Regina Heuser (von links), Geschäftsführerin der Firma Land und Forst Erneuerbare Energien, Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer und die Umweltbeauftragte Isabel Thieme begutachten den Windpark bei Kirberg.
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Regina Heuser (von links), Geschäftsführerin der Firma Land und Forst Erneuerbare Energien, Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer und die Umweltbeauftragte Isabel Thieme begutachten den Windpark bei Kirberg.

Positive Bilanz

Hünfelden: Windpark erzielt hohe Erträge

  • Tobias Ketter
    VonTobias Ketter
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Gemeinde im Goldenen Grund will weitere Anlagen errichten

Hünfelden -Rund 238 Meter ragen die drei Windräder nahe dem Marktflecken Kirberg in die Höhe. Die großen Energiequellen sind schon von Weitem zu sehen. Seit die letzte der drei Anlagen in Betrieb genommen wurde, sind mittlerweile mehr als 15 Monate vergangen. Silvia Scheu-Menzer (parteilos), Bürgermeisterin der Gemeinde Hünfelden, sowie Regina Heuser, Geschäftsführerin des Unternehmens "Land und Forst Erneuerbare Energien", welches als Gesellschafter für den Windpark fungiert, ziehen eine erste Bilanz und schauen in die Zukunft.

"Die drei Windkraftanlagen laufen seit der Inbetriebnahme wie gewünscht", sagt Heuser. Obwohl 2021 bislang in vielen Regionen kein gutes "Windjahr" gewesen sei, habe der Windpark in Hünfelden beachtlich Erträge erzielt.

Von Januar bis Oktober kamen nämlich Erträge in Höhe von 23 403 181 Kilowattstunden zusammen. Damit habe man die zuvor kalkulierten Prognosen sogar etwas übertroffen. "Wir sind trotz einiger windarmer Monate sehr zufrieden", berichtet Scheu-Menzer. Von allen Windparks an denen sich die Naturstrom AG beteilige, schneide der Hünfeldener Park mit am besten ab.

Versorgung von rund 8000 Haushalten

Den Angaben von Scheu-Menzer und Heuser zufolge seien die guten Ergebnisse kein Zufall. Man habe bereits vor dem Bau langfristige Windmessungen durchgeführt, um möglichst ideale Standorte für die Windräder zu finden. Auch aufgrund dieser Vorbereitungen könnten laut Heuser und der Verwaltungschefin mittlerweile etwa 8000 Haushalte mit Strom aus dem Windpark in Hünfelden versorgt werden.

Scheu-Menzer ist letztlich froh darüber, dass die Windräder erst ab dem Jahr 2019 gebaut wurden. "Wären sie früher errichtet worden, hätten wir wohl kleinere Anlagen bekommen, die nicht so hohe Erträge erzielen können", sagt die Bürgermeisterin. Die Vorbereitung der Bauphase hatte sich über sieben Jahre hinweg in die Länge gezogen. Ursprünglich sollten die Anlagen bereits deutlich früher fertiggestellt werden. "Der im Vergleich zu vielen höher gelegenen Windparks nicht ganz optimale Standort wird durch die modernen Anlagen wieder wett gemacht", so Scheu-Menzer.

Im Hünfeldener Wald wurde übrigens eine andere Version der Windkraft-Türme der Firma Ventur errichtet als in Halten am See. Dort stürzte am Mittwoch, 29. September, ein rund 240 Meter hohes Windrad ein. "Weil es sich dabei um ein anderen Windkraft-Turm handelte, sind die Anlagen nahe Kirberg nicht von den vorsorglichen Stilllegungen betroffen", teilt die Gemeinde mit.

Noch mehr für den Klimaschutz tun

Die drei Windräder werden bald noch moderner. Im kommenden Jahr sollen sie nämlich mit einer Nachtkennzeichnung der Firma "Light:Guard" ausgestattet werden. Die Hindernisbefeuerung der Anlagen wird dann nur noch blinken, wenn sich dem Windpark ein Flugzeug nähert.

Darüber hinaus plant die Kommune schon jetzt die Errichtung weiterer Windräder zwischen Kirberg und Hünstetten. Der Gemeindevorstand hat am Montag, 13. September, beschlossen, dass bei der Deutschen Flugsicherung die Prüfung von sieben maximal denkbaren weiteren Standorten für Windkraftanlagen beantragt werden soll. "Die Prüfung läuft derzeit. Wir rechnen im Frühjahr 2022 mit einem Ergebnis", sagt Scheu-Menzer. Sie geht davon aus, dass die Deutsche Flugsicherung nicht alle sieben Standort genehmigen wird.

"Wir haben uns dafür entschieden, erstmal die Prüfungsergebnisse abzuwarten und dann in den politischen Gremien über die Erweiterung des Windparks zu beraten", so die Bürgermeisterin. Sie sei laut eigener Angabe davon überzeugt, dass die Gemeinde noch mehr für den Klimaschutz tun müsse. "Bei diesem Vorhaben gehört eben auch die Windkraft dazu." Scheu-Menzer hat das große Ziel, dass sich ihre Gemeinde irgendwann energieautark versorgen kann.

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