Der Lasterbach soll renaturiert werden - auch in Hausen unmittelbar neben der Mehrzweckhalle.
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Der Lasterbach soll renaturiert werden - auch in Hausen unmittelbar neben der Mehrzweckhalle.

Kontroverse Diskussion in Waldbrunn

Hochwasserschutz geht vor: Lasterbach wird renaturiert

  • VonAnken Bohnhorst-Vollmer
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CDU warnt vor hohem Unterhaltungsaufwand. SPD und Bürgerliste setzen sich durch.

Waldbrunn -antrag zur strukturverbessernden Maßnahme am Lasterbach" wird gestellt, die Renaturierung des Bachs im Ortsteil Hausen somit vorangetrieben. Das haben die Gemeindevertreter von Bürgerliste Waldbrunn (BLW) und SPD in ihrer Sitzung am Montagabend beschlossen und sich damit gegen die Vertreter der CDU-Fraktion und den AfD-Mandatsträger durchgesetzt.

Das bedeute aber nicht, dass die Renaturierung des Lasterbachs wichtiger sei als der Hochwasserschutz, betonte Marc Eisenkopf, BLW-Gemeindevertreter und Ortsvorsteher von Hausen. Tatsächlich habe bei der Entscheidung des Ortsbeirats für das Förderprogramm der Hochwasserschutz für Hausen im Vordergrund gestanden. Aber Maßnahmen zum Hochwasserschutz, die in den 1960er Jahren eingerichtet wurden, seien mittlerweile weniger wirksam. Deshalb müssten der Bachlauf verbreitert und die Fließgeschwindigkeit angepasst werden.

Gegen genau diese Veränderung der Querschnittsgestaltung äußerte Torsten Heep, Fraktionsvorsitzender der CDU, "erhebliche Bedenken". Zwar sei seine Partei "grundsätzlich für eine Renaturierung" des Gewässers, um dieses in einen "guten ökologischen Zustand" zu versetzen. Aber nicht innerhalb eines Orts. Vielmehr müsse geprüft werden, ob und wo landwirtschaftliche Flächen zu Hochwasserauffangbereichen umgewidmet werden können. Dem Lasterbach gerade im Bereich der Mehrzweckhalle zu seinem ursprünglichen Verlauf zu verhelfen, lehne die CDU ab, sagte Heep.

Querschnitt soll

ergrößert werden

Die derzeitige Planung einer Renaturierung sieht vor, dass der Querschnitt des Bachs vergrößert und die Fließgeschwindigkeit dadurch reduziert wird. Das sei zwar ökologisch durchaus sinnvoll, räumte Heep ein, weil Fische das Gewässer dann leichter durchwandern könnten. Da die Bachsohle aber zusätzlich mit Wasserbausteinen ausgestattet werden soll, steige das Risiko, dass sich hier beispielsweise Äste ansammeln - und zu welch verheerenden Folgen das führen könne, habe man gerade erst bei der Flutkatastrophe an der Ahr erlebt.

Um das zu verhindern erfordere die Renaturierung des Lasterbachs "einen erheblichen Unterhaltungsaufwand", den die Gemeinde leisten müsse, sagte Heep. "Nur wenn der geleistet wird, ist ein Hochwasserschutz gegeben." Das sei kostenintensiv und könne nur innerhalb eines engen Zeitkorridors durchgeführt werden.

Dass der Klimaschutz aufwendig ist und Geld kostet, sei klar, hielt BLW-Vertreter Eisenkopf entgegen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Christoph Simon erklärte, man müsse sich bei der Entscheidung auf die Angaben der Experten verlassen, die den Renaturierungsplan für den Lasterbach erarbeitet haben. Danach bleibe die Durchflussmenge im Bach gleich. Zudem gehe es bei der Abstimmung nicht um mögliche Renaturierungsmaßnahmen, sondern um ein Förderprogramm.

Hallenanbau

möglich

Darauf wies auch Manfred Lischeck, Fraktionsvorsitzender der Bürgerliste, hin. Schließlich eröffne der Antrag die Möglichkeit, den Hallenanbau zu realisieren und den angrenzenden Parkplatz zu überplanen, weil diese Flächen nach der Renaturierung des Lasterbachs keine Hochwassergebiete mehr sind. Würde dieser Förderantrag nicht gestellt, dann sei mit der Genehmigung der Projekte nicht zu rechnen.

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