Auf der Außentreppe des Rathauses präsentiert Silvia Scheu-Menzer die Urkunde, die sie bekommen hat, weil sie seit zehn Jahren Bürgermeisterin ist. Im Hintergrund die Kita in Kirberg.
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Auf der Außentreppe des Rathauses präsentiert Silvia Scheu-Menzer die Urkunde, die sie bekommen hat, weil sie seit zehn Jahren Bürgermeisterin ist. Im Hintergrund die Kita in Kirberg.

Die Bürgermeisterin von Hünfelden ist zehn Jahre im Amt

"Ein großes Zukunftsthema ist der Klimaschutz"

  • VonPetra Hackert
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Wird Silvia Scheu-Menzer 2022 für eine dritte Wahlperiode kandidieren?

Hünfelden -Die Urkunde hat sie mit Verspätung erhalten, und ein Presseresümee folgt auch verspätet - pandemiebedingt. In den letzten Monaten gab es Wichtigeres zu tun. Und doch: Manchmal braucht man einen Moment, um innezuhalten. Die Zeit rast. Besonders, wenn viel zu tun ist. Im Hünfeldener Rathaus ist das gerade so. Silvia Scheu-Menzers Arbeitstage dehnen sich gefühlt ins Unendliche aus. Und dennoch ist sie immer noch gerne bei der Sache. Die Urkunde: Ihr Bürgermeister-Kollege Thomas Scholz hat sie ihr gerade beim ersten Präsenztreffen im Kreise der anderen Kollegen überreicht: Die Gratulation des Hessischen Städte- und Gemeindebundes für zehn Jahre Bürgermeistertätigkeit.

Ein guter Grund, um Bilanz zu ziehen und nach vorne zu schauen. Erste logische Frage: Nach zwölf Jahren endet ihre zweite Amtszeit. Strebt die einzige Bürgermeisterin im Kreis Limburg-Weilburg eine dritte an? Die Daubornerin antwortet diplomatisch: "Wenn ich das jetzt entscheiden sollte, würde ich spontan sagen: Ja. Es gibt noch so viel, was ich angestoßen habe und wo ich dran bleiben möchte." Der andere Faktor ist die Zeit, die gerade so schnell vergeht. Vor kurzem ist sie 61 geworden. Die nächste Hünfeldener Bürgermeisterwahl steht im November 2022 an. Ein Jahr vorher sollte sie sagen, was Sache ist, meint sie. Auch mit Blick auf eine mögliche Nachfolge und die Zusammenarbeit mit den kommunalen Gremien. Damit sich alle drauf einstellen können. Es hat also noch etwas Zeit.

Digitaler Schub

der Pandemie

Ihr Terminkalender ist prall gefüllt. Viele Online-Absprachen sind hinzugekommen, sei es interkommunal oder auf Kreis-Ebene. Der digitale Schub der Pandemie hat auch die Verwaltungen erfasst. Obwohl es noch viel zu tun gibt. "Wir profitieren von der Krise. Aber es ist auch klar, dass wir nicht nach einem Jahr schon alles geschafft haben können. In Sachen Digitalisierung müssen wir alle weiter dran bleiben."

Die Architektin erinnert sich noch gut an ihre Anfänge in dem Job, der ihr so wichtig ist, weil es um ihre Heimat geht. "In der freien Wirtschaft war ich gewohnt, alles in der Hand zu haben." Entscheidungen fielen schnell, ihre Projekte bearbeitete sie von Anfang bis zum Schluss alleine. Eine kommunale Verwaltung funktioniert ganz anders. "Ich musste lernen, zu vertrauen, mich auf die Fachleute, die ich hier habe, zu verlassen." Damit sei sie gut gefahren, weil Hünfelden ein sehr gut aufgestelltes Team hatte, auf das sie von Anfang an zurückgreifen konnte.

Teamarbeit: Darauf hat sie auch im Zusammenwirken der Vereine, der Arbeitskreise, der politischen Gremien gesetzt. In vielen Bereichen, von der Flüchtlingshilfe über den Naturschutz, Feuerwehren, Kitas, sei das zum Tragen gekommen. Womit schon die nächsten Zukunftsthemen angesprochen wären: Die Kindergärten werden sukzessive erweitert oder erneuert, die Feuerwehren möchte sie von Verwaltungsaufgaben entlasten. Ein Stichwort ist hier die interkommunale Zusammenarbeit auch mit Blick auf das Feuerwehr-Dienstleistungszentrum. Und: "Ein großes Zukunftsthema ist der Klimaschutz."

Die Bürger-Windkraftanlagen stehen - hier gab es jahrelang Gegenwind, Debatten, Untersuchungen und einen regen Austausch. Die Bürgermeisterin stand von Anfang an hinter dem Projekt. Das nächste könnte sein, Photovoltaik im kommunalen und privaten Bereich stärker voranzubringen.

Rufbus-System

für Pendler

Eine Energieberatung ist im Gespräch, die alle nutzen können. Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs, auch in Zusammenarbeit mit Bad Camberg und Hünstetten, ist ein weiteres Stichwort. "Wenn die Politik dem zustimmt, könnten wir in eine Testphase eintreten, ob es Sinn macht, ein Rufbus-System für Pendler zu installieren, die zum Bad Camberger Bahnhof müssen und dann weiter in den Frankfurter Raum." Sie könnten die eigenen Autos stehen lassen, wenn man es gut organisiert.

Car-Sharing wie in Bad Camberg praktiziert, das Verbessern von Schnellradwegen - ihr fällt einiges ein, was sich noch tun könnte und müsste. Jetzt ganz aktuell: Die Schwimmbad-Sanierung, die in Kirberg ansteht. Der finale Beschluss der Gemeindevertretung ist noch nicht gefallen. Er ist der abhängig von den Fördermitteln. Deshalb gibt es da im Haushalt noch einen Sperrvermerk.

Die Marke Goldener Grund: Auch das ist ein Beispiel der interkommunalen Zusammenarbeit. Jede Kommune hat ihre Stärken und Besonderheiten, die werbetechnisch hervorgehoben werden können. Also auch hier habe sich die Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen bewährt. Denn: "Wir stehen alle vor den gleichen Herausforderungen."

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