Thomas Klein an der Posaune begleitete das Höhenfeuer im Rahmen des Bergturnfestes
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Thomas Klein an der Posaune begleitete das Höhenfeuer im Rahmen des Bergturnfestes

125 Jahre Bergturnfest

Gemeinschaft, Köper und Geist pflegen

  • VonRobin Klöppel
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MENSFELDEN Höhenfeuer, Musik und viele Erinnerungen beim Festakt anlässlich 125 Jahre Bergturnfest

Beim Festakt anlässlich 125 Jahre Bergturnfest auf dem Mensfelder Kopf (Meko) hat die Turngauvorsitzende Gabriele Druck-Wagner langjährige verdiente Aktive geehrt. Der Gau-Ehrenbrief in Gold ging an Christel Schwenk, Gisela Trur, Klaus Nilges und Kurt Schmidt vom TuS, der in Silber an Antje Gabb und Anja Hesselbach vom Turngau. Holger Schmidt, Erster Vorsitzender des TuS Mensfelden - der Verein, der das Turnfest für den Turngau ausrichtete -, sagte, dass er stolz sei, dass es nun schon seit 125 Jahren auf dem Meko stattfinde. 1896 zum ersten Mal ausgerichtet, sei das Bergturnfest das älteste Sportfest der Region.

Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer (parteilos) erinnerte daran, dass das Bergturnfest unter dem Motto "Einfach mitmachen" stehe. Jeder könne dabei sein, egal ob alt oder jung.

Scheu-Menzer sagte, dass das erste Bergturnfest in Mensfelden noch "Volkstümliches Turnfest" geheißen habe. Einen Monat vorher hätten in Athen die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit stattgefunden. Zu seinen Glanzzeiten habe das Mensfelder Bergturnfest 1981 die Höchstteilnehmerzahl von 600 Sportlern erreicht. Bis heute habe das Fest, so die Bürgermeisterin, immer gezogen. "Ich wünsche mir, dass das Fest noch lange durchgeführt wird", sagte Scheu-Menzer. Denn es sei wichtig, dass hier viele Menschen zur sportlichen Betätigung zusammenkämen.

Erster Kreisbeigeordneter Jörg Sauer (SPD) erinnerte daran, dass 1896 auch das Röntgen erfunden worden sei, das ebenfalls für Sportler sehr wichtig sei. "Sport ist eine tolle Sache. Man kann die Gemeinschaft, Körper und Geist pflegen", so Sauer. Gerade in der heutigen Corona-Zeit sei ein gutes Immunsystem wichtig.

SPD-Landtagsabgeordneter Tobias Eckert erklärte, 125 Jahre seien eine stattliche Zahl. Eckert ist davon überzeugt, dass sich das Bergturnfest - genauso, wie es sich in dieser Zeit immer verändert habe - auch in Zukunft verändern werde. Der SPD-Unterbezirksvorsitzende betonte: "Ich hoffe, Sie können den Schwung der Feier mitnehmen und das Fest in die Zukunft führen".

Turngauvorsitzende Druck-Wagner ist stolz, dass der TuS Mensfelden das Bergturnfest immer noch so engagiert ausrichte, während viele Bergturnfeste in anderen Turngauen mangels Interesse lange nicht mehr existierten. Das Fest sei volkstümlich und traditionell und habe einen besonderen Geist. Auf der Sportanlage auf dem Meko werde es, wie Druck-Wagner betonte, keine Einträge für die Bestenlisten geben. Denn hier gebe es nicht einmal eine Tartanbahn. Es zählten Fairness und Kameradschaft.

CDU-Landtagsabgeordneter Andreas Hofmeister, selbst Mitglied im Turngauvorstand, verriet, dass der Vorstand bei ansteigenden Infektionszahlen Anfang letzter Woche noch überlegt habe, ob er es wirklich durchziehen solle. Das Fest stattfinden zu lassen, sei aber die richtige Entscheidung. Was das Team des TuS hier Jahr für Jahr auf die Beine stelle, sei beeindruckend. Das Mensfelder Bergturnfest sei ein Aushängeschild der Region, ein Traditionsfest. Wenn es dieses, so der CDU-Kreisvorsitzende, irgendwann mal nicht mehr geben würde, würde man erst feststellen, was dann fehle. Von daher sei es jetzt wichtig, junge Menschen an die Teilnahme heranzuführen. "Es ist ein Erlebnis, sich hier zu duellieren", sagte Hofmeister.

FDP-Landtagsabgeordnete Marion Schardt-Sauer erklärte, dass die Jugendarbeit im Sport wichtig sei, weil der Nachwuchs hier wichtige Werte wie Umgang und Disziplin lerne. Vereine müssten nach der Pandemie sehr viel auffangen. Die Menschen würden es aber auch genießen, mal wieder zusammenzukommen. Die stellvertretende Sportkreisvorsitzende Hildegard Stein findet, dass Sportveranstaltungen wie das Mensfelder Bergturnfest dem Ansinnen Turnvaters Jahns am ehesten entsprechen würden. Von daher dankte sie dem TuS und dem mangels Aktiver aus der Organisation mittlerweile ausgeschiedenen TV Jahn für die langjährige Ausrichtung. Stein wünscht sich, dass das Fest noch lange bestehe und ermunterte die Menschen der Region, künftige einfach mal spontan mitzumachen.

An Wettkämpfe heranführen

Holger Schmidt erinnerte sich noch gut an die alte, abschüssige Sportanlage, wo auch mal 10,5 Sekunden über 100 Meter und 7,34 Meter im Weitsprung erreicht worden seien. 1984 habe man dann gesagt, dass man eine neue Sportanlage brauche. Während in den Anfängen des Bergturnfestes nur Sportler über 18 Jahren zugelassen gewesen seien, sei es heute eher ein Kinderturnfest.

Schmidt sagte, dass man aber in Sachen Zukunft aufpassen müsse, weil sich die Gesellschaft immer mehr individualisiere. Immer mehr Menschen kämen zwar mit ihren E-Bikes auf den Meko und nutzten auch die offen zugängliche Sportanlage. Ob sie aber jemals in den Verein kämen, sei eine andere Sache. Schmidt meinte, es sei wichtig, Menschen an Wettkämpfe heranzuführen, denn ohne das Leistungsprinzip werde Deutschland auf Dauer Probleme bekommen, seinen Wohlstand zu erhalten.

Die Mundharmonikagruppe Eschhofen unter der Leitung von Seppi Distel verschönerte den Festakt mit Volksliedern. Zum Abschluss gab es bei anbrechender Dunkelheit noch ein Höhenfeuer.

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