Im Roten Meer zwischen Heringen und Mensfelden leben viele verschiedene Tierarten.
+
Im Roten Meer zwischen Heringen und Mensfelden leben viele verschiedene Tierarten.

Vermehrtes Algenwachstum

Hünfelden: Phytoplankton färbt das Rote Meer grün

  • Tobias Ketter
    VonTobias Ketter
    schließen

"Teich wird sicher nicht umkippen" - Angelsportverein sorgt sich wegen Müll - Brückengeländer soll ersetzt werden

Hünfelden -Ruhig und idyllisch liegt das Rote Meer zwischen den Dörfern Mensfelden und Heringen. Viele Bänke und auch eine kleine Hütte laden am Teich in der Gemeinde Hünfelden zum Verweilen ein. Einige zwitschernde Vögel sind zu hören, und über die angrenzende Wiese huscht ein Eichhörnchen. Es scheint, als sei das Gewässer ein idealer Ort für Spaziergänger und auch für die Tiere der Region. Doch nicht alle Bürger der Kommune sind mit dem derzeitigen Zustand des Teichs zufrieden.

Wie ein Anwohner aus Mensfelden berichtet, drohe das Rote Meer wegen vermehrten Algenwachstums umzukippen. Während eines Spaziergangs an der Anlage habe er einen starken Geruch wahrgenommen. Darüber hinaus kritisiert er den aktuellen Zustand einer kleinen Brücke, die über einen nahe gelegenen Bach führt. Das Holzgeländer der Brücke sei abgebrochen und liege mittlerweile im Bach. Der Anwohner fragt sich nun, warum die Gemeinde, in deren Besitz sich die Teichanlage befindet, nichts gegen die "besorgniserregenden Zustände" an Ort und Stelle unternimmt.

Angelsportverein pflegt Teich

Die Bürgermeisterin von Hünfelden, Silvia Scheu-Menzer (parteilos), hat sich nun zu der Situation geäußert. "Das Rote Meer wurde vor einigen Jahrzehnten von der Gemeinde im Rahmen der Flurbereinigung als Biotop angelegt", sagt sie. Im Jahr 2001 habe der Angelsportverein Heringen die Pflege des Teichs übernommen. Die Gruppierung kümmere sich seitdem mit sehr viel Engagement um die Anlage. Die Kommune unterstütze den Verein bei größeren Arbeiten, wie beispielsweise dem Zurückschneiden von Bäumen und Büschen. Die beschädigte Brücke werde nach den Herbstferien repariert, verspricht die Hünfeldener Verwaltungschefin. Die Aussage, dass der Teich umzukippen drohe, sei aber nicht korrekt.

Das bestätigt auch Volker Conrad, Erster Vorsitzender des Angelsportvereins. "Wir sind regelmäßig vor Ort, und wir haben keinen Gestank festgestellt. Es besteht definitiv nicht die Gefahr, dass das Rote Meer umkippt", sagt er. Der Verein werde zeitnah ein neues Geländer an der Brücke anbringen, so Conrad weiter.

Den Vorsitzenden beschäftigt derzeit ein ganz anderes Problem, das mit dem Teich zwischen Mensfelden und Heringen zusammenhängt. "Die Menschen lassen dort oft einfach ihren Müll zurück", sagt er. Der Angelverein habe in den vergangenen Monaten viele leere Bierflaschen und sogar einen kompletten Grill, der am Ufer des Teichs entdeckt wurde, entsorgen müssen. "Das Rote Meer ist kein Ort zum Feiern. Vielmehr soll sich dort die Natur entfalten", betont Conrad. Sein Appell an die Bürger: "Gerne kann das Gelände für Spaziergänge genutzt werden, aber jeder sollte dabei Rücksicht auf die Tiere und Pflanzen nehmen, anstatt arglos den Müll zurückzulassen."

Wasserproben werden entnommen

Auch Markus Jaschina, Gewässerwart des Angelsportvereins, hat sich zum Zustand des Roten Meers geäußert. "Ich entnehme regelmäßig Wasserproben, die bislang alle in Ordnung waren. Der Teich wird also sicher nicht umkippen", sagt er. Jaschina hat aber in den vergangenen Wochen festgestellt, dass sich das Wasser mitunter grün färbt. Dies liege am vermehrt auftretenden Phytoplankton. "Normalerweise wird dieses vom sogenannten zoologischen Plankton aufgefressen. Da sich aber momentan sehr viele Moderlieschen in dem Teich befinden, die wiederum das zoologische Plankton verspeisen, verbreitet sich dementsprechend das Phytoplankton", erklärt der Gewässerwart. Darüber hinaus sorge auch das Düngen der angrenzenden Felder für mehr Planktonwachstum, welches die Grün-Färbung erkläre. Die grüne Wasseroberfläche sei nur sichtbar, da der Teich aktuell zu wenig Wasser führe. "Sollte es in den kommenden Tagen und Wochen wieder mehr regnen, läuft das Wasser mit der ungewöhnlichen Farbe ab und die Planktonsituation entspannt sich", sagt Jaschina.

Das Hauptziel des Angelsportvereins sei es, das Rote Meer möglichst naturnah zu erhalten. Frösche, Molche und viele weitere Lebewesen sollen sich laut Jaschina in dem Biotop heimisch fühlen. "Übrigens angeln wir selbst nur sehr geringe Mengen an Fischen aus dem Teich", sagt er.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare