Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer (rechts) und Ulla Nattermann vom Technischen Bauamt hoffen, dass die Arbeiten im Kirberger Freibad bald beginnen können.
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Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer (rechts) und Ulla Nattermann vom Technischen Bauamt hoffen, dass die Arbeiten im Kirberger Freibad bald beginnen können.

Schwimmbad wird saniert

Hünfelden: Freibadsaison in Kirberg fällt ins Wasser

  • vonTobias Ketter
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Anlage muss saniert werden - Gemeinde wartet auf Fördergelder - Bad in Dauborn öffnet

Hünfelden -Keine Schwimmkurse, kein Sonnenbaden auf der Liegewiese und auch keine akrobatischen Sprünge ins Wasser. Das Freibad in Kirberg bleibt in diesem Sommer geschlossen. Das liegt jedoch nicht an der Corona-Pandemie. Vielmehr muss die in die Jahre gekommene Anlage saniert werden.

"In dem Schwimmbad wurden in der Vergangenheit oft Reparaturarbeiten durchgeführt", sagt die Hünfeldener Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer (parteilos). Das Hauptbecken sei mit der Zeit immer weiter abgesackt und die veraltete Technik habe manchmal gestreikt. "Darüber hinaus sind in den letzten Jahren auch wiederholt Fließen abgefallen", erinnert sich Scheu-Menzer. Eine Sanierung des Freibades ist also dringend nötig. Das bestätigte auch ein Gutachten, welches die Gemeinde in Auftrag gegeben hatte.

Bereits Mitte des Jahres 2019 wurde dann ein Planungsbüro engagiert, um die Neugestaltung der Anlage vorzubereiten. Die Bürger der Region dürfen sich nach der Bauphase auf ein komplett barrierefreies Schwimmbad freuen. "Die gesamte Liegewiese wird begradigt und ein zusätzliches Kinderbecken soll entstehen", sagt die Bürgermeisterin der Gemeinde. Der vorhandene Sprungturm bleibe laut der Verwaltungschefin erhalten. Ihr sei es besonders wichtig, dass es nach der Sanierung weiterhin Schwimmbahnen geben werde. "Das Freibad ist schließlich nicht nur zum Planschen da, sondern auch für das Training der DLRG und für die Übungen von einigen Triathleten." Das Verhältnis zwischen dem Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich werde sich verändern. Derzeit liege es bei sieben zu drei. "Nach der Sanierung wird es dann bei drei zu zwei liegen", berichtet Scheu-Menzer.

Die Bauarbeiten in dem Kirberger Freibad, das unmittelbar neben dem Rathaus liegt, haben bislang noch nicht begonnen. Doch woran liegt es, dass das erstellte Gutachten und die Beauftragung des Planungsbüros schon so weit zurückliegen und auf der Anlage trotzdem immer noch nichts passiert ist? "Das Projekt wurde noch nicht ausgeschrieben, weil wir noch auf die Zusagen für Fördergelder warten", erklärt Scheu-Menzer. Eine Ausschreibung sei erst möglich, nachdem man die Zuwendungsbescheide erhalten habe. Die Gemeinde rechnet damit, dass dies eventuell unmittelbar nach den Sommerferien geschehen werde. "Wir warten auf rund eine Million Euro vom Land und auf etwa 1,3 Millionen Euro vom Bund", sagt Ulla Nattermann vom Technischen Bauamt der Kommune Hünfelden. Darüber hinaus werde das neue Kinderbecken mit einer Summe von rund 200 000 Euro bezuschusst. Die Gesamtkosten des Projekts inklusive Nebenkosten beliefen sich den Angaben von Nattermann zufolge auf knapp vier Millionen Euro.

Bauphase im Herbst

Die Ausschreibungen seien bereits vorbereitet und die Gemeinde befinde sich in den Startlöchern. Nattermann geht davon aus, dass die Bauphase im September oder Oktober beginnen kann. Mindestens zehn Monate lange werde dann voraussichtlich in dem Freibad gearbeitet. "Wir alle hoffen natürlich, dass das Schwimmbad während der Badesaison im kommenden Jahr wiedereröffnet werden kann", sagt Scheu-Menzer. Jedoch sei dies keineswegs gewiss. "Niemand kann vorhersagen, ob alles nach Plan läuft oder ob es aufgrund der Witterung in den Wintermonaten Verzögerungen gibt."

Bei der Bürgermeisterin seien vereinzelt Beschwerden eingegangen, weil das Freibad nun schon das zweite Jahr infolge geschlossen bleibt. "Es ist natürlich schade, dass die Menschen im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie das Schwimmbad nicht besuchen konnten und dass es in 2021 wieder keine Badsaison in Kirberg geben wird", so Scheu-Menzer. Eine Öffnung sei aber schlichtweg unmöglich. "Das Freibad ist einfach zu kaputt."

Die Sanierung des Schwimmbades sei ein sehr wichtiges Thema für der Verwaltungschefin, wie sie selbst sagt. "Das Freibad ist eine wichtige Einrichtung in der Gemeinde." Es sei in den vergangenen Jahren unter anderem von den Frühschwimmern, der Freiwilligen Feuerwehr, der DLRG und von den beeinträchtigten Bewohnern des Hauses Iris genutzt worden. "Das Schwimmbad war immer ein sozialer Treffpunkt für Menschen aller Altersklassen", betont die Bürgermeisterin. Insgesamt rund 20 000 Gäste besuchten vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie jährlich die Anlage. "Die zahlreichen Schwimmbadfreunde dürfen sich schon jetzt auf noch mehr Attraktionen für Jung und Alt freuen", sagt Scheu-Menzer mit Blick auf das bevorstehende Projekt.

Förderverein unterstützt

Das zweite Freibad der Gemeinde Hünfelden, das sich in Dauborn befindet, wird noch in diesem Sommer wieder öffnen. Wenn es das Pandemie-Geschehen zulasse, könne dort bereits während des ersten Juli-Wochenendes die Badesaison beginnen, wie die Verwaltung mitteilt. In den kommenden Tagen oder Wochen werde noch ein bereits bestelltes "technisches Teil" eingebaut und dann sei man weitestgehend bereit für den Besucheransturm. Die baldige Freibadöffnung in Dauborn sei laut Scheu-Menzer auch dem Förderverein des Schwimmbades zu verdanken. "Die Mitglieder beteiligen sich Jahr für Jahr an den Vorbereitungen und der Förderverein hat sich auch finanziell an der Anschaffung des neuen technischen Gerätes beteiligt." Die Gruppe sei dafür verantwortlich, dass die Außenanlage und die Umkleidekabinen ordentlich hergerichtet werden und sich das Beachvolleyballfeld in einem guten Zustand befinde.

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