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Hünfelden: Fast einstimmig fürs Feuerwehrzentrum

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Von: Robin Klöppel

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Das Heringer Feuerwehrhaus ist zu klein geworden. Matthias Müller (CDU) stellte die Frage, ob wirklich in jedem Ortsteil ein Feuerwehrhaus sein muss.
Das Heringer Feuerwehrhaus ist zu klein geworden. Matthias Müller (CDU) stellte die Frage, ob wirklich in jedem Ortsteil ein Feuerwehrhaus sein muss. © rok

Gemeinsame Sache mit den Nachbarkommunen - Handlungsbedarf in Heringen

Hünfelden -Die Hünfeldener Gemeindevertretung hat in ihrer Sitzung am Mittwochabend in der Dauborner Mehrzweckhalle bei einer Gegenstimme von Hartmut Paulus (FBH) und Enthaltung von Matthias Müller (CDU) mit breiter Mehrheit dafür gestimmt, sich an der Gründung eines gemeinsamen Feuerwehrdienstleistungszentrums (DLZ) "Goldener Grund Taunus" mit den Kommunen Bad Camberg, Brechen, Hünfelden, Selters und Weilrod im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit zu beteiligen.

Es wird die Variante 2 (Investorengrundstück mit Sitz in Bad Camberg) realisiert. Haupt- und Finanzausschuss(HFA)-Vorsitzender Stefan Doogs (SPD) sagte, dort sollten für alle beteiligten Kommunen die Schläuche und Atemschutzgeräte zentral gereinigt werden. Die Aufgaben der Wehren würden immer mehr zunehmen, so dass ein Dienstleistungszentrum an zentraler Stelle die Ehrenamtler entlasten könne.

FBH-Fraktionsvorsitzende Sabine Winterwerber sagte, da Wartungsarbeiten bei allen Wehren anfielen, biete es sich in diesem Bereich förmlich an, die Wehren zu entlasten. CDU-Fraktionsvorsitzender Günter Foth denkt, dass die Kosten für das Dienstleistungszentrum sicher für Diskussionen in der Bevölkerung sorgen würden. Doch die Mitglieder der Fraktionen würden größtenteils dahinterstehen. Durch die Werkstatt in Bad Camberg könne das Feuerwehrhaus in Kirberg auch kleiner dimensioniert werden. Foth hält das Konzept eines interkommunalen Dienstleistungszentrums für zukunftsweisend. Es werde über einen Investor gestemmt und dann angemietet, weil die fünf beteiligten Kommunen die Investition nicht selbst hätten stemmen können.

Kritik von Hartmut Paulus

Hartmut Paulus sieht die Sache dagegen skeptisch. Es fielen da Kosten für die Gemeinde an, die es vorher nie gegeben habe. Paulus hätte es für die sinnvollere Variante gehalten, im Feuerwehrhaus Kirberg eine Werkstatt für alle Hünfeldener Ortsteile zu schaffen.

Die Gemeindevertretung hat bei drei Enthaltungen der CDU-Fraktion den Grundsatzbeschluss gefasst, für Heringen ein neues Feuerwehrhaus zu bauen. Die letzte Begehung durch den Prüfdienst hatte ergeben, dass unverzüglicher Handlungsbedarf bestehe. Sanierung mit Umbau und Erweiterung am bestehenden Feuerwehrstandort ist laut Gemeindeverwaltung aufgrund der geltenden Vorschriften und Normen grundsätzlich nicht möglich.

Unter drei diskutierten neuen Standorten entschieden sich die Mandatsträger für den Ortsausgang Richtung Nauheim. Stefan Doogs (SPD) sagte, es mache nur Sinn in ein Projekt zu investieren, das am Ende der Feuerwehr auch genügend Kapazität biete. Die Gemeinde habe die Chance, das 4300 Quadratmeter große Areal zu erwerben und dort den Neubau zu realisieren.

Kritisch sieht die Ausgaben im Feuerwehrbereich Matthias Müller. Er sagte, dass es auch noch eine Menge anderer wichtiger Projekte in Hünfelden beispielsweise im Kindergartenbereich gebe. Ihm fehle für den Feuerwehrbereich ein Gesamtkonzept. Man müsse sich dabei auch mal die Frage stellen dürfen, ob die Gemeinde wirklich in jedem Ortsteil ein Feuerwehrhaus unterhalten müsse. Müller regte ein Gutachten an, dass im Feuerwehrbereich aufzeige, wo Synergieeffekte geschaffen werden könnten.

Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer (parteilos) versicherte, dass die Gemeinde alles geprüft habe. Dazu gehöre auch, ob Zusammenlegung von Feuerwehrhäusern Sinn ergeben könne. Scheu-Menzer berichtete, dass aus keinem anderen Ortsteil nach Heringen die vorgeschriebene Hilfeleistungsfrist von zehn Minuten eingehalten werden könne.

Doogs entgegnete: "Bei den Einsätzen geht es um Menschenleben. Da zählt jede Minute." Er wolle nicht die Verantwortung übernehmen, wenn ein Mensch sterbe, nur weil der Gemeinde der Bau eines neuen Feuerwehrhauses zu teuer komme.

CDU-Fraktionsvorsitzender Günter Foth versicherte, dass alle Mandatsträger wüssten, was die Hünfeldener Feuerwehren leisteten. "Wichtig ist, dass die Feuerwehrleute einen Treffpunkt haben, der zeitgemäß ist", sagte Foth. Müller denkt, dass das brisante Thema Einsparungen im Feuerwehrbereich in Hünfelden erst angepackt werde, wenn einmal in einem Ort nicht mehr genügend Feuerwehrleute seien. Dann, so ist er sich sicher, würden auch Lösungen gefunden, die dem betroffenen Stadtteil weiterhin Brandschutz garantierten.

Sebastian Lindner (SPD) bemerkte, dass der Kostenfaktor für alle schmerzlich sei. Lindner sagte aber auch, dass er sich mit den Kosten für den Brandschutz abfinden könne, denn es gebe ein gutes Konzept in Hünfelden und eine gute Zusammenarbeit zwischen den Ortsteilwehren. Für den bereits beschlossenen Neubau eines Feuerwehrhauses für Kirberg für 3,9 Millionen südlich des Gewerbegebietes und gegenüber der P&R-Anlage wurde beschlossen: Die Planung soll auf der bisher erarbeiteten Grundlage fortgeführt werden. Die Verwaltung wird mit der Ausschreibung der Fachleistungsplanungen beauftragt, und der Gemeindevorstand erhält Prokura, die entsprechenden Fachplanungsbüros nach erfolgter Ausschreibung zu beauftragen.

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