Schätze der Dorfgeschichte

Heimatstube Weyer feiert ihr 20-jähriges Bestehen

Die Heimatstube Weyer ist eine wahre Fundgrube für alle an der Dorfgeschichte Interessierten – seit nunmehr 20 Jahren.

Seit 20 Jahren gibt es die Weyerer Heimatstube. Die Natur- und Heimatfreunde des Dorfes haben sie im Jahr 1996 zum Leben erweckt und betreuen sie seitdem. Eine lange, aber keinesfalls langweilige Zeit, stellte die Vorsitzende Monika Krieger während der „Geburtstagsfeier“ fest.

Die Plätze im Vereinsraum der Volkshalle Weyer reichten kaum aus, so viele Besucher waren der Einladung zur Jubiläumsfeier gefolgt. Monika Krieger begrüßte die Gäste und gab einen Rückblick auf die Vereinshistorie: „Gundel Müller war die treibende Kraft mit den richtigen Ideen. Alfred Ludwig war für die bauliche Umsetzung verantwortlich. Und viele, viele halfen mit, unsere Heimatstube zu füllen.“ Sowohl Müller als auch Ludwig sind leider verstorben, ebenso wie Rita Kohl, die an der Gründung maßgeblich beteiligt war.

Ein weiteres Mitglied der ersten Stunde war Erika Laux: „Erika hat in jahrelanger Forschungs- und Aufbauarbeit die vielen Schul-, Kindergarten- und Konfirmationsbilder zusammengetragen und die Namen der zu sehenden ermittelt. Auch die Tafel über die Gefallenen und Vermissten des 2. Weltkrieges wurde von ihr erstellt.“ Als kleines Dankeschön überreichte die Vorsitzende der rührigen Dame ein Geschenk des Vereins.

Auch Volker Bayer ist ein „Mann der ersten Stunde“. Er stellte den Gästen einige „Dachbodenfunde“ vor, die in der Heimatstube zu sehen sind. Zum Beispiel drei Dosen „Heimatstern – feiner Rauchtabak“. Früher war es üblich, dass man in Weyer den eigenen Tabak im Garten anbaute, dieser wurde zum Verarbeiten nach Bremerhaven geschickt. Besonders freute es Bayer, dass zu den vorhandenen Schätzen immer wieder neue hinzukommen: „Erst neulich kam Gertrud Friedrich vorbei und brachte dieses Schemelchen. Es stammt aus ihrer Kindergartenzeit, damals musste jeder sein Stühlchen selbst mitbringen.“ Besonders stolz ist Bayer auf die alten Weyerer Bücher, die erst kürzlich aufgetaucht sind. Dicke, handgeschriebene Wälzer, in denen Schultabellen aus der Zeit um 1800 aber auch Straßen und Haus-Register aufgelistet sind. „Eine Fundgrube für alle, die sich für die Geschichte unseres Dorfs interessieren“, schwärmt Bayer. Und vor allem: So kommt eins zum andern wieder zurück ins Dorf. Wie zum Beispiel das handgearbeitete Strick- und Häkelmuster-Büchlein, das eine Dame aus Friedberg mitgebracht hatte. Die Dame stammte aus Weyer, das Büchlein fand sie im Nachlass der Großmutter.

Nicht nur Erinnerungen wahren, auch

Erinnerungen austauschen

ist das Motto der Heimatstube. Und genau dieser Austausch fand an diesem Nachmittag rege und lebhaft statt. Da wurde eifrig in bereitgelegten alten Alben geblättert, gemeinsam nach Namen geforscht und Anekdoten erzählt. Auch die schön aufbereiteten Informationen zu den Weyerer Mühlen wurden eifrig studiert, und selbstverständlich traf man sich auch in der Heimatstube, die sich – noch – ein Stockwerk unter dem Vereinsraum befindet.

Die Natur- und Heimatfreunde sind dabei, die ehemalige Hausmeisterwohnung im oberen Stockwerk der Halle auszubauen, um dem kleinen Museum eine neue Heimat zu geben. Mit mehr Platz für all die Schätze und einem Erzählcafé für einen weiteren regen Austausch.

Bevor die Winterpause beginnt, ist die Heimatstube Weyer noch einmal am 6. November von 14 bis 16 Uhr geöffnet.

(gbr)

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