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Bürgermeister Michael Ruoff (rechts) staunt: Martin und Birgit Weber haben ihren Altbau in Niederzeuzheim komplett entkernt. Die Stadt beteiligt sich an den Sanierungskosten mit 5000 Euro.

Investitionen in Hadamar

Wiederbelebung der Ortskerne – Stadt hat bereits 30 000 Euro an Fördergeldern gezahlt

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Rund 30 000 Euro hat die Stadt in den vergangenen fünf Jahren investiert, um die Revitalisierung der Ortskerne zu fördern. Unterstützt werden bei diesem Programm private Bauherren, die innerhalb festgelegter Areale eine vorhandene Immobilie sanieren, restaurieren oder neu errichten. 14 Anträge sind seit 2014 bei der Stadt gestellt worden. Neun wurden positiv beschieden.

Wie sieht die Zukunft der Ortskerne aus, wenn sich Wohngebiete immer mehr vom Zentrum an die Peripherie verlagern? Mit dieser Frage müsse sich auch die Fürstenstadt seit geraumer Zeit befassen, sagt Bürgermeister Michael Ruoff (CDU). Deshalb hat die Stadt bereits im Jahr 2013 20 000 Euro in den Haushalt eingestellt und im darauffolgenden Jahr Richtlinien für ein Förderprogramm zur Revitalisierung der Ortskerne in Hadamar und seinen Stadtteilen erarbeitet.

Danach muss ein förderwürdiges Gebäude mindestens 70 Jahre alt sein und vom Bauherrn selbst genutzt werden. „Insbesondere bei der äußeren Gestaltung der baulichen Anlagen sind ortskerntypische Baumaterialien, Bauformen und Farben zu verwenden. Die städtebauliche Einfügung in das Ortsbild muss gegeben sein“, heißt es in den Förderrichtlinien. Der Zuschuss der Stadt beläuft sich auf maximal zehn Prozent der Baukosten, wobei sich die förderfähige Summe auf mindestens 20 000 Euro und höchstens 50 000 Euro beläuft. Die Unterstützung beträgt demnach höchstens 5000 Euro und wird nur einmal innerhalb von 20 Jahren ausgezahlt. Bei Familien mit Kindern unter 16 Jahren erhöht sich die Beihilfe um drei Prozent pro Kind.

Das klinge sperrig, sei es aber nicht, betont Ruoff. Denn wichtig sei bei diesem Maßnahmenpaket zur Dorferneuerung, dass es „möglichst niederschwellig“ ist. „Was nützt ein Förderprogramm, wenn die notwendigen Kriterien kaum erreicht werden können“, sagt der Bürgermeister. Wenn aufwendige und kostspielige Gutachten von Architekten oder Bescheinigungen für den Denkmalschutz eingeholt werden müssen, „wenn für viel Geld in einem Haus Balken eingezogen werden müssen, die niemand braucht“. Stattdessen hat jeder Antragsteller „einen Anspruch auf kostenfreie städtebauliche Beratung durch Bedienstete des städtischen Bauamtes“. Dieser Ansatz, den Magistrat und Stadtverordnete in ihrer Vorgabe festgeschrieben haben, ist die pragmatische Lösung.

Ruoffs Fazit: „Das schönste Programm nützt nichts, wenn die Hürden zu hoch sind.“ Ziel des Förderprogramms ist zwar die „Sicherung und Sanierung erhaltenswerter Bausubstanz sowie die Verbesserung der Infrastruktur“, heißt es in den Richtlinien. Möglich ist darüber hinaus aber auch der „Abriss alter Gebäude und Neubau an gleicher Stelle“. Auf dieser Art und Weise wolle man das Miteinander in den Ortskernen fördern: Junge Familien und ältere Bürger sollen näher beieinander wohnen – in bestehenden oder in neuen Häusern. Denn klar ist, „wir können nicht jede Hütte erhalten“, formuliert Bürgermeister Ruoff salopp.

Die Attraktivität der Lage und des Objekts seien entscheidend dafür, ob das Miteinander gelingt. Dabei ist die Lage genau definiert. Sowohl für die Kernstadt als auch für die Stadtteile Niederhadamar, Faulbach, Steinbach, Ober- und Niederweyer sowie Ober- und Niederzeuzheim sind die Bereiche festgelegt, innerhalb derer Bauvorhaben gefördert werden.

Zum Beispiel in Niederzeuzheim, wo Brigit und Martin Weber in der Untergasse ein altes Fachwerkhaus entkernt haben und einen Anbau errichten. Rund 130 Quadratmeter Wohnfläche sollen hier auf dem etwa 2000 Quadratmeter großen Grundstück im alten Dorfkern entstehen. In einem Jahr könnten die Baumaßnahmen abgeschlossen sein, berichten die Bauherren, die derzeit in Mensfelden wohnen. Wenn alles gut geht, wollen sie im Herbst 2019 ihr Domizil beziehen. Einen sechsstelligen Betrag werden Birgit und Martin Weber dann in die Sanierung investiert haben. Die Stadt schießt für das Projekt in der Untergasse die Förderhöchstsumme zu: 5000 Euro.

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