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Björn Gomann aus Idstein nutzte in Rennerod die Gelegenheit, seine beiden Modellzüge in Rennerod auf der Großanlage fahren zu lassen.

Sammlertauschbörse in Rennerod

Ihr Herz schlägt für die Bahn

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22 Meter lang, fünf Meter breit: Diese Maße hat die Spur-1-Anlage, auf der Züge im Maßstab 1:32 fahren können – eine der Attraktionen bei der Sammlertauschbörse für Modell-Eisenbahnen, Modellautos und -spielzeug.

Man muss mit Superlativen in Bezug auf die Einstufung von Veranstaltungen vorsichtig sein. Doch die Mitglieder des Simplex-Teams aus Rennerod haben sich mit ihrer Sammlertauschbörse ein Prädikat in all den Jahren erarbeitet. Sie organisieren die größte Sammlertauschbörse für Modell-Eisenbahnen, Modellautos oder Modellspielzeug im Westerwald. Dies hat dazu geführt, dass namhafte Sammler, die normalerweise nur auf Groß-Ausstellungen in ganz Deutschland anzutreffen sind, auch den Weg in den Westerwald finden.

Dass sich diese Veranstaltungen das Prädikat „Top-Event“ verdient haben, liegt auch daran, dass wieder die große Spur-1-Anlage aufgebaut wurde. Der große Erfolg dieser Anlage bei der Frühjahrsschau hatte das Simplex-Team dazu animiert. Der Erfolg gab ihnen recht. Er lässt sich nicht nur an den Zahlen der Besucher ablesen, die schon kurz nach Hallenöffnung in den großen Saal strömten. Auch Besitzer von Spur-1-Loks nutzten die Gelegenheit, ihre Züge, Maßstab 1:32, im Kreise Gleichgesinnter fahren zu lassen. Denn viele haben in ihren eigenen vier Wänden keinen Platz, eine Anlage mit einer Flächengröße von 22 Metern Länge und fünf Metern Breite aufzubauen.

So wie Jörn Gomann aus Idstein, der in Rennerod zwei seiner Spur-1-Züge dabei hatte. „Daheim hab ich nur ne kleine Anlage. Die Züge liegen normalerweise in Kartons“, erzählt Gomann in einer Pause. Er hat seine Züge schon auf Ausstellungen in Heilbronn, Koblenz und Neuwied fahren lassen, „und die Freunde aus Rennerod unterstütze ich auch“. Da er seine Züge auf seiner eigenen, kleinen Anlage nur selten fahren lassen kann, hat er sich auf das Basteln konzentriert. So bastelt er unter anderem Licht in die Waggons oder aber auch die Passagiere in den Zügen entstehen in seiner Hobbywerkstatt.

Basteln war dann das Stichwort für ein Gespräch mit Klaus Göbel vom Simplex-Team. „Wir haben das ganze Jahr über unsere große Anlage überarbeitet“, erzählt der Mann aus Rennerod. Dies heißt im Speziellen, dass die Elektronik der insgesamt 17 Großmodule der Großanlage durchorganisiert wurde. Dies hat nun wiederum Auswirkungen auf die Aufbauarbeiten. „Wir brauchen nur noch vier Stunden, wo wir sonst einen ganzen Tag gebraucht haben“, berichtet Göbel.

Die Modernisierung der Anlage hat aber nicht nur positive Auswirkungen. So hat das Computerzeitalter in voller Breite Einzug gehalten. Alles wird komplizierter, und so ist in diesem Fall ein Programmierspezialist nötig, der alle Züge auf die Anlage einrichtet. „Ohne diesen Spezialisten fährt kein Zug auf der Anlage“, sagt Göbel. Den Beweis lieferte gleich ein Kurzschluss auf der Anlage während des Pressegesprächs. „Da hat sich wieder eine Weiche nicht richtig gestellt“, erklärt Klaus Göbel dieses kleine Missgeschick, das schon Sekunden später behoben war.

Die ganze Arbeit hält die Simplex-Team-Mitglieder nicht davon ab, den Blick in die Zukunft zu richten. So wird für die nächste Ausstellung eine Besucherbrücke in die Großanlage eingebaut.

Viel Spaß hatten die kleinen und großen Besucher auch mit den Zügen aus dem „Wilden Westen“, die auf der großen Bühne der Westerwaldhalle ihre Bahnen zogen. Auch hier war Klaus Göbel mit Zügen anzutreffen. Darunter ein Zug aus der Baureihe „44“, für den alleine 3000 Euro auf den Tisch gelegt werden müssen. Dass es auch ein bisschen günstiger geht, erlebten die Besucher bei einem Rundgang durch die Hallen, wo zahlreiche, gebrauchte Züge in Top-Zustand angeboten wurden. Damit die Freunde der Modelle nicht allzu lange auf die nächste Gelegenheit warten müssen, wurde für den 7. Januar schon die nächste Ausstellung angekündigt.

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