziehe den Hut vor diesem jungen Trainer, der vor allem taktisch sehr gut ausgebildet zu sein scheint.“

Florian Dempewolf selbst durfte mit dem Auftreten seiner Mannschaft trotz der Niederlage zufrieden sein, hatte man den großen Favoriten doch lange Zeit schwer gefordert. Der Coach: „Wir haben definitiv heute gegen die beste Mannschaft gespielt, und ich finde, dass wir sehr gut dagegen gehalten haben. Es hätte uns natürlich geholfen, wenn wir in der Anfangsphase das 2:0 nachgelegt hätten, doch nach wie vor fehlt uns da die Effizienz. Der Knackpunkt war sicherlich die Szene zum 1:2, als wir vorne die große Chance auslassen und quasi im Gegenzug das Tor fangen.“ Und doch war er stolz auf seine Truppe: „Ich kann der Mannschaft nur ein Kompliment aussprechen. Sie hat gekämpft, gerackert und Willen gezeigt. Wir bringen gute Leistungen und sind auf dem richtigen Weg.“ Und auch damit hat er Recht.

Am kommenden Wochenende steht für die Fürstenstädter im Übrigen ein Mammutprogramm an. Zunächst geht es am Samstag zu Viktoria Urberach, ehe nur zwei Tage später – montags – das Auswärtsspiel beim OSC Vellmar ansteht.

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