1. Startseite
  2. Region
  3. Limburg-Weilburg

Hier rollen wieder Schienenfahrzeuge

Erstellt:

Kommentare

Seit 20 Jahren setzt sich die Interessengemeinschaft Westerwald-Querbahn als Verein für den Erhalt des Streckenabschnittes zwischen Westerburg und Rennerod ein. Am Sonntag findet ein Tag der offenen Tür mit Draisinen und Fahrzeugen am Bahnhof Rennerod statt. FOTO: IWQ
Seit 20 Jahren setzt sich die Interessengemeinschaft Westerwald-Querbahn als Verein für den Erhalt des Streckenabschnittes zwischen Westerburg und Rennerod ein. Am Sonntag findet ein Tag der offenen Tür mit Draisinen und Fahrzeugen am Bahnhof Rennerod statt. © iwq

Seit 20 Jahren im Einsatz für Westerwald-Querbahn

Hadamar/Rennerod -Es ist 20 Jahre her: Ende März 2002 trafen sich auf Anregung des Hadamarer Eisenbahnfreunds Uli Schoth ein Dutzend an der Bahnstrecke von Westerburg nach Rennerod interessierte Bürger in Rennerod und schon am 24. Oktober erfolgte die Gründung der Interessengemeinschaft (IG) Westerwald-Querbahn (IWQ) als eingetragener Verein.

In den ersten Jahren organisierte der Verein verschiedene Sonderfahrten im Westerwald, erarbeitete Vorschläge zu einer zukünftigen Nutzung der 1907 eröffneten und am 31. Mai 1981 für den Personen- und im April 1995 überraschend auch für den Güterverkehr stillgelegten Strecke.

Im Dezember 2008 gab es den, im wahrsten Sinne des Wortes, entscheidenden "Einschnitt" für die weitere Entwicklung des Vereins: Es wurden Vorbereitungen für einen nicht genehmigten Abbau der Gleise im Bahnhof Rennerod entdeckt, der die Vereinsmitglieder auf den Plan rief. Die Arbeiten konnten gestoppt und nach längeren Verhandlungen 2011 ein formeller Gestattungsvertrag zwischen der Deutschen Bahn und dem Vorstand der IWQ unterzeichnet werden. Dieser erlaubte den Vereinsmitgliedern, das Gelände der Querbahn zu betreten, um einen Rückschnitt der Vegetation, das Freiräumen der Gleise, Ergänzung von fehlendem Schotter und die Wiederherrichtung von Gleisanlagen vorzunehmen. Im August 2013 kam es dann zum Abschluss eines Pachtvertrages: Im Gegenzug zum eher symbolischen Pachtbetrag übernahm die IWQ die umfängliche Verkehrssicherungspflicht für die rund 17 Kilometer lange Strecke.

Bereits 2012 wurde das zehnjährige Bestehen des Vereins mit einem großen Bahnhofsfest in Rennerod gefeiert. Vom Arbeitskreis Aartalbahn ausgeliehene Handhebeldraisinen ermöglichten den Besuchern Pendelfahrten im Bahnhofsbereich. Ab 2014 konnte die IWQ mit eigenen Handhebel-Draisinen eine erste Fahrsaison anbieten. Rund 900 Fahrgäste bewältigten mit Muskelkraft die rund 50 Höhenmeter und 6,5 Kilometer zwischen Fehl-Ritzhausen und dem Ende der Strecke vor der Kaserne in Rennerod.

Viele Gleislücken geschlossen

Ulrich Schoth, der den Verein seit 20 Jahren als Vorsitzender leitet, hätte sich anfangs nicht vorstellen können, dass über die teilweise völlig zugewachsene und aus der Wahrnehmung verschwundene Strecke heute wieder Schienenfahrzeuge rollen können. Nach teilweise zähen Verhandlungen mit dem Baulastträger der Straßen, in erster Linie dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Diez, wurden drei der vier ohne die erforderlichen Genehmigungen ausgebauten Bahnübergänge (BÜ) wieder hergestellt, darunter auch der BÜ mit der stark befahrenen B 255 bei Höhn. Einer durchgängigen Befahrbarkeit zwischen Westerburg und Rennerod steht inzwischen nur noch der beseitigte Bahnübergang am ehemaligen Bahnhof von Höhn entgegen. Die Verantwortung für die unter Denkmalschutz stehende Talbrücke in Westerburg liegt nach wie vor bei der DB. Ob und mit welchen Fahrzeugen in Zukunft eine Befahrbarkeit möglich sein wird, müssen entsprechende Prüfungen zeigen.

hans-peter günther

Auch interessant

Kommentare