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Hünfelden: Mehr Klimaschutz, Streuobstwiesen und ein Treffpunkt

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Von: Robin Klöppel

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Streuobstwiesen gibt es nicht mehr so oft wie früher. Das sollte wieder anders werden, findet ein Bürger aus Hünfelden.
Streuobstwiesen gibt es nicht mehr so oft wie früher. Das sollte wieder anders werden, findet ein Bürger aus Hünfelden. © picture alliance / dpa

Viele Ideen für ein integriertes kommunales Entwicklungskonzept (IKEK) für die Gemeinde

Hünfelden -Um Ideen für ein integriertes kommunales Entwicklungskonzept (IKEK) für die Gemeinde Hünfelden ging es am Dienstagabend bei einer Online-Sitzung, an der sich 66 Bürger beteiligt haben. Birgit Sucké vom Amt für Ländlichen Raum des Kreises sagte, dieses werde in Hünfelden bis 2027 laufen. Bis Ende dieses Sommer solle das Konzept stehen, das dann noch von der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WI Bank) als Geldgeber abgesegnet werden müsse.

Sucké rechnet damit, dass das Konzept dann im Herbst genehmigt sein werde. Dann könnten die Förderanträge für die ersten kommunalen Projekte gestellt werden. Wenn das Konzept genehmigt sei, könnten auch Privatleute Förderanträge stellen. Es gibt Förderungen pro Projekt in Höhe von 35 Prozent der förderfähigen Kosten, bis zu 45 000 Euro. Unterstützung können Besitzer von Gebäuden und Grundstücken bekommen, wenn sie in alten Ortskernen durch Sanierungen, Umwidmung von Bauten oder Neubauten auf Freiflächen Wohnraum schaffen. Wer Ideen hat, sollte sich beim Amt für Ländlichen Raum informieren, ob sein Projekt förderfähig ist und unter welchen Bedingungen. Die Fachberatung ist kostenlos und unverbindlich.

Jetzt schon gibt es Fördermittel für Einzelkulturdenkmäler, wie Sucké erklärte. Moderator Tom Bremer von bundesweit agierenden Büro CIMA sagte, mit dem zweiten IKEK-Forum befinde man sich in Hünfelden am Anfang der Zielgeraden. Nach Ortsteilgesprächen, einer Bürgerbefragung sowie einem Jugenddialog solle im Mai noch eine Seniorenbeteiligung stattfinden.

Das Besondere bei Hünfelden ist laut Bremer, dass der potenzielle Wohnraumbedarf der Gemeinde durch Leerstände in den alten Ortskernen nicht gedeckt werden könne, so dass die Kommune trotz Teilnahme am IKEK-Programm auch parallel ein Neubaugebiet entwickeln dürfe.

Fast 90 Prozent leben gerne hier

Bremer sagte, dass 650 Teilnehmer bei einer Bürgerbefragung "eine sehr gute Basis" darstellten. 54 Prozent der Befragten lebten sehr gerne und 35 Prozent gerne in Hünfelden. Das sei eine weit über dem Durchschnitt liegende Zufriedenheit.

Was laut Bremer bei der Befragung der Jugendlichen aufgefallen sei, sei, dass vielen wichtig sei, dass bei örtlichen Maßnahmen der Aspekt Klimaschutz berücksichtigt werden solle. Viele Jugendliche hätten sich auch über die Verschmutzung durch weggeworfenen Müll beklagt. Was die Jugendlichen sich auch wünschten, sind kleine Geschäfte wie Kioske in allen Ortsteilen.

Der Moderator meinte, dass man sich auch von der Seniorenbeteiligung neue Erkenntnisse erwarte. Anschließend konnten die teilnehmenden Bürger dann in Kleingruppen ihre Meinungen und Ideen äußern. Ein Teilnehmer meinte, es müsse mehr für die Barrierefreiheit in Hünfelden getan werden. Ein anderer erklärte, Hünfelden als Klimakommune müsse nicht in den alten Ortskernen sämtliche Freiflächen zubauen. Eine Frau sieht das ähnlich, sagte: "Der Naturaspekt fehlt mir in dem Konzept". Über mehr Naturräume könne in Hünfelden etwas für den Klimaschutz getan werden. Ein anderer Teilnehmer meinte, dass viele der Bäume in den Streuobstwiesen, die es früher in Hünfelden gegeben habe, mittlerweile verschwunden seien. Er findet, dass aus dem Umweltschutzgedanke heraus wieder mehr Obstbäume gepflanzt und Blumenwiesen angelegt werden sollten, um Insekten und Vögel wieder mehr zu fördern.

Eine andere Teilnehmerin sagte, dass nicht alle Hünfeldener Ortsteile gleichermaßen ein Naturerlebnis böten. In Neesbach sei sie beispielsweise überwiegend von Agrarflächen umgeben. Von daher fahre sie zum Spazierengehen dann lieber nach Gnadenthal oder zum Mensfelder Kopf.

Fahrradwege verbessern

Ein Bürger sagte, das Fahrradwegenetz müsse ausgebaut werden, auch die Verbindungen in andere Kommunen. Beispielsweise komme man mit dem Rad nicht durchgehend sicher nach Bad Camberg. Eine Frau regte an, dass man die Kinder und Jugendlichen nicht vergessen solle, die zu alt für den Spielplatz und zu jung für den Jugendraum seien. Für sie müsse es auch Treffpunkte geben. Ein konkreter Vorschlag war ein zentraler Mountainbike-Platz,. Michaela Königstein von der Gemeindeverwaltung berichtete, dass bereits mehrere Spielplatzprojekte mit Eltern in Hünfelden umgesetzt worden seien.

Ein Mann meinte, das Wichtigste sei, genügend Wohnraum zu schaffen, dass junge Familien in Hünfelden bleiben könnten. Der zweitwichtigste Punkt sei die Schaffung von Grünflächen. Was ebenfalls als Ideen geäußert wurde, war die Entwicklung kleiner Gewerbeflächen in allen Ortsteilen für die Eigenentwicklung sowie die Sicherstellung der Nahversorgung in allen Dörfern.

Als Treffpunkt für die Bürger könnten in den Ortsteilen multifunktionale Räume geschaffen werden, in denen viele Aktivitäten von Yoga über Spieleabende bis Strick-Café möglich sein könnten. Auch für den Tourismus soll in Kooperation mit den Nachbarkommunen des Goldenen Grundes mehr geworben werden. Für Neubürger soll es sogenannte "Willkommenspakete" mit allen wichtigen Infos über Hünfelden geben.

Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer (parteilos) geht davon aus, dass die gemeindliche Politik Initiativen zur Verbesserung des Ortslebens unterstützen werde. Bei Projekten, die die Gemeinde trotz Förderung Geld kosteten, brauche es natürlich auch immer einen Beschluss der Gemeindevertretung. Scheu-Menzer sagte, dass einiges, was vielleicht nicht über IKEK förderfähig sei, über das Leader-Programm verwirklicht werden könne. Kontakt für Anregungen: Michaela Königstein, (0 64 38) 838-68, E-Mail an michaela.koenigstein@huenfelden.de.

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