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Zum Wohlfühl-Ausflug in den Awo-Garten

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Von: Anken Bohnhorst

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Jeder ist im Kneipp-Garten der Awo willkommen, betonen Iris Bausch-Berg (rechts), Leiterin der Einrichtung an der Hammelburg, und Anja-Christine Hesse vom Sozialdienst. Das Angebot richtet sich an alle Bürger der Stadt.
Jeder ist im Kneipp-Garten der Awo willkommen, betonen Iris Bausch-Berg (rechts), Leiterin der Einrichtung an der Hammelburg, und Anja-Christine Hesse vom Sozialdienst. Das Angebot richtet sich an alle Bürger der Stadt. © Anken Bohnhorst

Seit einigen Wochen gibt es hier einen Kneipp-Garten

Hadamar -Um es gleich vorweg zu nehmen: Nichts deutet darauf hin, dass der Pfarrer und Kräuterheiler Sebastian Kneipp aus dem oberschwäbischen Stephansried seine naturkundlichen Erkenntnisse persönlich in der Fürstenstadt vermittelt hat. Überliefert ist, dass er in der eiskalten Donau bei Dillingen badete, als Priester in Augsburg wirkte und sich schließlich in Wörishofen im Unterallgäu niederließ. Seine süddeutsche Heimat hat er nicht verlassen. Ins Nassauer Land wurden die Lehren des Sebastian Kneipp durch seine Anhänger transportiert.

Eine von ihnen ist Iris Bausch-Berg, Leiterin des Awo-Sozialzentrums. „Vor vier oder fünf Jahren wollten wir uns neu ausrichten“, sagt sie. Die Pflege sollte ohne allzu großen Aufwand attraktiver gestaltet werden und zwar für alle Beteiligten. Für die Pfleger und für die Gepflegten. „Wir wollten den Bewohnern unseres Hauses und den Bürgern der Stadt einen Wohlfühl-Ausflug anbieten - ohne weite Anreise“, sagt Bausch-Berg. Ein Wasserbecken, eine Saline, einige Pflanzen und das alles eingebettet in eine ruhige Atmosphäre.

Iris Bausch-Berg begann zu recherchieren, stieß auf Sebastian Kneipp und sein Lebenswerk und lernte Kneipp-Beraterin Judith Müller-Grunwald kennen. Sie erfuhr, dass die Kneippsche Lehre weit mehr ist, als im Storchenschritt durchs Wasser zu waten oder die Unterarme in kühle Becken zu tunken. Die Wirkmacht von Pfarrer Kneipps Philosophie entfaltet sich vielfältig und setzt sich zu einer ganzheitlichen Lebensform zusammen. Deren Grundgedanken wollte Iris Bausch-Berg in Hadamar implementieren. Sie tauschte sich mit Harald Kalteier von der Generationenhilfe aus. Der plante ebenfalls, eine Kneipp-Anlage in der Fürstenstadt zu errichten. Man bündelte Vorstellungen und Ideen, denn zwei ähnliche Projekte nebeneinander anzustoßen, „das wäre blöd gewesen“, sagt Iris Bausch-Berg. Dass auch dem gemeinsamen Vorstoß durch die Corona-Pandemie eine Zwangspause aufgedrückt werden würde, ahnte sie nicht.

Als die Pläne schließlich umgesetzt werden konnten, hatte auch die Leiterin der Einrichtung bereits eine Idee abgeändert. Das ursprünglich für den Garten der AWO angedachte Tretbecken wurde gestrichen, weil die erwünschte hydrotherapeutische Wirkung fließendes Wasser erfordert. Ein idealer Ort hierfür biete sich am Elbbach nahe der Schlossbrücke, im Grünen und nahe eines gastronomischen Betriebes, sagt Bausch-Berg. Kollege Kalteier von der Generationenhilfe hatte den Einstieg in den Bach bereits ausprobiert und für geeignet befunden. Ob dort aber irgendwann tatsächlich einmal im Kneippschen Rhythmus durchs Wasser spaziert wird, weiß sie nicht. Die Stadt plant, die Uferanlage neu zu gestalten und sei für Anregungen offen. Informationen über konkrete Baumaßnahmen am Elbbach liegen ihr jedoch nicht vor.

Dafür weitere Ideen. So könnte eine andere Station in der Stadt ein Kräutergarten am Herzenberg sein, sagt sie. Aber auch das ist im Augenblick Zukunftsmusik, weshalb Iris Bausch-Berg den Kneipp-Radius einstweilen um das Seniorenzentrum in der Hammelburg gezogen hat. Hier ist die Philosophie von Sebastian Kneip bereits jetzt und für jedermann erlebbar: Das Zusammenspiel von Wasser, Kräutern, Ernährung, Bewegung und Balance, das dem Anwender einen wohltuenden Kneipp-Moment verschaffen soll. In Hadamar.

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