Schnelles Internet über Glasfaser soll es bald in allen vier Kommunen des Südkreises geben.
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Schnelles Internet über Glasfaser soll es bald in allen vier Kommunen des Südkreises geben.

Schnelles Internet

Sehnsucht nach Glasfaser im Südkreis ist groß

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Nachfragebündelung läuft in Hünfelden, Selters und Brechen sehr gut. Start in Bad Camberg nur mit Erbachund Oberselters.

Hünfelden -Die Limburger wollten nicht so recht - die Bürger in Hünfelden, Selters und Brechen schon. Sie stehen dem geplanten Glasfaserausbau durch ein Privatunternehmen aufgeschlossener gegenüber.

Derzeit wirbt das Unternehmen mit Unterstützung der jeweiligen Kommunen in Hünfelden, Selters, Brechen und zwei Bad Camberger Stadtteilen um genügend Verträge, um den Glasfaserausbau zu starten. Am weitesten ist die Entwicklung in Hünfelden vorangeschritten. Kurz vor Ende der Nachfragebündelung lag die Zustimmung gestern "bei knapp 36 Prozent", wie der für den Glasfaserausbau in dieser Kommune zuständige Mirko Tanjsek von der Deutschen Glasfaser auf Anfrage mitteilte. Er sei sich "sehr sicher", dass es am Ende für den Beginn des Glasfaserausbaus reiche.

Bis gestern konnten in Hünfelden noch Verträge für die Nachfragebündelung abgegeben werden. Tanjsek rechnet mit einem Endergebnis am morgigen Mittwoch. Entweder sei die 40-Prozent-Marke schon dann erreicht worden, oder es werde eine Fristverlängerung bis zum Beginn der Sommerferien geben.

Magische

40-Prozent-Marke

Die magische 40-Prozent-Marke hat sich das Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen aus Gründen der Wirtschaftlichkeit selbst gesetzt. Es bietet bei einer entsprechenden Anzahl von unterschriebenen Verträgen mit einer Mindestlaufzeit von zwei Jahren an, Glasfaser bis ins Haus zu verlegen - ohne zusätzliche Kosten.

Noch größer ist der Zuspruch für das Angebot in Selters: Dort haben bislang 33 Prozent der Haushalte einen Vertrag unterschrieben. Aber hier endet die Frist erst am Montag, 22. Juni. Auch in Brechen scheint der Zuspruch groß zu sein: Seit Beginn der Nachfragebündelung am 29. Mai haben sich zehn Prozent der Haushalte für das Angebot der Deutschen Glasfaser entschieden. Die Nachfragebündelung endet hier allerdings erst am Montag, 31. August.

Eine Sonderrolle nimmt Bad Camberg ein: In dieser Stadt hat sich die Deutsche Glasfaser entschieden, ihr Angebot auf Oberselters und Erbach zu beschränken. In den kommenden Tagen sind Infoveranstaltungen für Bürger geplant (siehe Info-Kasten).

In Limburg

gescheitert

Ende 2019 war die Deutsche Glasfaser in Limburg mit ihrem Angebot gescheitert. Nach drei Monaten war eine Quote von nur elf Prozent erreicht worden. Möglicherweise, weil in der Domstadt Bandbreiten bis zu 250 MBit pro Sekunde möglich sind.

Besonders hoch ist der Zuspruch derzeit in Selters. Bürgermeister Bernd Hartmann (parteilos) wohnt in Eisenbach und erlebt selbst immer wieder, dass das theoretisch bei ihm zu Hause zur Verfügung stehende Maximum von 50 MBit pro Sekunde oft nicht erreicht wird, weil die Entfernung zum nächsten Verteilerkasten mit darüber entscheidet, was am Ende tatsächlich an Geschwindigkeit ankommt.

Zum Vergleich: Die Deutsche Glasfaser bietet jeweils vier Tarife an - 300, 400, 600, 1000 MBit/s. Glasfaser gilt als die Technik der Zukunft, anders als das weit verbreitete VDSL-Netz, das diese hohen Bandbreiten technisch gar nicht erreichen kann und - anders als Glasfaser - Leistungsschwankungen unterworfen ist.

Zu langsames Internet allein dürfte aber nicht der einzige Grund für den sich abzeichnenden Erfolg der Deutschen Glasfaser sein. Als die Telekom vor einigen Jahren entschied, ihr damaliges DSL-Netz mit deutlich geringeren Bandbreiten zu verstärken, bekam Limburg diesen Ausbau kostenfrei, weil es sich für die Telekom dort wirtschaftlich lohnte. Damit die anderen Kommunen nicht abgehängt werden, sorgte der Landkreis mit den übrigen Kommunen für den VDSL-Ausbau - mit der Telekom als Partner, die sich das bezahlen ließ.

Die Angst, künftig wieder abgehängt zu werden, wenn es um eine Zukunftstechnologie wie Glasfaser geht, dürfte ein weiterer Grund für die höhere Motivation sein, schon jetzt auf Glasfaser zu setzen. Die Bürgermeisterin von Hünfelden, Silvia Scheu-Menzer (parteilos), sieht auch in der Corona-Krise einen beeinflussenden Faktor: Homeoffice habe gezeigt, wie wichtig ein sehr schnelles und stabiles Internet ist.

Der Landkreis forciert zwar den Glasfaserausbau - aber der ist vorerst begrenzt auf Schulen und Gewerbegebiete. Als nächstes sollen Randgebiete mit sehr langsamen Internet erschlossen werden. Zwar rechnet der Kreis-Koordinator für den Breitbandausbau, Martin Rudersdorf, damit, das der Glasfaservollausbau inklusive privater Haushalte mit Unterstützung des Bundes kommen wird, aber eben nicht so schnell wie es durch das Angebot der Deutschen Glasfaser schon jetzt möglich ist.

Infoabend und Servicepunkte

für Erbach und Oberselters

Die Deutsche Glasfaser informiert aufgrund der aktuellen Situation über Netzausbau, Produkte und den Projektverlauf in Erbach und Oberselters bei einem Online-Infoabend. Dieser beginnt am heutigen Dienstag, 9. Juni, um 19 Uhr.

Außerdem eröffnet vom 12. Juni an der Servicepunkt in Oberselters, Am Bürgerhaus, Am Emsbach 1, immer freitags von 12 bis 15 Uhr und an der Haustrunk-Ausgabe Oberselters, Brunnenstraße 1, freitags von 15 bis 17 Úhr. Der Servicepunkt in Erbach öffnet vom 13. Juni an auf dem Parkplatz der Kirche, Schellersberg 22, immer donnerstags von 14 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 15 Uhr. Es gelten die Hygienemaßnahmen.

Zudem werden Mitarbeiter der Deutschen Glasfaser die Bürgerinnen und Bürger daheim besuchen und auf Wunsch beraten. Weitere Infos über die Deutsche Glasfaser und deren Produkte sind unter www.deutsche-glasfaser.de im Internet erhältlich.

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