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Die "Digitale Welt" sinnvoll nutzen

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Von: Tobias Ketter

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Die Schule in Dauborn wurde als eine von zwölf in Hessen für das Pilotprojekt ausgewählt.
Die Schule in Dauborn wurde als eine von zwölf in Hessen für das Pilotprojekt ausgewählt. © nn

Neues Schulfach an der Hünfeldener Freiherr-vom-Stein-Schule läuft in einem Pilotprojekt

Hünfelden -An der Freiherr-vom-Stein-Schule in Dauborn wird es bald ein neues Fach geben. Die Einrichtung macht nämlich gemeinsam mit elf weiteren Schulen bei einem Pilotprojekt des Hessischen Kultusministeriums mit. "Digitale Welt" heißt das Fach, das Informatik, Ökonomie und Ökologie miteinander verbinden soll. Schulleiterin Judith Lehnert ist optimistisch, dass die neuen Lerninhalte von der Heranwachsenden gut angenommen werden.

"Wir sind stolz darauf, dass wir an dem Projekt teilnehmen dürfen. Es ist eine spannende Herausforderung", sagte die Rektorin der Grund- und Gesamtschule gestern während der Vorstellung des Vorhabens. Das Fach greife wichtige Zukunftsthemen der Kinder und Jugendlichen auf. Es gehe darum, die Aspekte der Nachhaltigkeit mit der Ökonomie und der technischen Lehre im Fach Informatik zu verknüpfen. Das Ziel sei, die Schüler dafür zu begeistern und Kompetenzen zu vermitteln.

Das Pilotprojekt startet in der Jahrgangsstufe fünf. Drei Schulzweige der Freiherr-vom-Stein-Schule beteiligen sich. "Bei uns sind insgesamt sechs Klassen mit dabei. Es handelt sich um eine Hauptschul-, drei Realschul- sowie zwei Gymnasialklassen", erklärte Lehnert. Pro Klasse gebe es in jeder Woche zwei freiwillige zusätzliche Schulstunden, in denen "Digitale Welt" angeboten werde. Die Rektorin hat auch schon einige Lehrer ihrer Einrichtung gefunden, die künftig das neue Fach unterrichten wollen. Es handele sich dabei unter anderem um selbst ausgebildete Informatiklehrer.

Praktische Inhalte und

Hinweise auf Gefahren

Und wie sollen die Unterrichtsinhalte in Dauborn konkret aussehen? Es gehe mitunter darum, Projekte praxisorientiert umzusetzen, teilte Lehnert mit. Beispielsweise wolle man eine solarbetriebene Klappe für das schuleigenen Hühnerhaus entwerfen und anbringen. Darüber hinaus sei der Bau einer digitalen Wetter- und Umweltstation geplant. Auch mit den Gefahren im Internet werde man sich beschäftigen. "Wir wollen die Schüler bei der Weitergabe von persönlichen Daten sensibilisieren sowie über die Nutzung von Passwörtern sprechen", sagte die Schulleiterin.

"Mit der Einführung des neuen Faches nehmen wir bundesweit eine Vorreiterrolle ein", sagte Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz (CDU). Das Pilotprojekt lege den Grundstein zum Aufbau eines neuen Schulfaches für das digitale Zeitalter. Dabei gehe man weit über den bekannten Informatikunterricht hinaus. Die Schüler sollen den Angaben des Kultusministeriums zufolge nämlich erfahren, wie digitale Technologien zur Lösung sozialer, ökonomischer und ökologischer Problemstellungen beitragen können.

Lorz berichtete, dass es für die beteiligten Schulen keine zu detaillierten Vorgaben gebe. Vielmehr sollen sie Konzepte entwickeln und Anregungen schaffen, damit Kinder und Jugendliche künftig die Grundlagen der digitalen Welt besser verstehen. Der Kultusminister geht davon aus, dass das Interesse der Schüler sehr groß sein wird.

"Insgesamt sind zwischen 1000 und 1500 Heranwachsende an dem Pilotprojekt beteiligt", sagte Lorz. Benotet wird das Fach übrigens zunächst nicht. Damit ist es auch nicht versetzungsrelevant. Die ausgewählten Pilot-Schulen seien im Bereich der digitalen, ökonomischen und ökologischen Bildung bereits sehr aktiv, berichtete der Kultusminister.

Andere Fächer

nicht beeinträchtigt

Und die teilnehmenden Lehrkräfte werde man vor dem Beginn und während dem Projekt fortbilden. Die Pilotphase solle insgesamt mindestens zwei Schuljahre andauern. "Andere Fächer werden währenddessen nicht beeinträchtigt", sagte Alexander Lorz. Wann genau es dann zu einer Evaluation kommt, sei noch nicht klar. Fest steht aber, dass anschließend entschieden wird, ob und in welcher Form das Fach mittelfristig im Regelunterricht eingeführt werden kann.

"Wir wollen mit dem Fach Hessens Schulen zukunftssicher aufstellen", sagte Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus (CDU). Neugier und Entdeckergeist seien die Schlüssel zum Fortschritt. "Den Schülern muss aufgezeigt werden, warum Digitalisierung sinnvoll ist und wie die Welt dadurch nachhaltiger und energieeffizienter werden kann", so Sinemus. Die Einführung eines solchen interdisziplinären Unterrichtsfachs sei ein zukunftsweisender Schritt für das hessische Bildungssystem.

Bei dem Pilotprojekt mit an Bord sind auch das Hasso-Plattner-Institut aus Potsdam und die Frankfurter Goethe-Universität. "Die digitale Welt verändert unsere Gesellschaft", ist sich Prof. Dr. Christoph Meinel, Direktor des Hasso-Plattner-Instituts für "Digital Engineering", sicher. Darauf müssten die Schüler vorbereitet werden. "Wir alle benötigen ein digitales Grundverständnis, damit wir uns in der digitalen Welt eigenverantwortlich und selbstbestimmt bewegen und die Vorteile nutzen können", sagte Meinel. Die Grundlagen dafür müssten schon früh während der Schulzeit vermittelt werden.

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