Helfen und den Horizont erweitern

Sie wollte nach dem Abitur ihren Horizont erweitern: Deshalb ging Tabea Schönborn als Freiwillige nach Indien. Die 21-Jährige aus Maxsain unterrichtete Kinder in Bangalore.

Die Zeit zwischen Schule und Studium sinnvoll überbrücken – das war ein großer Wunsch von Tabea Schönborn. „Nach meinem Abitur war es mir wichtig, etwas zu machen, mit dem ich Menschen helfen und meinen eigenen Horizont erweitern kann. Deshalb entschied ich mich dafür, Freiwilligenarbeit zu machen“, sagt die 21-Jährige aus Maxsain.

Sie recherchierte im Internet und wurde fündig: Auf fand sie ihr Wunschprojekt in Bangalore. Dort wollte sie sechs Wochen lang als Freiwillige an einer Schule unterrichten.

Kurz nach ihrer Ankunft in Südindien lernte Tabea Schönborn „ihre“ Schützlinge kennen. „Wundervolle Kinder, von denen jeder andere, mich eingeschlossen, eine Menge lernen kann.“ Einige von ihnen haben Behinderungen oder Beeinträchtigungen, doch sie habe noch nie einen solchen Spaß am Lernen, solche Neugier und solchen Enthusiasmus erlebt. Die „Lehrer“ unterrichteten zu fünft – ihre beiden Mitbewohnerinnen und zwei Männer, die ebenfalls Freiwillige waren, eine Klasse mit 23 Kindern, vor allem in Englisch und Mathe. „Die Verständigung lief größtenteils in Englisch ab und ging ohne größere Probleme vonstatten“, berichtet Tabea.

Ein typischer Tag begann um kurz vor acht, damit die jungen Frauen pünktlich um neun Uhr an der Schule waren. „Jeden Morgen nahmen wir eine Rikscha von der Unterkunft zur Schule. Da wir zu dritt waren und die Fahrt an sich auch nicht teuer war – 20 Rupien, also in etwa 30 Cent pro Fahrt – hat mich das nicht gestört, außerdem hatte man so die Möglichkeit, ins echte Leben Indiens einzutauchen“, sagt Tabea.

In der Schule aßen die Kinder bereits, als die Freiwilligen ankamen. Sie hätten sich zu den Lehrern an den Tisch gesetzt und gefrühstückt. Dann begann der Unterricht: „Zu Beginn versuchten wir, einen Überblick über das Können der Klasse zu gewinnen und teilten sie dann meist nach Niveau in kleinere Gruppen auf, um besser mit ihnen arbeiten zu können.“ Allerdings seien die Arbeitsmaterialien recht begrenzt, berichtet Tabea. „Also suchten wir im Internet und erinnerten uns an unsere eigene Grundschulzeit, um gute Ansätze zum Unterrichten zu haben.“

Schulschluss ist jeden Tag um 15 Uhr. Danach hatten Tabea und die anderen Freiwilligen die Möglichkeit, in die Unterkunft zu fahren, etwas zu unternehmen oder noch Zeit mit den Kindern zu verbringen. „Das haben wir ganz unterschiedlich gehandhabt. Nachmittags haben wir oft mit den Kindern gespielt, gebastelt oder uns Kannada, die Landessprache, beibringen lassen.“ Genug Gelegenheit, diejenigen Kinder kennenzulernen, die nicht in der eigenen Klasse sind. „An diese Stunden nach dem Unterricht erinnere ich mich besonders gern.“ Eines Tages, kurz bevor sie Indien verließ, hätten die Kinder aus ihrer Klasse ein Theaterstück eingeübt und für sie aufgeführt. „Wirklich bewegend!“

Besonders beeindruckend seien neben der Arbeit mit den Kindern auch die Erkundungstouren durch Bangalore. „Wir haben Tempel besucht und sind durch alte und neue Stadtviertel geschlendert. Bangalore ist riesig, es dauert ewig, bis man alles gesehen hat. Die Leute sind wahnsinnig aufgeschlossen, interessiert und freundlich.“

Die sechs Wochen, die Tabea in Bangalore verbracht hat, wird sie wohl für immer in guter Erinnerung behalten. Die Arbeit mit den Kindern sei fantastisch gewesen, eine neue Kultur kennenzulernen habe erwachsener werden lassen und ihren Studienwunsch und den Wunsch, mit Kindern zu arbeiten, verstärkt. „Ich habe eine völlig neue Sichtweise auf Not.“ Zudem habe sie neue Freunde gefunden, mit denen sie auch jetzt noch in regem Kontakt stehe. Die wolle sie im nächsten Jahr besuchen. Und dann ganz ohne die Hilfe von VoluNation.

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