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Weiterer Kiesabbau braucht Genehmigung

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Von: Anken Bohnhorst

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Das Kieswerk Buss bei Niederzeuzheim könnte laut dem neuen Regionalplan Mittelhessen erweitert werden. Wann es so weit ist, ist aber noch offen.
Das Kieswerk Buss bei Niederzeuzheim könnte laut dem neuen Regionalplan Mittelhessen erweitert werden. Wann es so weit ist, ist aber noch offen. © onemorepicture / Thorsten Wagner

Änderung des Regionalplans heißt noch nichts - Unternehmen verzichtet auf Fläche direkt am Dorf

Niederzeuzheim -Welche Auswirkungen hat der Regionalplan Mittelhessen auf Niederzeuzheim, und was hat das mit dem Kieswerk Buss zu tun? Darüber diskutierten die Mitglieder des Ortsbeirats und die Bürger in der vergangenen Woche. Klaus Rohletter, Vorstandsvorsitzender der Albert Weil AG, zu der das Kieswerk seit mehr als einem Jahr gehört, war bei dieser Versammlung nicht dabei - obwohl er Unklarheiten und Ärgernisse hätte beseitigen können.

Er hätte etwa die Vermutung des Ortslandwirts entkräften können, dass letztlich 25 Hektar Ackerland verloren gingen und dass bereits Kiesbohrungen außerhalb des derzeitigen Firmengeländes vorgenommen wurden. Und Rohletter hätte auch die Sorge der Niederzeuzheimer zerstreuen können, dass das Dorf demnächst durch Stop-and-Go-Verkehr der Kieslaster blockiert wird.

Gegenüber dieser Zeitung bestätigt Rohletter zwar, dass im Regionalplan des Regierungspräsidiums (RP) Gießen eine Fläche von etwa 20 Hektar als "Vorranggebiet für den Abbau oberflächennaher Lagerstätten" ausgewiesen ist. Auch dass die Abbaumenge von derzeit jährlich 30 000 Tonnen langfristig auf etwa 60 000 Tonnen verdoppelt werden soll, räumt der Unternehmer ein. Nur habe man aktuell weder Anträge zur Erweiterung bei der Stadt oder den zuständigen Genehmigungsbehörden gestellt, noch befinde man sich in Kaufverhandlungen mit den Grundstückseigentümern.

Enteignungen

wird es nicht geben

"Erste Gespräche zum Grunderwerb" haben Rohletter zufolge stattgefunden. Mehr nicht. Enteignungen, wie sie von einigen Bürgern in der Ortsbeiratssitzung befürchtet worden sein sollen, wird es nicht geben.

Richtig ist Klaus Rohletter zufolge allerdings, dass sein Unternehmen durchaus auf den Regionalplan reagiert habe - und auf eine vom RP freigegebene Fläche von etwa 2,3 Hektar verzichtete. Das im Plan eingezeichnete nördliche, also der Ortsgrenze von Niederzeuzheim zugewandte Areal, werde nicht in künftige Aktivitäten des Kieswerks eingebunden, betont Klaus Rohletter, obwohl dort Rohstoffe gewonnen werden könnten. Trotzdem wolle man gerade nahe dem Ortsrand Lärm, Staub und eine Veränderung der Oberfläche vermeiden. "Zum Wohl der Bürger."

Dafür plädiert auch der Magistrat der Stadt Hadamar in seiner Stellungnahme zum Regionalplan. Gegenüber dem RP beantragt das Gremium die "Rücknahme der Darstellung Vorranggebiets für den Abbau oberflächennaher Lagerstätten im Norden des Sand- und Kieswerks in Niederzeuzheim und gleichzeitig die Umwandlung der Darstellung der Vorranggebiete ,Regionaler Grünzug und Landwirtschaft' im Westen des Sand- und Kieswerks in ein Vorranggebiet für den Abbau oberflächennaher Lagerstätten". Sollte das Kieswerk also im westlichen Bereich Flächen erwerben, könnte dort abgebaut werden. Theoretisch. Nur praktisch, sagt Klaus Rohletter, bedeute die Darstellung als Vorranggebiet nicht automatisch eine Abbaugenehmigung. Die müsse beim RP beantragt und von der Bergaufsicht genehmigt werden.

Dieser Schritt werde erwogen, wenn das Unternehmen den Ausbau seiner Abbaumenge konkret angehen will. Wenn aus der "perspektivischen Erhöhung der Abbaumenge" Realität werden soll. Bis dahin wird sich an der derzeitigen Verkehrslast für Niederzeuzheim nichts ändern. Denn der Kiestransport, der jetzt befördert wird, ist "genehmigungsrechtlich abgedeckt".

Verkehrserschließung

neu konzipieren

Sobald die Menge erhöht wird, muss eine "neue Verkehrserschließung" konzipiert werden. Dass das Unternehmen hier bereits an Modellen arbeitet, zwei Varianten für mögliche Erschließungstrassen entwickelt und sich "im Austausch mit den zuständigen Behörden" befindet, sei klar. Fest gezurrt sei indes noch nichts, weshalb er sich dazu im Augenblick nicht äußern werde, sagt Rohletter. An Spekulationen darüber, was wie gemacht werden könnte, werde man sich nicht beteiligen. "Ich bin kein Konjunktiv-Mann", sagt der Unternehmer. Er hantiere mit Fakten - gegenüber den politischen Gremien und gegenüber den Bürgern.

anken bohnhorst

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