Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer (rechts) und Ulla Nattermann vom Technischen Bauamt hoffen, dass die Arbeiten im Kirberger Freibad bald beginnen können.
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Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer (rechts) und Ulla Nattermann vom Technischen Bauamt hoffen, dass die Arbeiten im Kirberger Freibad bald beginnen können.

Bürger bei Sitzung begeistert

Gemeindevertreter in Hünfelden beschließen Freibad-Sanierung

  • Tobias Ketter
    VonTobias Ketter
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Projekt in Kirberg kostet rund 4,3 Millionen Euro. Zuschüsse von Land und Bund kommen.

Hünfelden -Gute Nachrichten für die Wassersportfreunde aus Kirberg und Umgebung. Das Freibad im Marktflecken soll nun umgebaut und saniert werden. Das beschloss die Gemeindevertretung von Hünfelden während ihrer Sitzung am vergangenen Mittwoch. Nachdem die Badesaison in den vergangenen beiden Jahren ins Wasser gefallen ist, dürfen sich die Bürger jetzt wieder auf heiße Sommer im Kirberger Schwimmbad freuen.

Die Sanierung der Einrichtung kostet mehr als 4,3 Millionen Euro. Davon entfallen knapp 3,8 Millionen Euro auf das Freibad selbst. Rund 400 000 Euro kostet der Bau eines Kleinkinderbeckens und etwa 85 000 Euro fallen für den Kiosk an. Das Land Hessen fördert die Umbau- und Sanierungsmaßnahmen mit einer Summe von einer Millionen Euro. Aus Bundesmitteln fließen knapp 1,3 Millionen Euro in das Projekt. Darüber hinaus fördert der Landkreis Limburg-Weilburg den Bau des Kinderbeckens mit rund 212 000 Euro. Die Gemeinde selbst muss laut Finanzierungsplan etwas weniger als 1,6 Millionen Euro für die Sanierung des Freibades bezahlen. Hinzu kommen noch die Kosten für den Kiosk und das Kinderbecken.

Der Gemeindevorstand von Hünfelden soll nun das Planungsbüro beauftragen, die Maßnahmen auszuschreiben. Sofern die Ausschreibungsergebnisse die veranschlagten Kosten nicht um mehr als 5 Prozent überschreiten, kann das Freibad saniert werden. Andernfalls wird die Gemeindevertretung nochmals über das Projekt beraten.

Zwei Mandatsträger

stimmen dagegen

18 Mandatsträger stimmten für die Sanierung. Zwei Gemeindevertreter enthielten sich und zwei weitere votierten dagegen. Wie lange die Bauarbeiten andauern werden, ist noch nicht klar.

Ein kompletter Neubau des Schwimmbades komme für die Gemeinde nicht in Frage, da dies Kosten in zweistelliger Millionenhöhe verursache, teilte der Haupt- und Finanzausschuss mit. Laut dem Ausschuss für Bau, Umwelt und Landwirtschaft müsse das Freibad erhalten bleiben, obwohl die finanzielle Belastung für die Gemeinde hoch sei. "Das Schwimmbad ist ein wichtiger sozialer Treffpunkt", sagte Marcel Lange (FBH) vom Sport-, Kultur- und Sozialausschuss.

Günter Foth, Fraktionsvorsitzender der CDU, sprach unmittelbar vor der Abstimmung von einer schweren Entscheidung für die Mandatsträger. Die Betriebskosten für das Freibad seien sehr hoch und in den kommenden Jahren habe die Kommune viele weitere Bauprojekte "vor der Brust". Man müsse nach der Sanierung die Energiekosten, die im Schwimmbad entstehen, genauestens im Auge behalten. "Die Schwimmfähigkeit der Kinder ist ein wichtiges Thema", sagte Foths Parteikollegin Astrid Stähler-Becker. Die Gemeinde habe die Verantwortung, den Heranwachsenden eine Möglichkeit zu bieten, um Schwimmen zu lernen.

Sebastian Lindner (SPD) betonte, dass die Freibad-Sanierung im Gegensatz zu einigen anderen Bauprojekten eine "freiwillige Leistung" sei. "Die hohen Kosten tun uns weh, aber durch die vielen Zuschüsse wird die Entscheidung zugunsten des Schwimmbades erleichtert", sagte der Sozialdemokrat. Stefan Doogs (SPD) berichtete, dass die Einrichtung barrierefrei werde. Dies sei eine Bedingung für die Bezuschussung durch Land und Bund. Doogs geht davon aus, dass die Betriebskosten durch die Sanierung geringer ausfallen werden als zuletzt.

Hartmut Paulus (FBH) sprach sich klar für die Umbau- und Sanierungsmaßnahmen aus. "So hohe Förderungen bekommen wir nie wieder", sagte er. Die Planungen seien sinnvoll und das Freibad komme den Bürgern zugute.

Viele Besucher saßen während der Sitzung der Gemeindevertretung im Zuschauerbereich. Die meisten von ihnen waren wegen der Entscheidung über die Freibad-Sanierung gekommen. Nach den Reden der Politiker, die sich mehrheitlich für das Projekt aussprachen, wurde teilweise lautstark applaudiert. Jürgen Lang (FBH), Vorsitzender der Gemeindevertretung, ermahnte das Publikum daraufhin, weil Applaus während der Sitzung verboten sei. Die Reaktionen der Bürger zeigen aber freilich, dass die Schwimmbad-Sanierung ein wichtiges Thema für viele Menschen in Hünfelden ist.

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